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Agnostiker/innen und Atheisten, Atheistinnen in der Schweiz

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Pia
Mitglied
#71 ° Gesendet: 26.11.2009 19:27
Und übrigens finde ich es etwas unverhältnismässig, das ARG als im Kern totalitär zu sehen. Dass die Mehrheit der Stimmenden prinzipiell und überall recht habe oder immer weise handle, behaupte ich auch nicht. Aber Diktaturen zeichnen sich ja auch dadurch aus, dass eine extreme Minderheit oder eine extreme Mehrheit quasi alle beherrscht, allesumfassend, alle Lebensbereiche, auch ökonomische Reichtümer und Ressourcen und vor allem den Zugang dazu. Ein ARG ist wirklich ein Nichts im Verhältnis, was Diktaturen ausmacht. Das ARG ist in geistiger Hinsicht ein Bollwerk gegen Diktatur. Es wirkt sozialer Fantasielosigkeit entgegen, auch wenn es manchen etwas weh tut. Ja, Demokratie kann halt auch mal weh tun.-
Pia
Mitglied
#72 ° Gesendet: 26.11.2009 19:42
Und @abc def: Die Eidgenossenschaft hatte nie direkten Meeresanschluss, aber es gab einst durchaus Gelüste gegen Süden zu, aber "man" kriegte auf die "Fresse". Du willst doch nicht etwa behaupten, dass, wenn die Eidgenossen direkten Meereszugang gehabt hätten, nie Seefahrerei und Kolonialismus zu betreiben versucht hätten. Oder? Also das mit der späteren "Willensnation" finde ich oft eher etwas komisch. Es gibt wohl viele geographische, auch historische Zufälle und Knicke (wie Niedelagen) und Zwänge, die die "Schweiz" werden liessen, ohne dass das speziell gewollt war. Wahrscheinlich wird das in Zukunft nicht ganz anders sein. Die Linke wollte z.B., bewusst, schon lange bestimmte Fragwürdigkeiten beim Bankgeheimnis auflösen, in Tat und Wahrheit aber waren es weltweite Turbulenzen und finanzielle Verwerfungen, die selbst Merz eine Auflockerung des Bankgeheimnisses regelrecht aufzwangen -- was seiner jahrzehntelangen "Meinung" eigentlich widersprach.
abc def
Mitglied
#73 ° Gesendet: 26.11.2009 20:09
Pia:
Ist ein Gesetz schlechter, bloss weil es nicht seit Jahrzehnten existiert

Nicht per se. Allerdings hast du meine Idee von Meinungsfreiheit als "Illusion" bezeichnet, als ob ein friedliches Zusammenleben der verschiedenen Kulturen ohne ARG fast undenkbar wäre. Das ist aber ganz offensichtlich nicht der Fall. Wir könnten selbstverständlich auch heute noch gut auf das ARG verzichten, ohne dass hier das Chaos ausbrechen würde.
Pia:
Und was den 2. Weltkrieg angeht

Was den 2. WK angeht, war meine einzige These, dass die Diktatur und der Holocaust in der Schweiz kaum denkbar gewesen wäre. Warum nicht? Weil es in der Schweiz keine Rassisten gab? Doch, gab es. Weil die Rassisten in der Schweiz ihre Meinung nicht sagen durften? Doch, durften sie. Eben darum, weil in der Schweiz JEDER seine Meinung sagen durfte.
Pia:
Und warum wurde dann in der Schweiz z.B. so spät das Frauenstimmrecht eingeführt?

Die allermeisten Länder haben ja heute noch kein allgemeines Frauenstimmrecht ;-) Du meinst eher das Wahlrecht. Wäre ein anderes, interessantes Thema.
Pia:
Ein ARG ist wirklich ein Nichts im Verhältnis, was Diktaturen ausmacht.

Natürlich nicht. Das ARG ist ein sehr kleiner (unüberlegter) Schritt in eine falsche Richtung.
Pia:
Das ARG ist in geistiger Hinsicht ein Bollwerk gegen Diktatur (...) auch wenn es manchen etwas weh tut

Nein, das ist es nicht. Freiheit ist das einzig wahre Bollwerk gegen Diktatur. Auch wenn diese Freiheit mehr Leuten mehr weh tut als das "Kuschelgesetz" ARG.
abc def
Mitglied
#74 ° Gesendet: 26.11.2009 20:19
Pia:
Es gibt wohl viele geographische, auch historische Zufälle und Knicke (wie Niedelagen) und Zwänge, die die "Schweiz" werden liessen

Ja. Und? Es ist Glück, in ein Land geboren zu werden, das die individuelle Freiheit, die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Presse und der Wissenschaft hochhält. Wieso sollten wir diese Freiheit dann ohne Not beschränken? Obwohl sie sich offensichtlich bewährt hat?
Pia
Mitglied
#75 ° Gesendet: 26.11.2009 22:47
abc def:
Pia: Es gibt wohl viele geographische, auch historische Zufälle und Knicke (wie Niedelagen) und Zwänge, die die "Schweiz" werden liessen

abc def: Ja. Und? Es ist Glück, in ein Land geboren zu werden, das die individuelle Freiheit, die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Presse und der Wissenschaft hochhält. Wieso sollten wir diese Freiheit dann ohne Not beschränken? Obwohl sie sich offensichtlich bewährt hat?

