Pia:
"Meine" Vorfahren, etwas vereinfacht gesagt, wurden noch im 17 Jahrhundert von der Berner Obrigkeit geköpft, obwohl ihre Anliegen durchaus begründet waren
Und jetzt denk mal scharf nach. Du willst heute die Meinungsfreiheit einschränken, weil deine Vorfahren damals wegen ihrer Meinung geköpft wurden? Wo ist denn da die Logik? Der liberale Staat von 1848 war ja eben der grosse Fortschritt, der solche staatliche Barbarei beendet hat.
Pia:
und ringe mitunter auch mit Worten oder Argumenten
Sorry um das so zu sagen: Mein Eindruck ist, dass du kaum auf meine konkreten Argumente eingehst. Bauernkriege im 17. Jhd., Frauenstimmrecht oder das Familienbild der Nazis sind alles interessante Themen. Mehr interessieren würden mich folgende Fragen, zu denen du (glaube ich) noch kaum konkret Stellung bezogen hast:
- Der Dialog zwischen armenischen und türkischen Wissenschaftlern ist in der Schweiz nur noch hinter verschlossenen Türen erlaubt. Findest du das richtig? Oder musst du nicht zugeben, dass das ARG hier zu völlig unerwünschten "Kollateralschäden" führt?
- Du bezeichnest meine Vision von Meinungsfreiheit als "Illusion". Wieso genau? Sie funktioniert in div. angelsächsischen Ländern und bis 1995 auch in der Schweiz. Bist du einverstanden, dass das Zusammenleben der Kulturen in der Schweiz ohne ARG auch heute noch gut möglich wäre?
- Der alltägliche, latente Rassismus in der Schweiz hat (trotz/wegen?) dem ARG eher zugenommen. Hast du einen anderen Eindruck? Oder gibst du zu, dass das ARG gegen den alltäglichen Rassismus kaum etwas ausrichten kann?
- Du schreibst, zu viel Meinungsfreiheit könne leicht zu Diktatur führen. Inwiefern? Gibt es ein historisches Beispiel, wo ein Land wegen zu viel individueller Freiheit gescheitert ist? Wie stellst du dich zu meiner Meinung, dass im Gegenteil die Meinungsfreiheit vor Diktatur schützt?