Ockham:
Es wäre schön, wenn "man" sich die Meinung aufgrund von Fakten bilden tät. Nur ist das nicht immer oder gar selten der Fall - teilweise auch gar nicht möglich. Eine Meinung kann man sich auch über eine Analogie oder rein via Vorurteile bilden. Oder man zieht als meinungsbildende "Quelle" bloss die Meinung(skundgabe) einer anderen Person heran ("Dä Blocher hed immer rächt.") respektive übernimmt eine "gängige" Meinung aus einem bestimmten "Druck" heraus, z.B. aus einem "Gruppenzugehörigkeitsbedürfnis" oder gar aus der Werbung.
Okay, das verstehe ich, also sozusagen die Beschreibung von Dynamiken, die zu sog. Meinungen führen können, die uns wohl alle mal betreffen können.
Ockham:
Punkto Meinung ist das alles aber nichts Verdammenswertes. Je einfältiger/unkritischer/"simpler" eine Person ist, desto weniger wird sie, diese Meinung selber hinterfragen oder durch (weitere) Fakten bestätigt haben wollen. Erst aber, wenn die Person die Meinung als Tatsache "definiert" und dann daraus Folgen zieht/Konsequenzen fordert/Ursachen ableitet, bildet sich ein Konfliktpotenzial.
Weiss jetzt nicht genau, wie das mit dem Konfliktpotential gemeint ist. Konflikte mit anderen oder sich selbst?
Ockham:
Im Weiteren: Wem es gelingt, seine Meinungskundgabe mit Fakten zu stützen der wird bessere Chancen habe, andere von seiner Meinung zu überzeugen und macht die "Idee" stärker gegenüber Zweifeln respektive Gegenmeinungen.
Gelingen:
Vielleicht über Jahrhunderte hinweg. Die Meinung, dass es nicht die Sonne ist, die sich bewegt, sondern die Erde, und dass die Erde keiner Scheibe gleicht, auch nicht unbedingt das Zentrum des Universums ist, brauchte viele Anläufe und wissenschaftliche Belege. Sicher war die Meinung, die "man" wahrnahm (Sonne geht auf und unter), nicht unmenschlich.