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Agnostiker/innen und Atheisten, Atheistinnen in der Schweiz

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abc def
Mitglied
#21 ° Gesendet: 17.11.2009 19:12
Pia:
[quote=Pia]Die Zuger Regierung wird das ev. in Zukunft ändern (...)
Es ist nicht auszuschliessen, dass es bei der Zuger Regierung etwas "geklingelt" hat...

Es ist deiner Meinung nach also "nicht auszuschliessen" dass die Zuger Regierung EVENTUELL in Zukunft nicht mehr auf die Meinungsfreiheit scheisst, und freiwillig auf verfassungswidrige diktatorische Massnahmen verzichtet?! (Sorry für die Fäkalsprache, aber in dem Fall ist der Begriff einfach anschaulich und passend.)
Du hast recht: gänzlich auschliessen kann man das nicht. Mich beruhigt das nur mässig... Freiheit ist vielleicht weniger selbstverständlich als du glaubst...
Pia
Mitglied
#22 ° Gesendet: 17.11.2009 19:30
abc def:
Es ist deiner Meinung nach also "nicht auszuschliessen" dass die Zuger Regierung EVENTUELL in Zukunft nicht mehr auf die Meinungsfreiheit scheisst, und freiwillig auf verfassungswidrige diktatorische Massnahmen verzichtet?! (Sorry für die Fäkalsprache, aber in dem Fall ist der Begriff einfach anschaulich und passend.)
Du hast recht: gänzlich auschliessen kann man das nicht. Mich beruhigt das nur mässig... Freiheit ist vielleicht weniger selbstverständlich als du glaubst...

Ich würde nicht behaupten, dass "Freiheit" selbstverständlich sei, aber sie quasi auf ein paar Plakatwände zu reduzieren, überzeugt mich auch nicht. Zudem sah ich einen Club, wo, glaube ich ein St. Galler, gesagt hat, dass er (FDP) einst mitgeholfen habe bei einem Verbot. Er sah das auch als einen Fehler an, die Sache war offenbar schnell, schnell und Hüst und Hott im hektischen, politischen Exekutiv-Alltag entschieden worden. Erst später habe er bemerkt, dass das etwas absurd sei, was er da unterstützte. Solche Prozesse sollte man nicht unterschätzen, also jene, die "Freiheit" vorerst übergehen oder -sehen, aber die Kurve doch noch kriegen. Das ist eben nicht immer eine geradlinige Sache.
Pia
Mitglied
#23 ° Gesendet: 17.11.2009 19:39
Ich habe etwas gefunden, das mir gefällt: apathische Agnostikerin. Finde ich originell.

Bund: «Es gibt wahrscheinlich keinen Gott», heisst es auf Busplakaten in London. Das tönt nicht so, als ob sich die Verfasser sehr sicher wären.

Reta Caspar: Nur die Religiösen haben absolute Sicherheit. Wir Freidenker kommen mit einer gewissen Gelassenheit zum Schluss, dass man sich streng wissenschaftlich gesehen nicht zu 100 Prozent sicher sein kann, dass es Gott gibt. Ich selber halte mich für eine apathische Agnostikerin.

Und das heisst?

Apathische Agnostiker haben das Credo: Ich weiss es nicht, und es ist mir egal.

Mit anderen Worten: Vielleicht existiert Gott also doch.

Das würde ich nicht ausschliessen, aber mir hat er sich noch nie gezeigt, es gibt keinen Beweis für seine Existenz. Falls es ihn gäbe und ich ihm jemals begegnen würde, würde ich ihm das sagen. Ich vermute, er hätte Humor und würde mit mir lachen. Ich nehme das Thema einfach nicht so furchtbar ernst.


http://www.derbund.ch/bern/dossier/die-samstagsinterviews/Die-Kirche-i st-schaedlich-sie-verstellt-das-Denken/story/18193976
abc def
Mitglied
#24 ° Gesendet: 17.11.2009 23:10
Pia:
Solche Prozesse sollte man nicht unterschätzen, also jene, die "Freiheit" vorerst übergehen oder -sehen, aber die Kurve doch noch kriegen.

Das Bild ist nicht schlecht: Du kannst hundertmal durch die Kurve rasen ohne dass etwas passiert. Was wenn nur EINMAL einer die Kurve NICHT kriegt?
Im 20. Jahrhundert ist so manches europäische Land spektakulär aus der Kurve geflogen - mit katastrophalen Folgen.
Auch "ein bisschen" Raserei ist nicht harmlos.
Pia:
die Sache war offenbar schnell, schnell und Hüst und Hott im hektischen, politischen Exekutiv-Alltag entschieden worden.

Weil die Leute hierzulande praktisch nicht sensibilisiert sind für das Thema Meinungsfreiheit. Da kann ein Basler Beamter ein hochaktuelles, politisches Plakat verbieten, ohne auch nur ein einziges Wort zum Thema Meinungsfreiheit zu verlieren. Es war ihm schlicht und einfach nicht klar, das an dem Verbot überhaupt irgendwas problematisch sein KÖNNTE...
Pia
Mitglied
#25 ° Gesendet: 17.11.2009 23:27
abc def:
Weil die Leute hierzulande praktisch nicht sensibilisiert sind für das Thema Meinungsfreiheit. Da kann ein Basler Beamter ein hochaktuelles, politisches Plakat verbieten, ohne auch nur ein einziges Wort zum Thema Meinungsfreiheit zu verlieren. Es war ihm schlicht und einfach nicht klar, das an dem Verbot überhaupt irgendwas problematisch sein KÖNNTE...

