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Bildung

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Philister
Mitglied
#1 ° Gesendet: 16.05.2010 14:03
Loser:
Auch eine besssere Schulausbildung wird nichts nützen, weil die "null-Bock-Kids" meistens aus sozial benachteiligten Familien stammen....

und das heisst was genau ? Wahrscheinlich kennen diese Kids nicht die gleichen Probleme, wie ihre Kumpels ohne familiäre Probleme. Eltern brauchen kein Geld, um ihre Kinder zu unterstützen, doch beruhigend ist es allemal.........

Der Bildungserfolg ist über soziale Indikatoren messbar, das heisst es. Dass neben finanziellen Ressourcen auch soziale und kulturelle von Vorteil sind, ist klar.

Es ist immer die Frage, ob bereits Chancengleichheit besteht, und sie nur nicht genutzt wird. So etwa auch die entscheidende, in der Geschlechterfrage.

Dein Argument verpufft, wenn man mit einbezieht, dass es Deutschland im internationalen Vergleich deutlich schlechter gelingt, Kindern und Jugendlichen sozial benachteiligter Herkunft gute schulische Kompetenzen zu vermitteln.

Heisst also schlicht, dass es an diesem Umstand durchaus zu rütteln gibt, und er nicht einfach gegeben ist, weil arme Kinder einfach keinen Bock haben.


Bock hat auch immer was damit zu tun, ob man den Kindern gerecht wird. Jemand, der gefördert, motiviert und angesprochen wird, hat tendenziell weit mehr Bock. Es ist beispielsweise unbestritten, dass grosse Klassen der schulischen Leistung nicht förderlich sind.

Und das, das hat was mit Geld zu tun.

Man muss sich beispielsweise auch fragen, warum man Lehrer mit einem derartigen Hungerlohn abspeist. Würde man von der Wichtigkeit ausgehen, müssten Lehrer bestbezahlt sein. Und wie man weiss, ruft ein gut bezahltes Aufgabenfeld auch tendenziell fähigere Leute hervor.

Ich finde es absolut grauenvoll, dieses Verhältnis. Dass ein Staat 27% des BIP für Sozialwerke, und 3% für Bildung ausgibt, das ist für mich ein Zeichen für verschwendetes Humankapital - und ein Zeichen dafür, dass am mündigen Bürger im Grunde nicht interessiert ist.
Loser
Mitglied
#2 ° Gesendet: 16.05.2010 16:01
Philister:
Dein Argument verpufft, wenn man mit einbezieht, dass es Deutschland im internationalen Vergleich deutlich schlechter gelingt, Kindern und Jugendlichen sozial benachteiligter Herkunft gute schulische Kompetenzen zu vermitteln.

Nein, es bestätigt mein Argument und auch Deines. Familiäre Hintergründe spielen nun mal eine wichtige Rolle, die Unterstützung seitens der Familie ebenfalls. Auch deshalb, weil die Eltern empfänglicher für die Argumente der Lehrer sind, wenn das Kind Lernprobleme hat. Es ist eben erwiesen, dass sozial schwache Eltern dies eben nicht immer sind, es ihnen schlicht schnurz ist, was die Jungmannschaft macht.

Philister:
Man muss sich beispielsweise auch fragen, warum man Lehrer mit einem derartigen Hungerlohn abspeist. Würde man von der Wichtigkeit ausgehen, müssten Lehrer bestbezahlt sein. Und wie man weiss, ruft ein gut bezahltes Aufgabenfeld auch tendenziell fähigere Leute hervor.

Stimmt

Philister:
Ich finde es absolut grauenvoll, dieses Verhältnis. Dass ein Staat 27% des BIP für Sozialwerke, und 3% für Bildung ausgibt, das ist für mich ein Zeichen für verschwendetes Humankapital - und ein Zeichen dafür, dass am mündigen Bürger im Grunde nicht interessiert ist.

Eben, zeig mir mal, wo die 27% hingehen, sind da nicht auch die Kosten der Aemter dabei ? Wetten, dass das so ist ?
Philister
Mitglied
#3 ° Gesendet: 16.05.2010 16:29
Loser:
Familiäre Hintergründe spielen nun mal eine wichtige Rolle

Diese Voraussetzungen finden wir überall, in jedem Land. Aussagekräftig ist im Vergleich von sozial Benachteiligten und sozial Benachteiligten allein, wie sich Leute mit diesem Hintergrund in unserem System bewähren.

Und schlagen sie sich in Deutschland schlechter durch als in ganz Europa - dann ist das eine Aussage, die nichts mit der sozialen Benachteiligung zu tun hat

Loser:
Wetten, dass das so ist ?

Was meinst du damit? Das ist in beiden Fällen so, nehme ich an.
Loser
Mitglied
#4 ° Gesendet: 16.05.2010 17:42
Philister:
dann ist das eine Aussage, die nichts mit der sozialen Benachteiligung zu tun hat

Wenn Du meine Postings diesbezüglich genauer gelesen hättest, würdest Du verstehen, was ich meine. Nicht selten gibt es bei Sozialhilfeempfängern zu familiären Problemen, was wiederum Folgen für die Kinder und Schule hat. HartzIV zu bekommen, ist dort kein Zuckerschlecken, erst recht nicht mit Kindern. Bekommen diese Probleme, ist es meistens zu spät, so richtig um sie kümmern tut sich keine Sau. So plätschert das ganze so dahin, meistens sind es dann die Bullen, die mehr mit den Kids zu tun haben.

Und noch was, familiäre Probleme häufen sich bei den Sozialhilfeempfängern überdurchschnittlich, auch statistisch bewiesen. Das diese sich bewähren könnten, wird ihnen in Deutschland ganz einfach fast schon verweigert...

