Forenübersicht ° Suchen ° Statistik °

Schweizer Schlagzeilen Diskussionsforum Politik / Schweizer Schlagzeilen /

Genmoratorium

 Seite:  1  2  3  »» 
hatsch
Mitglied
#1 ° Gesendet: 06.11.2005 19:51
Ab 27. November müssen wir uns der Frage stellen, ob wir in der Schweiz eine 5 jährige Pause gönnen, um in der Landwirtschaft zu klären, ob dort gentech-Pflanzen angebaut werden sollen. Die meisten Bauern sehen einem Gentech-Anbau skeptisch entgegen, ahben viele kapiert, dass sie in Zukunft in Europa nur Export-chancen haben, wenn sie gentechfrei produzieren.

Die Konsumenten wollen auch zum grössten Teil keine Gentech-Produkte essen. Fragt sich da nur noch, wer den überhaupt wirklich dafür ist.
Einzig gross profitieren von einer kommerziellen Verbreitung von Gentechpflanzen sind einige wenige Grosskonzerne.

Die lächerlich die Argumentation der Gentech-Befürworter ist, zeigt auch folgende Website:

http://www.gen-moratorium-nein.ch
[url=www.gen-moratorium-nein.ch]www.gen-moratorium-nein.ch[/url]

Schreibt doch einfach mal hier auf, was ihr zum Thema meint!
driv3r
Mitglied
#2 ° Gesendet: 07.11.2005 00:10
Die ökonomische frage ist, ob ein landwirtschaftsbetrieb in zukunft ohne gentech auskommen kann. Einerseits wird es vielleicht eine nachfrage nach gentechfreien nahrungsmitteln geben; andererseits sind vielleicht ertrag und qualität von gentechprodukten bei gleichen oder kleineren kosten höher; es macht wohl wenig sinn, dies politisch lösen zu wollen; ich denke der markt wird hier relativ schnell zeigen, ob gentech erwünscht ist oder nicht.

Die ökologische frage ist, was gentech-pflanzen alles für vorteile bringen. Was zum beispiel ist ökologisch sinnvoller: Eine pflanze anzubauen, welche gegen einen schädling immun gemacht wurde, oder eine schutzlose pflanze per chemiegift-keule zu schützen, wobei dann auch sämtliche anderen lebewesen in deren umgebung draufgehen?

Zu einer sozialen frage wird gentech, wenn es erwiesen wird, dass damit mehr menschen ernährt werden können als mit konventionellem anbau.

Ein bisschen erinnert mich die diskussion um gentech an diejenige über atomkraft; es wird viel panik verbreitet; das mangelhafte verständnis der physikalischen bzw. biologischen vorgänge schürt angst und ablehnungshaltungen, die angst vor veränderung ist allgegenwärtig.

Ich vermute es bringt nichts, den unausweichlichen entdecker- und fortschrittsdrang des menschen staatlich behindern zu wollen; wenn wir es nicht tun dann tuts eben ein anderer, und wenn er erfolg hat stehen wir wirtschaftlich nur noch schlechter da. Ich bin gespannt was andere dazu meinen.
Shadowlord
Mitglied
#3 ° Gesendet: 08.11.2005 00:12
Ich finde das ganze ein ziemlich heikles Thema. Wenn das Moratorium wirklich ne Gelegenheit wäre um mal darüber nachzudenken, wär das an sich nicht schlechtes. Aber erstens werden weder die Gentechgegner noch die Befürworter in dieser Zeit weiter darüber nachdenken, noch wird der Rest der Welt auch eine Pause einlegen um zu überlegen was er da wirklich tut. Ich bin normalerweise nicht so, aber in diesem Fall werden wir uns unweigerlich mit dem genmanipulierten Zeug auseinandersetzen müssen. Und da ich kaum davon ausgehen kann, dass ich einen weltweiten Marschhalt bei der Gentechnik fordern kann, ist es mir wahrscheinlich lieber wenn in unserem eigenen Land die Grundlagen erarbeitet werden. Es sei denn jemand beweist mir, dass wir mit dem Moratorium Konzerne wie Monsanto und Co. dazu bringen über ihr tun nachzudenken. ( Ist wohl ziemlich unrealistisch !)
erdnanu
Mitglied
#4 ° Gesendet: 09.11.2005 08:53
Die Schweiz hat schon jetzt das strengste Gentechnik-Gesetz. Einmal mehr will man sich nun mit einer unnötigen Verbotsinitiative Chancen verbauen und Arbeitsplätze ins Ausland verdrängen.
Stand heute ist die Schweiz in der Pflanzenforschung führend. Bei einer Annahme der linken Verbotsinitative wird dieser Fortschungszweig ins Ausland abwandern. In der Schweiz ist es nicht mehr lustig, weil alles verboten wird.
matthias
Mitglied
#5 ° Gesendet: 10.11.2005 16:00
Das Gentech die Lebensmittelindustrie früher oder später einholen wird ist ohne jeden Zweifel. Es befinden sich bereits heute Lebensmittel mit geringem Anteil in den Produkten die auch nicht deklariert sind.

Und noch was wo keine Nachfrage ist gibt es auch keine Produktion.
Logisch oder nicht?

Die Gefahr der Abwanderung der Arbeitsplätze sehe ich auch so, wenn wir hier nicht aktiv mitmachen und unser Wissen einbringen dann werden die Arbeitsplätze abwandern.

