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Dorfplatz Diskussionsforum Politik / Dorfplatz /

Sparen im Gesundheitswesen wird verhindert auf Kosten der Patienten

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Neutro
Mitglied
#11 ° Gesendet: 11.11.2007 22:10
Also dass die Kosten im Gesundheitswesen gesamthaft gesenkt werden könnten, da sind wir uns einig. Aber die Vergabe von sogenannten Sekundärfahrten (Transport eines Patienten von einem Leistungserbringer zum andern) an private Krankentransport-Dienste mit Personal ohne medizinischer Ausbildung (gemäss Link ja häufig nicht notwendig) ist aus meiner Sicht der falsche Weg. Denn schliesslich braucht es am neuen Zielort ja auch weiterhin fachgerechte Betreuung. Also besteht grundsätzlich ein gesundheitliches Problem.

Was aus meiner Sicht mehr bringen würde, sind angepasste Tarife im Rettungswesen und mehr Kommunikation. Leider geht das Denken häufig nicht über die Kantons- bzw. Bezirksgrenzen hinaus und die örtlichen Ressourcen werden dadurch nicht optimal eingesetzt.
Xeno
Mitglied
#12 ° Gesendet: 11.11.2007 22:19
@Idefyx

Du weißt wahrscheinlich auch nicht, dass bereits über vierzig Prozent aller in der Schweiz wohnhaften Personen ihre Krankenkassenprämien nicht mehr bezahlen können.

Das hat zwar nichts mit Deinem hochgelobten privaten Fahrdienst zu tun, aber ich informiere Dich, dass, wer die Krankenkassenprämien nicht bezahlen kann, ein Recht auf Subventionierung derselben (Verbilligung oder sogar Erlass) hat. Das ist ein RECHT, diese Beiträge sind keine Almosen oder so. Antragsformulare gibt's beim Wohnkanton.

Zur Sache hat gumbyman das Wesentliche gesagt.

X.
Idefyx
Mitglied
#13 ° Gesendet: 11.11.2007 22:55 ° Bearbeitet von: Idefyx
Neutro

Ich darf dich doch sehr bitten, den Text richtig zu lesen. Da steht nichts von keinem Fachpersonal. Sondern, < Beispielsweise ist es bei kurzen Transportwegen manchmal nicht notwendig, dass die Zweitperson auch medizinisch ausgebildet ist.> Das heisst doch, dass immer mindestens eine Fachperson an Bord ist. Bei Fahrten über längere Strecken sind immer zwei Fachkräfte an Bord.

Auch handelt es sich bei den genanten Fahrten nicht um Rettungseinsätze sondern um Sekundärfahrten mit transportstabilen Patienten.

Auch dich Xeno bitte ich den Text richtig zu lesen. Denn dann wüstest du, das auch die Krankenkassen sparen könnten. Es handelt sich auch nicht um einen von mir hochgelobten Betrieb sondern einzig und alleine um eine echte Sparalternative von der alle profitieren könnten. Es hat also auch nichts damit zu tun wer wem die Prämien zahlt sondern nur damit, das auch die Krankenkassen sparen könnten. Wenn die staatlichen Anbieter nicht gewillt sind zu Sparen müssen halt Private in die Bresche springen, ganz nach dem Motto;
Jeder Mensch ist verpflichtet im Rahmen seiner Möglichkeiten zum besseren beizutragen.
Das ist soviel ich weiss auch eine Form von Eigenverantwortung, die so häufig von verschiedenen Seiten gefordert wird.
Neutro
Mitglied
#14 ° Gesendet: 11.11.2007 23:36 ° Bearbeitet von: Neutro
Idefyx

Also ich hab den Text nochmals gelesen und sehe da: "....ist es bei kurzen Transportwegen häufig nicht notwendig, dass die Begleitperson auch medizinisch ausgebildet ist".... Unter "Begleitperson" verstehe ich jene Person, welche den Patienten begleitet. Das andere Teammitglied lenkt das Fahrzeug ;-)

Wenn Du daraus gelesen hast, dass die ZWEITE Person keine medizinische Grundausbildung haben muss, dann gebe ich Dir teilweise recht. Es müssten jedoch Grundkenntnisse über Material und Bereitstellung dessen vorhanden sein.

Generell muss ich festhalten, dass die Teamzusammenstellung jeweils der Situation angepasst werden sollte. Dies ist jedoch schwierig zu planen. Aber zumindest eine Fachperson sollte "an Bord" sein.
felixkohl
Mitglied
#15 ° Gesendet: 12.11.2007 01:27
zu Idefix' Aussagen:

1. der beworbene private Rettungsdienst hat eine gute Geschäftsidee und bewirbt die angebotene Leistung auch gut.

2. In der Tat werden Patienten viel hin- und hergefahren zum Bsp. für eine Röntgenuntersuchung, Therapiestunde, für Laborzwecke usw. Das sind alles keine Notfälle. Geplant müssen die Transporte sowieso werden, da die kontaktieren Stellen im Hauptspital oder den Aussenstationen ebenfalls einen Zeitplan einhalten müssen.

3. Logistisch ist so ein Einsatz dank Inf.Techn. längst kein Problem mehr.

4. Das Beispiel ist eines von vielen, wo gespart werden könnte - also nicht nur in den grossen strategischen Fragen, wie z.B. das Leistungen in allen Spitälern gleich abgegolten werden sollen, sondern auch in den kleinen operativen Modulen.

5. Ebenso legt das Beispiel den Verdacht nahe, dass bei der Verrechnung von Leistungen Unseriösität herrscht, Notfalleinsätze sind nicht das gleiche wie eine Routinefahrt oder -verlegung.