Philister:
Was meinst du damit? Das ist in beiden Fällen so, nehme ich an.

Jein, der Sozialapparat in D ist künstlich aufgebläht, viel zu teuer.
Philister
Mitglied
#5 ° Gesendet: 17.05.2010 11:54
Diese Tendenzen können wohl allgemein bei Sozialbezügern festgestellt werden, nicht nur bei Deutschen.

Es läuft hier auf das klassische Beispiel heraus. Gib einem Bettler einen Fisch und er wird einmal satt - und abhängig. Lehre ihn das Fischen, und er wird nie mehr hungern.

Der Fokus ist klar: Wir verteilen bevorzugt Fische.
Babylon
Mitglied
#6 ° Gesendet: 17.05.2010 13:26
Philister:
Ich finde es absolut grauenvoll, dieses Verhältnis. Dass ein Staat 27% des BIP für Sozialwerke, und 3% für Bildung ausgibt, das ist für mich ein Zeichen für verschwendetes Humankapital

Völlig einverstanden! Und guter Eingangspost by the way. Ein viel zu oft vernachlässigtes Thema. Bildung ist das A und O hier in der Schweiz. Gut ausgebildete Leute sind unsere fast einzige Ressource. Und das zahlt sich mittelfristig auch sehr wirtschaftlich aus. Bestes Beispiel aus der Schweizer Geschichte: Die Gründung der ETH (damals Polytechnikum) Mitte des 19 Jahrhunderts, um nicht zuletzt die aufkommende Industrialisierung mit Technologie (Forschung) und Fachkräften (Lehre) zu versorgen. Dies gelang (und gelingt) sehr erfolgreich. Auch das Schweizer (Primar-Sek-usw) Schulsystem, das bis anhin gut funktioniert hat (und hoffentlich nicht zu Tode reformiert wird) hat bis anhin sehr gute Dienste geleistet. Man darf auf keinen Fall den Fehler begehen, die Bildung zu vernachlässigen. Einen nachhaltigeren Schaden für unser Land könnte man kaum herbeiführen als wenn man die Bildung nicht genügend ernst nimmt.
Loser
Mitglied
#7 ° Gesendet: 17.05.2010 17:50
Philister:
Diese Tendenzen können wohl allgemein bei Sozialbezügern festgestellt werden, nicht nur bei Deutschen.

Klar, aber eben nicht in diesem Umfang.

@Babylon, richtig, das Problem in Deutschland sind aber nicht die Hochschulen, sondern die Grundschulen. Dazu gehören auch die gewaltigen Unterschiede zwischen den Bundesländern. Es ist dort nicht einfach, wegen eines neuen Jobs z.B. wegzuziehen. Allzu oft müssen die Kinder ein jahr wiederholen, eine Angleichung tut Not.
agathon
Mitglied
#8 ° Gesendet: 18.05.2010 10:55 ° Bearbeitet von: agathon
Philister:
Es ist immer die Frage, ob bereits Chancengleichheit besteht, und sie nur nicht genutzt wird. So etwa auch die entscheidende, in der Geschlechterfrage.

Man darf die Bildungsziele allerdings nicht immer den Schwächsten anpassen - die SP hat die Tendenz, alles über die Chancengleichheit zu beurteilen und nimmt dafür regelmässig die Schwächsten als Richtlinie; ich hab manchmal den Eindruck, man bastelt sich hier ein Phantom, resp. man entwirft Bildungssysteme, die 99% der Auszubildenden gar nicht betreffen.

Übertrieben gesprochen: Für die SP ist der Mensch immer zunächst mal benachteiligt, unterdrückt, ausgeliefert, dissoziiert, enttäuscht, entfremdet. Vielleicht wäre es für diese Partei an der Zeit, sich ein neues Menschenbild zurechtzulegen: Der Mensch ist ein Gesellschaftstier, das grundsätzlich fähig, interessiert, innovativ, erwartungsfreudig ist und nicht bei jeder Niederlage in die Knie sinkt.
Philister
Mitglied
#9 ° Gesendet: 18.05.2010 11:23
Sehr richtig. Und ich bin überzeugt, dass Massnahmen, die einem schwachen Bild des Menschen entspringen, zu einem schwachen Mensch führen. Wer sich nichts zutraut, ist auch zu nichts fähig.
felixkohl
Mitglied
#10 ° Gesendet: 18.05.2010 12:26
@agathon

Ein guter Einwand.

Die linken Politiker wollen tatsächlich das Bildungssystem nach unten nivellieren. Der letzte Furz: Keine Hausaufgaben, weil nicht alle Kids zu hause gleich gefördert würden!

Dabei blühen diese erst auf, wenn man sie fordert (nicht überfordert). Sie müssen sich messen, reiben, selber spüren, sie wünschen Lob für eine richtige Leistung - nicht wenns alle können.
Junge Menschen geben es selten zu, sind aber unheimlich stolz, wenn sie beispielsweise eine Note 5.5 geschrieben haben, währenddem der Klassendurchschnitt bei 4.1 liegt...
Extrem fällt dies bei all diesen (teils fraglichen) TV-Talentshows auf.
Je härter der Konkurrenzkampf, je grösser die Schmach nicht zu reüssieren, je direkter die Kritiken (z.B. eines Bohlens) sind, desto mehr junge Menschen rennen dort die Türen ein und setzen sich dieser Tortur aus.
Die "semikastrierten", recht- und mittellosen Pädagogen waren und sind für sie längst keine Vorbilder mehr - was im Grunde genommen zu denken geben sollte.
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