Auch dies ist Logisch!

Die Wirtschaft agiert nach dem Verstand dem Nutzen und nicht nach dem Herz und dem es wäre schön wenn doch ....
lukas1
Mitglied
#6 ° Gesendet: 11.11.2005 07:13 ° Bearbeitet von: lukas1
Ich unterstütze das Gentech-Moratorium voll und ganz. Die absehbaren Folgen, welche die Gentechnologie mit sich bringen kann, sowohl auf Mensch und auf Umwelt, das Aussterben aller nicht gentech-Pflanzen, der Wille des Konsumenten und des Bauern, dies alles sind Gründe, weshalb ich für ein Ja kämpfe. Die JSVP Be hat hierzu schon ein Zeichen gesetzt und beschloss mit überwältigendem Mehr das Ja. Leider folgte die JSVP CH dieser Empfehlung nicht. Auch von der Mutterpartei erfahren wir keine Unterstützung. Aber das ist egal!
ALS PATRIOT SOLLTE MAN AUCH DIE NATUR DES EIGENEN LANDES SCHÜTZEN!
GENTECH IST NICHTS ANDERES ALS GOTT SPIELEN!
WANN LERNT DER MENSCH, DASS ER SICH IN DIE NATUR NICHT EINZUMISCHEN HAT?
ES KAM NOCH NIE GUT!!!!
Deswegen Ja zum Gentech-Moratorium!
(Weiteres Argumentarium auf www.lukas-lanzrein.ch.vu)
Shadowlord
Mitglied
#7 ° Gesendet: 12.11.2005 00:41
Nun ja, die gentechnisch veränderten Pflanzen, bzw deren Pollen haben sich noch nie für Grenzen interessiert, mein lieber Patriot. Hier würde nur ein europäischer Beschluss wirklich zu was beitragen. Ein einseitiges Verbot ist wahrscheinlich so ziemlich das nutzloseste was wir tun können.
feusl
Mitglied
#8 ° Gesendet: 15.11.2005 08:29
Wer sich die Argumentation (und die Befürworter der Initiative) genau anschaut, merkt, das es sich entweder um ideologische (meist zur Linken) oder um religiös-konservative Argumentatsionsweise (zur rechten, z.B. JSVP, Beitrag von Lukas1) handelt. Das grundsätzliche Argument, man müsse das Moratorium befürworten, weil die Konsumentinnen und Konsumenten GVP nicht wollten, solche Lebensmitel aber kauften, wenn sie angeboten würden bezeugt eine Haltung die mir gar nicht behagt. So argumentiert nur, wer die Menschen grundsätzlich für unmündig hält und sie vor sich selber schtzen will. Dieses Menschenbild scheint mir äusserst gefährlich.

Mehr zu einer ordnungspolitischen Sichtweise darauf (ich erlaube mir den Link zu setzen) im Ordnungspolitischen Blog.
vollmi
Mitglied
#9 ° Gesendet: 15.11.2005 09:16
DieGenetiker werden sogar darauf bedacht sein das sich die Pollen nicht einfachso ausbreiten und sich die Pflanzen frei vermehren. Sonnst könnten sie ja nur einmal Geld für den Samen verlangen und danach züchtet der Bauer frischfröhlich weiter.

Desweiteren haben die Schweizer Bauern trotz allem noch die möglichkeit ohne Gentechnik weiterzuleben. Einen Markt für Genfreie Produkte wird es weiterhin geben. Nicht jeder will Genetisch veränderte Produkte kaufen.
Unsere Bauern könnten diesen Markt sicher befriedigen.

Genetik ist ausserdem nicht viel anders als was unsere Züchter schon vor hunderten von Jahren machten nur natürlich viel moderner und Zielgerichteter.
Früher hat man versucht möglichst wiederstandsfähige Pflanzen zu züchten indem man sich der immerwieder vorkommenden Abarten bedient hat. Heute wartet man nicht bis zufällig eine Abart wächst sonnder sorgt selbst dafür das eine Abart wächst. Man hilft dem Zufall auf die Sprünge.

Die Menschliche Entwicklung war schon immer mit Risiken verbunden. Wir sind aber immernoch hier.
Shadowlord
Mitglied
#10 ° Gesendet: 16.11.2005 00:26
Vielleicht verdrängt aber der Samen des Genetiker auch die natürlichen Pflanzen.... Schau ich weiss auch nicht so genau was wirklich passiert und das wird dir auch niemand wirklich beantworten können. Ein einseitiges Moratorium hilft da wirklich nichts.
Ja, wir müssen weiter entwickeln, ja Genetik ist die sicher nichts absolut neues, ABER nein wir müssen nicht jedes Risiko eingehen. Und wenn ein Konzern sich seiner Sache sicher ist, muss er doch auch für die Risiken seines Produkt geradestehen, oder nicht ?
 Seite:  1  2  3  »» 
 

Foren

Themen

Weiterempfehlen

Werbung

Anmelden

oder kostenlos registrieren

Jetzt online

Jetzt online: Gäste - 3
Registrierte Gäste - 0
Online Rekord: 33 [15.08.2008 15:34]
Gäste - 30 / Registrierte Gäste - 3

Das Forum ist CO2-neutral

Facebook