felixkohl:
- Einführung von Modellen mit staatl. garantiertem Basislohn (für alle Menschen) plus Leistungslohn (für die Ehrgeizigen) - Dieses Denkmodell taucht immer wieder auf (schon Erich Fromm beschreibt dieses in "Haben und Sein").
Ideen wie diese sind es Wert, drüber nachzudenken. Und für einmal will ich mich auch begeistert und idealistisch zeigen ;-)
Vater des Gedankens jedenfalls, ist die Ansicht, dass dem Zweck des Geldes u.a. mit technologischen Fortschritt, zunehmend die Bedeutung und Existenzberechtigung abhanden kommt.
Sprachlich, empirisch, hat Geld seine Bedeutung im Wesentlichen durch seinen Bezug auf das natürliche, und dem Zweck gewonnen. Im ersten Schritt als gemünztes Geld, im zweiten Schritt als Wiederspiegelung von knappen Ressourcen, die rationiert werden mussten.
Das monetäre System ersetzte auch den direkten Austausch von Gütern und Arbeit, was mühsam, resp. effizienter schien.
Doch - auch heute, gibt es kein globales, monetäres System. Heute, so wie eh und je, müssen Objekte und Arbeit gegen Güter und Dienstleistungen ausgetauscht werden.
Geld, als einst sinnvolle Übergangslösung, die zunehmend obsolet und kontraproduktiv wird.
Geld hat neben der verfälschten Wiedergabe von Ressourcen auch keinen wirklichen Bezug zur Produktions- und Leistungskapazität.
Die heutigen Einschränken erleben wir vor allem wegen dem Konstrukt Geld. Nicht, weil Ressourcen knapp wären. Der Zugang dazu, der ist knapp.
In einer Rezession ist die Welt noch immer die gleiche, und doch haben die Leute auf einmal nicht mehr die Kraft, sich etwas zu kaufen. Wir produzieren keine Güter, keine Häuser, keine Lebensmittel auf der Basis menschlichem Bedarfs. Der Zweck ist längst zum Selbstzweck verkommen.
Mangel und menschliches Leid erzeugend - obsolet, sind dabei allein die Spielregeln.
Man verfügt dieser Tage über die notwendigen technologischen Mittel, die eigentlich die edelsten Hoffnungen und Träume vergangener, sozialer Vordenker greifbar erscheinen liessen.
In einer Umgebung der Rationierung jedoch, wo in Tat und Wahrheit nicht rationiert werden müsste, arbeitet Technologie nicht für den Menschen, sondern gegen ihn.
Die gängigste aller Handelswaren, das ist ein Menschenleben.
Wo sinnvoll rationiert wird (oder sollte...), ist fraglich, und inwieweit die Abbildung durch Geld dem noch gerecht wird. Wie weit wir von diesem grundlegenden Gedanken ohnehin entfernt sind, muss im Rennen um Kurse kaum noch erwähnt werden.
Der ökonomische Tunnelblick ergebt sich aus dem stetig wachsenden Bedarf an Beschäftigung, dem wachsenden Kapitalstock, und dem Fortschritt an Technologie.
Unsere Gesellschaft wird - wenn - nicht an ungestillten Grundbedürfnissen zugrunde gehen, sondern im notwendigen Luxus, und der stetig aufs Neue erfordlichen Schaffung neuer Märkte und neuer Nachfrage, der Besinnungslosigkeit, ersticken.
Die Liste an notwendigen Produkten, die eigentlich kein Mensch braucht, ist endlos.
Die Zuckerbrote und Karotten dieser Welt, denen gedankenlos hinterhergerannt wird, bis tief in die Verschuldung hinein, sind im Grunde nebensächlichster Art - Chief Executive Officer, Farbfernseher, Auto, Villa, Boot, Baum, Vielweiberei, und weiss was ich noch alles.
Gedankenkraft
Ideen wie die von felixkohl erwähnte, wären wohl Wegbereiter für eine bahnbrechende Art des Umdenkens.
Vorstellbar wäre, dass mit derartigen Schritten in eine Richtung geführt würde, wo Neid auf Erfolg, Schönheit und Stärke umschwenken könnte, auf das Edle, Hilfreiche und Gute.
Ein Paradigmenwechsel, in dem die smithsche unsichtbare Hand, die wahren Tugenden profitabel machen würde. Jene Tugenden, die eigentlich unbezahlbar, und doch wertlos sind.
Liberal, mit kommunistischem Schafspelz. Eigentlich interessant, wie unvertreten die These ist. Oder ist sie derart offensichtlich falsch, dass nur wenige drauf reinfallen? ;-)
Der Mangel an Authentizität, den viele an der Politik bemängeln, und spüren - der kommt daher, dass der ökonomische Druck die Kraft hat, noch aus dem Stärksten ein Fähnchen im Wind zu machen. Und; machen wir uns nichts vor, dieser Druck hat in den letzten hundert Jahren unverhältnismässig zugenommen, wie die Staatsverschuldungen deutlich machen.
So sehr der Einzelne sie beschwört, die guten Tugenden, so oft auch der Wille da ist, so sehr man gegen Millionäre und Machtballung sein mag - wenn man die Chance hätte, einer zu werden, kann in der Regel für nichts garantiert werden.
Wo die Gedankenkraft stark ist, da, wo der Mensch hinschaut, da führt es ihn auch hin. Das Lenken eines Gefährts ist für den Grundgedanken des Manifestierens wohl die einfachste aller Plausibilitätsüberlegungen.
Glück ist damit kein Zufall - jeder ist zum Schmied berufen.
Jedenfalls - ja, ich bin ne Tratschtante, die auch weitermacht, wenn keiner mehr zuhört: Das monetäre System begünstigt bestimmte Eigenschaften, bestimmte Blickwinkel.
So etwa das als typisch geltende Hamstern; Wo man auch hinkommt, die Raffgier, die findet man überall.
Prinzipiell geht man davon aus, dass der Nächste ebenso handeln wird. Der Unterschied besteht lediglich im Grad der Unverfrohrenheit, und der Mittel.
Ist man an Grundversorgung gewohnt, besteht kein Anlass, sich die Taschen vollzustopfen. Die selbe Logik erklärt die Schaffung von Kriminalität durch deren Bekämpfung.
Auf die Spitze getrieben würde der Ansatz wohl am ehesten die Onkel Dagoberts und Ellbögler dieser Welt eindämmen. Eine wahre Lösung wäre es, die schrittweise Annäherung zur ressourcenbasierten Ökonomie.
Die einzig jetzt schon sichere Einschränkung für die Zukunft der Menschheit wird jene sein, die sie sich selbst auferlegt.