Philister:
Ja, müsste nun selbst auf die Suche gehen, aber es sind mehrere Studien, die das belegen.
Ich denke, du kannst dir die Suche sparen:
http://www.zeit.de/2006/46/ErnaehrungWissenschaftler und Diätgurus verwirren uns mit unzähligen Ernährungsweisheiten. Nur drei sind belegt.Sehr lesenwert. Der letzte Absatz fasst das Ganz schön zusammen:
Drei Sätze reichen Ursel Wahrburg von der Fachhochschule Münster, um die zeitlosen Wahrheiten gesunder Ernährung zu formulieren: »Esst weniger. Bewegt euch mehr. Und esst reichlich Obst und Gemüse.« Damit lassen sich keine Diätbücher verkaufen. Im Gegenteil, es macht die meisten davon überflüssig. Philister:
Ich bin eigentlich mehr denn je der Überzeugung, dass Gewichtsfragen wenig mit dem Essen selbst zu tun haben. Wenn Essen dafür verantwortlich wäre, dass man dicker wird, müssten die ernährungstechnischen Ratschläge der letzten 40 Jahre, die millionenfach ausprobiert wurden, wirksam gewesen sein
Bitte? Gewicht hat wohl alles mit Ernährung zu tun (mal von ganz besonderen körperlichen Voraussetzungen und phsychischen Faktoren abgesehen).
Der Körper benötigt Energie, Essen ist Energie. Wird mehr Essen reingeschaufelt, als verbraucht, lagert es der Körper ab. Wird mehr Energie verbraucht, als zugeführt, baut der Körper Reserven ab (Fettpolster und Muskeln).
Bewegt sich der Mensch, werden die Muskeln zum Wachstum angeregt, welche dies durchgenügend Proteinzufuhr und Regeneration (Schlaf) auch tun.
Aber wie du selber schon gesagt hast, hat es in den letzten 40 Jahren sowohl im Ernährungsbereich als auch im Sport viele Irrtümer und Mythen gegeben (Sit-Ups verbrennen Fett gezielt am Bauch). Low-Fat ist einer davon. Low-Carb kann auch einer sein.
Philister:
Aber ob ein Kind wirklich übergewichtig ist, kann nicht durch Multiplizieren von ein paar Zahlen herausgefunden werden.
Wieso nicht? Zugegeben, der BMI ist überholt (demnach wären Muskelpackete nämlich schnell übergewichtig), aber es gibt andere Indikatoren, auf die man Zurückgreifen kann um zu bestimmen, ob jemand übergewichtig ist, oder nicht.
Dass die Kinder dicker werden, ist auch nicht weiter verwunderlich. Zucker ist allgegenwärtig (ich sehe immer mehr Kinder mit Energydrinks rumlaufen), Heinz Kinder Ketchup hat immer noch mehr Zucker drin, als ein normales von Coop, Fast Food ist eine nette Alternative zum selberkochen, Konsolen ersetzen das Spielen im Wald usw. usf.
Philister:
Es ist eigentlich erstaunlich. Es gibt pummelige, lange, schlanke, kurze Menschen - bei grossen Menschen sagen wir auch nicht, dass wir diese nun kürzer machen müssen, weil es eine Reihe von Krankheiten gibt, die bei grossen Menschen häufiger auftreten.
Erstens mal kann man auf die eigene Körpergröse keinen Einfluss nehmen (ausser in der Jugend ausgiebig zu kiffen), zweitens sind die Auswirkungen von Fettleibigkeit in der überwiegenden Mehrzahl. Ich persönlich weiss, dass sich ein fitter Körper
viel besser anfühlt, als ein untrainierter (oder eben übergewichtiger, wobei ich da nur vermuten kann, aber wohl nicht so schlecht ligen kann). Gegen Übergewicht kann man im Normalfall (sprich, ausser bei Stoffwechselstörung oder bitterer Armut) aktiv vorgehen, es braucht "nur" Zeit und einen starken Willen.
Ich selber bin nicht dafür, analog dem Anti-Rauchertum gegen Fettleibige vorzugehen (falls du darauf mit diesem Thread abzielst), aber Übergewicht mit genetischen Gegebenheiten gleichzusetzen ist lächerlich.
Philister:
Ein gutes Beispiel ist etwa die Aussage, man sollte drei Liter Wasser am Tag trinken. Ein Beispiel, wie man mit Ratschlägen Menschen umbringen kann. Diese Empfehlung hat nicht wenige Todesfälle verursacht.
Das ist irgendwie alles ein bisschen an den Haaren herbeigezogen...
Philister:
Viele Aussagen der Ernährungswissenschaft, sind höchstens vorwissenschaftlich, und dahinter steckt wieder einmal eine ganze Industrie, die vom Ganzen profitiert.
Das stimmt leider sicherlich. Aber man kann sich seine Quellen auch aussuchen (sprich, Publikationen eines Sportwissenschaftlers oder das neuste Frauenklatschheft).
Philister:
Ein Körper, der bewegt wird, verlangt nicht dauernd nach Schokolade und Burger, zumindest meiner nicht ;-)
Meiner schon. Schon seit ich klein war... Und, möchte man diesen Forschern glauben, hat dies auch einen Wissenschaftlichen Hintergrund:
http://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2010-03/essen-fett-suchtSiehe Lateinamerika, wo der Einzug von Fastfoodketten eine echte Übergewichtswelle ausgelöst hat.