Schliesslich klopfen sich zu diesem Jahresende alle auf die Schulter, weil ausnahmsweise die Kopfprämien wenig gestiegen sind.

@Xeno

...die Krankenkassenprämien nicht bezahlen kann, ein Recht auf Subventionierung derselben (Verbilligung oder sogar Erlass) hat..

was mit ein Grund wäre, diesen Trend zu bremsen, wenngleich dieser nicht mehr rückgängig zu machen ist.
Subventionen sollen ein Notfallpflaster sein - niemals System
Idefyx
Mitglied
#16 ° Gesendet: 12.11.2007 11:16
felixkohl

Es handelt sich bei diesem Betrieb nicht um einen Rettungsdienst sondern um einen reinen Krankenfahrdienst.

Xeno

Ich gehe davon aus, dass auch die nicht Medizinisch ausgebildete Zweitperson Kenntnis hat über die Handhabung und Vorbereitung der Erforderlichen Gerätschaften. Dabei handelt es sich mehrheitlich um Technische und nicht Medizinische Probleme. Zudem denke ich, dass es im Interesse des Betriebes liegt, dass er einen der Situation entsprechend guten Service bietet.

Da es sich wie erwähnt um Planbare Fahrten handelt, können die Häuser früh genug die gewünschten oder erforderlichen Fachpersonen auch via Anmeldeformular auf der Internetseite bestellen. Auf dem Anmeldeformular kann jede ixbeliebige Fachkraft angekreuzt werden, die allenfalls gebraucht wird.
Somit ist doch gewährleistet, dass immer das Nötige und Richtige Personal an Bord ist.
Xeno
Mitglied
#17 ° Gesendet: 12.11.2007 19:38 ° Bearbeitet von: Xeno
@felixkohl

Deine Bemerkung bezüglich Subventionierung der Krankenkassenprämien für Einkommensschwache und Vermögenslose trifft den Kern des Problems in keiner Weise (ich sage es gerade Dir ungern, da Du in der Regel fundiert argumentierst). Diese Subventionierung ist einzig eine Folge der unglaublichen Tatsache, dass in der Schweiz, als einzigem europäischem Land, die Krankenkassenprämien nicht an die Einkommens- und Vermögensverhältnisse gekoppelt sind, sondern in der besonders unsozialen Form von Kopfprämien erhoben werden. Weil natürlich die wirtschaftlich Schwächeren diese Kopfprämien gar nicht bezahlen können, zahlt ihnen der Steuerzahler einen Teil davon oder sogar alles. Bereits ein Drittel aller Einwohner bekommt diese Subvention. Was ist das Resultat? Genau: Auch in der Schweiz sind Krankenkassenprämien im Ergebnis vom Einkommen und Vermögen abhängig, freilich in der Form eines hochkomplizierten Subventionssystems (gar noch umgesetzt von 26 Kantonen). Die überwältigende Mehrheit der Schweizer Stimmbürger hält dieses Verfahren aber für der Weisheit letzten Schluss und bekräftigt diese Meinung etwa alle 3 Jahre an der Urne.

Und so sind denn auch alle glücklich und zufrieden mit dem Schweizer Krankenversicherungswesen.

X.

P.S.: Wer einen leicht ironischen Unterton zu hören glaubt, braucht noch kein Hörgerät. Wer ihn nicht hört, kann zum Akkustiker seiner Wahl und sich das Gerät auf Kosten der Krankenkasse verschreiben lassen. *duckundrenn*
gion
Mitglied
#18 ° Gesendet: 12.11.2007 20:38
@ Xeno
Deine Argumentation greift zu kurz.
Eine Finanzierung über Lohnprozente würde die Lohnnebenkosten steigern und die Schweiz weniger wettbewerbsfähig machen. Das heutige System ist allemal besser als all die Umverteilungsvorlagen, die wir in den letzten Jahren vorgesetzt erhielten.
Idefyx
Mitglied
#19 ° Gesendet: 12.11.2007 20:45
Xeno

Nachdem auch das geklärt ist, und sichergestellt ist, dass auch das richtige Personal auf den Transporten mitfährt, würde ich eigentlich gerne über die Sache an sich diskutieren ehe wir noch alle Radmuttern und Schrauben einzeln hinterfragen.

Also hier die einfache Frage:
Ist es richtig, dass die Behörden die Institutionen und die Presse eine solche Spardienstleistung, die eigentlich zum Wohle aller betroffenen Tätig ist, Totschweigen, Ignorieren, gar Bekämpfen und dem Volk so vorenthalten?

Ich hoffe, dass es in diesem Forum auch Menschen gibt die sich an eine Frage halten und eine eigene Meinung haben. Es geht hier nicht um Recht zu haben sondern endlich den vielen Worten bezüglich Sparen im Gesundheitswesen, Taten folgen zu lassen.
Idefyx
Mitglied
#20 ° Gesendet: 13.11.2007 17:56 ° Bearbeitet von: Idefyx
Die Schweiz gehört zu den Ländern mit den Höchsten Gesundheitsausgaben.

Der vierte Platz weltweit müsste doch zu denken geben.

Deshalb muss etwas geschehen! Wen die Politik dazu nicht im Stande ist, müssen wir es selber in die Hände nehmen.

Die Gefahr der Zweiklassen Medizin wird immer grösser.
Interessiert das wirklich keinen?
http://www.zisch.ch/navigation/top_main_nav/nachrichten/national/detai l.htm?client_request_className=SdaNewsItem&client_request_contentOID=2 55573
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