Teile deine Meinung nicht, dass "Leute hierzulande praktisch nicht sensibilisiert sind für das Thema Meinungsfreiheit". Nur weil sie darunter nicht immer exakt das Gleiche wie du verstehen, heisst das noch lange nicht, dass sie sich im Rahmen dieser hektischen (Medien-) Zeit noch nie Gedanken gemacht haben.-
Pia
Mitglied
#26 ° Gesendet: 17.11.2009 23:38
Und abc def, versuche doch mal "Meinung" zu defnieren. Wenn dich hier jemand als "Nazi-Arschloch" betiteln würde, würdest du das etwa für eine "Meinung" halten? Also ich würde "meinen", dass das bloss eine üble Nachrede wäre. Und definiere doch mal allumfassend "Freiheit"! Nochmals: Für mich greift es zu kurz, so was wie "Freiheit" auf die Nichtveröffentlichung/Veröffentlichung von Plakaten zu reduzieren. Warum z.B. sollte die ganze SVP allumfassend 24h "freier" sein, nur weil irgendwo in der Schweiz all ihre Plakate an den Wänden kleben oder nicht? Ist die SVP oder sind andere Gruppen wirklich dermassen von solchen Plakatwänden abhängig? Sonst sind sie unfrei oder was?
Thomas
Mitglied
#27 ° Gesendet: 18.11.2009 00:22
Pia:
Und abc def, versuche doch mal "Meinung" zu defnieren. Wenn dich hier jemand als "Nazi-Arschloch" betiteln würde, würdest du das etwa für eine "Meinung" halten?

Gute Frage! Ich bin gespannt auf die Antwort.

Für mich ist natürlich auch das eine Meinung, aber da in einer Demokratie immer auch der Rechtsstaat eine Rolle spielen muss, gibt es kein Gut, das absolut ist. Wenn ein Gut absolut, d.h. über alles andere gesetzt wird - in diesem Falle die Meinungsäusserungsfreiheit - wird es zur Ideologie. Es muss eine Güterabwägung stattfinden: Meinungsäusserungsfreiheit versus Diskriminierung bzw. persönlicher Angriff. Im Falle von "Nazi-Arschloch" hat der Betroffene schliesslich das Recht, eine Ehrverletzung geltend zu machen. Findet eine solche Güterabwägung nicht mehr statt, kann massive Propaganda zuungunsten einer Bevölkerungsgruppe nicht mehr sanktioniert werden, womit wir uns in einem Unrechtsstaat befänden. Eine solche Art von Demokratie wäre dann der «Tyrannei der Mehrheit» unterworfen, wobei hier "Mehrheit" durchaus auch durch "Mächtigen" (z.B. Gruppen, die am meisten Geld haben, um Propaganda zu verbreiten) ersetzt werden kann.
Pia
Mitglied
#28 ° Gesendet: 18.11.2009 05:38
Thomas:
Es muss eine Güterabwägung stattfinden: Meinungsäusserungsfreiheit versus Diskriminierung bzw. persönlicher Angriff. Im Falle von "Nazi-Arschloch" hat der Betroffene schliesslich das Recht, eine Ehrverletzung geltend zu machen. Findet eine solche Güterabwägung nicht mehr statt, kann massive Propaganda zuungunsten einer Bevölkerungsgruppe nicht mehr sanktioniert werden, womit wir uns in einem Unrechtsstaat befänden.

Yes.
Lehm
Mitglied
#29 ° Gesendet: 18.11.2009 09:46
Pia:
Ich habe etwas gefunden, das mir gefällt: apathische Agnostikerin.

Die Gelassenheit, ja Gleichgltigkeit gegenüber der Idee "Gott" ist sicher hilfreich, den Krieg der Religionen und dieser gegen die Atheisten abzukühlen. Indem der Agnostiker sagt, "ich weiss es nicht und es interessiert mich nicht", entzieht er gläubigen Missionaren den Boden, reduziert sie aufs Private, wo dann ja jeder glauben mag, was er will. Es ist eine Art Konfliktverweigerung. Anderseits ist Gleichgültigkeit ohnehin schon ein sich verstärkendes Problem. Wie wär denn das, wenn der Levrat dem Mörgeli sagte, er wisse nicht, ob es viele Sozialhilfemissbräuche durch Migranten gebe und es interessiere ihn auch nicht?
Pia
Mitglied
#30 ° Gesendet: 18.11.2009 16:12
Lehm:
Wie wär denn das, wenn der Levrat dem Mörgeli sagte, er wisse nicht, ob es viele Sozialhilfemissbräuche durch Migranten gebe und es interessiere ihn auch nicht?

Das mit Missbrauch kann man herausfinden, das mit Gott nicht definitiv. Daher verstehe ich deinen Vergleich und deine Frage nicht ganz.
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