Ich habe nie behauptet, dass z.B. der Geburtsort (oder unterdessen NATION) auf der Erde kein Zufall oder Glück wäre. Bin auch keine Hinduistin. Bloss: Wer in einem Land (ODER NATION?) mit extremen kriegerischen und militärischen Aktivitäten auf die Welt kommt oder mit extremen Ernährungsproblemen, der hat wohl nicht so viel Zeit, um über so Dinge nachzudenken, wie wir es uns "hier" leisten können. Aber wenn "wir"(?) schon das Glück haben oder die Möglichkeiten und Zeiten, darüber nachzudenken, dann gibt es eigentlich keinen Grund, dass "wir" uns überlegen fühlen können, denn alles ist Glück und Zufall, die Zeit, der Geburtsort, die Familie, in die man hineingeboren wird, der gegenwärtige Zustand der Nation oder des Kontinentes ebenso. Von daher: Zumindest ich kann mich nicht wirklich ernsthaft auf die "Taten" der Vorschweizer beziehen und mich mit fremden, angeblichen Federn schmücken, wie:

abc def:
das die individuelle Freiheit, die Meinungsfreiheit, die Freiheit der Presse und der Wissenschaft

Was hast du denn persönlich bisher dazu beigetragen? Nix für ungut, diskutiere nicht ungerne hier mit dir, ist für mich auch eine Herausforderung und ringe mitunter auch mit Worten oder Argumenten. Aber auch wenn ich mir Mühe gebe, empfinde ich immer wieder, dass du quasi eine wie eine total von allen historischen Fakten losgelöste Überlegenheit der "Schweiz" gegenüber dem Rest der Welt zu suggerieren versuchst. "Meine" Vorfahren, etwas vereinfacht gesagt, wurden noch im 17 Jahrhundert von der Berner Obrigkeit geköpft, obwohl ihre Anliegen durchaus begründet waren, im Bauernkrieg. Andere und später waren selbst Mörder oder Verdingskinder-Schänder, wenn ich das mal so schreiben darf. Bin im Besitze einer Art Stammbaumes von Landwirten, der bis nach 1250 n. Chr. zurückreicht. Könnte damit auch bluffen und Blut-und-Boden-Politik-betreiben. Obwohl es bloss die Namen der Männer waren, die was zählten.-
erdnanu
Mitglied
#76 ° Gesendet: 26.11.2009 23:17
Wenn ich die Familiengeschichte lese ist es ja evtl. ganz gut, von den Frauen nichts in Erfahrung bringen zu können. D
Pia
Mitglied
#77 ° Gesendet: 26.11.2009 23:40
erdnanu:
Wenn ich die Familiengeschichte lese ist es ja evtl. ganz gut, von den Frauen nichts in Erfahrung bringen zu können. D

Also wenn du meinst, dass du von den Männern ausser Geburtsdatum, Vor- und Nachnamen, Beruf und späterer Tätigkeit und Ehe (mit wem? Ausser "Namen", nichts!) oder nicht und Wohnort rasch etwas in Erfahrung bringen würdest, dann tätest du dich irren. Ausser sie wurden im grossen Bauernkrieg geköpft oder waren ein sog. Wunderdoktor, der gar von Goethe besucht wurde. Aber was die Namen von Frauen betrifft und ihre "Familiengeschichte", davon bleibt quasi nichts übrig. Zumindest wenn es bis ins Spätmittelalter (z.B. 1250 n. u. Z.) zurückreichen sollte. Das heisst nicht, dass sie (Frauen) "besser" waren, aber es ist kaum noch wirklich (historisch) was erfassbar oder kaum dokumentiert. Nun gut, auch in "unserer" Zeit geht vieles quasi unter.
erdnanu
Mitglied
#78 ° Gesendet: 26.11.2009 23:48
die Frauen haben in der Regel wenigstens nicht andere geköpft. Aber wirklich besser ist das weibliche Geschlecht wohl trotzdem nicht.

An der Geschichte ist (vielleicht abgesehen von der eigenen Familie) ja nicht das Geburts- und Sterbedatum und die Einträge im Kirchenrodel interessant, sondern das Ganze drum herum. Hier sind die Aufzeichnungen wirklich ganz spärlich. Wir verdanken es ja oft einigen kurligen Exoten, dass wir noch andere Angaben (Wetterdaten, Anzahl Knechte im Dorf, Auswanderungszahlen in die USA etc.) kennen.
Pia
Mitglied
#79 ° Gesendet: 26.11.2009 23:59
erdnanu:
die Frauen haben in der Regel wenigstens nicht andere geköpft. Aber wirklich besser ist das weibliche Geschlecht wohl trotzdem nicht.

An der Geschichte ist (vielleicht abgesehen von der eigenen Familie) ja nicht das Geburts- und Sterbedatum und die Einträge im Kirchenrodel interessant, sondern das Ganze drum herum. Hier sind die Aufzeichnungen wirklich ganz spärlich. Wir verdanken es ja oft einigen kurligen Exoten, dass wir noch andere Angaben (Wetterdaten, Anzahl Knechte im Dorf, Auswanderungszahlen in die USA etc.) kennen.

Ja, stimmt, also zumindest ich finde, dass das stimmig ist.
Thomas
Mitglied
#80 ° Gesendet: 27.11.2009 00:29
Ich will euren Mono-Dialog nicht stören. Hier ist jedenfalls ein Beispiel für die Grenzen der Pressefreiheit:
http://de.wikipedia.org/wiki/Paparazzo
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