Lorena-Jane:
jöö, wegen 2 Tage Zivildienst leisten müssen, muss man gleich einen Thread eröffnen? ist ja knuffig...
Gratuliere, du schlägst sehr typisch in die sich-darüber-lustig-machen Kerbe, wenn ein Mann sich über Benachteiligungen beklagt. Bravo, schon mal eine äusserst unqualifizierte erste Reaktion, die du besser für dich behalten hättest.
Lorena-Jane:
@insomniac: Es ist leider Gottes tatsächlich so, dass Frau als Juristin in der Schweiz weniger verdient als ihr männlicher Kollege (gleich langes und hartes Studium, nicht dass Frau Kunst oder so studiert hat, oder wie hast du das gleich nochmal genannt, Dinge,die ihrer Neigung entsprechen, keine richtigen Wissenschaften wie Mathe etc. oder wie Tab es nennt, Frauen studieren Fächer, die Spass machen, ja genau, Frauen leben nach dem Neigungs- und Spassprinzip und Männer nach dem Karriereprinzip...LOL), der dieselbe Position innehat.
Dass Frauen öfters geisteswissenschaftliche Fächer studieren als Männer und Männer umgekehrt weitaus öfters technische Studienrichtungen (Ingenieurstudiengänge) wählen ist Tatsache. Und dass Letztere eher auf einen bestimmten Beruf abzielen als Erstere ebenso. Und bei Phil I Studiengängen sind die Berufsaussichten und Karrieremöglichkeiten nunmals beschränkter.
Zu deinen 20-25% Lohnnachteil der Frauen: Dabei handelt es sich um die reine Lohnsumme auf 100% hochgerechnet. Das wird von den Medien nur leider so praktisch nie erwähnt oder völlig vermischt mit dem üblichen Klagelied der benachteiligten Frauen. Die effektive "Diskriminierung", die man sich nicht anhand Ausbildungs- oder Lebenslaufunterschiede erklären kann, beträgt meines Wissens 8% (dummerweise fehlen mir bei meinen Behauptungen oft Quellen, bin mir aber ziemlich sicher, das in einem Kassensturzbeitrag vom Juli 2008 zum Thema vernommen zu haben). Und diese kann man sich widerum weitgehend damit erklären, dass Männer z.B. mehr Überstunden leisten, eher bereit sind die Stelle für einen höheren Lohn zu wechseln etc. Eine zugegebenermassen einschlägige Übersicht dazu im Folgenden:
http://wikimannia.org/index.php?title=LohndiskriminierungEs mag zwar entgegen aller Rationalität sein, dass der ein oder andere Personalchef aufgrund persönlicher Ansichten Frauen schlechter entlöhnt. Nur ist dies wohl nicht der Normalfall und zudem offiziell illegal also gerechtlich anfechtbar. Da finde ich die hochoffiziellen sehr realen 3% Wehrpflichtersatz der Männer allemal die schwerer wiegende Ungerechtigkeit.
Lorena-Jane:
Es gibt weder eine Rechtfertigung dafür, dass Frauen nicht militärdienstpflichtig sind, noch dass Frauen 20-25% weniger Lohn verdienen. Beides ist verfassungswidrig.
Falsch. Du als Juristin solltest das besser wissen. Wenn Frau weniger verdient bei gleicher Arbeit wie Mann, kommt Paragraph 8 BV zum Zug. Wenn Mann zwangsdienen soll, wird genannter Paragraph durch Paragraph 59 BV ausgehebelt gemäss "lex specialis"-Grundsatz. Ist daher nicht "verfassungswidrig" in dem Sinne, auch wenn es das natürlich sein sollte. Sogar das Bundesgericht hat 2002 eine Klage eines Mannes, der keinen Wehrpflichtersatz zahlen wollte, mit dieser exakt dieser Begründung abgewimmelt. Ist somit alles verfasssungskonform und das ist ja das Traurige dran.
Lorena-Jane:
Indem du nach irgendwelchen Gründen dafür suchst (die dazu noch fern jeglicher Realität sind) verfällst du in dasselbe Muster wie deine Gegnerinnen - Feministinnen, die die Ungleichbehandlung des Mannes befürworten.
Mir geht es in erster Linie darum, auf Benachteiligungen von Männern hinzuweisen. Und da kommt man leider kaum darum herum, hin und wieder mal ZURECHT die Benachteiligungen der Frauen zu relativieren, denn sonst kommt das exemplarische "Jöö, wie knuffig, das ist doch alles nichts gegen die abgrundtiefen Ungerechtigkeiten, die uns Frauen widerfahren" als Argument im Stil von mann soll doch die Klappe halten.
Lorena-Jane:
Wenn ich dir einen Tipp geben darf: beende dein Studium und suche dir eine Stelle, die dich erfüllt. Dann wirst du dir auch keine Gedanken mehr darüber machen müssen, ob du jetzt 2 Tage Zivildienst leisten musst und andere nicht. Meinst du, ich rege mich tagtäglich darüber auf, dass ich weniger verdiene als andere, die denselben Job machen? Die Welt ist voll von Ungerechtigkeiten. Und die Ungerechtigkeit liegt immer im Auge des Betrachters. Die Frage ist, wie man damit umgeht...
Mit diesem letzten Abschnitt geb ich dir ein klein bisschen Recht. Ich sehe zwar nicht, was falsch daran sein soll, auf eine offensichtliche Ungerechtigkeit aufmerksam zu machen. Wenn das so wäre, dass man nur über Existenzielles Debatte halten dürfe, müsste ja die gesamte westliche Welt politisch weitgehend erstummen und ihr Juristen hättet wohl auch keine Arbeit mehr, wenn es nicht Leute gäbe die auch mal aus Gerechtigkeitssinn ihr Anrecht auf etwas durchsetzen wollen.
Wo du Recht hast ist, dass es mich unverhältnismässig ärgert. Weshalb bin ich mir auch nicht ganz sicher. Aber anders gesehen gibt es ja auch viele Leute, die sich über alle Massen über deutsche Arbeitnehmer in der Schweiz, Managerlöhne oder Peer Steinbrück aufregen können und das sind z.B. alles Themen die mich eher kalt lassen aber für die sich andere Leute nicht rechtfertigen müssen, wenn sie sich darüber aufregen.