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Schweizer Schlagzeilen Diskussionsforum Politik / Schweizer Schlagzeilen /

Bundesrat Blocher auf einem Auge Blind

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Georg Meier
Mitglied
#1 ° Gesendet: 05.11.2005 13:50 ° Bearbeitet von: Georg Meier
Bundesrat Blochers Aussage, die beste Kuh im Stall habe nicht etwa vier Beine, sondern vier Räder, ist gut.
Nur, während der Bauer sich für seinen Kuhmist verantwortet, verteilt der Autofahrer ungestraft seine Auto-Abgase in der ganzen Schweiz, ohne dafür einen Rappen zu bezahlen.

Der Bauer bezahlt für das Futter und Haltung, verteilt aber kaum ungestraft seine Gülle im öffentlichen Raum.
Die Autofahrer bezahlen zwar fürs Benzin und Unterhalt, mit ihren Abgasen verpesten sie aber ungestraft Luft und Land.

Ist das nun etwa moralistisch? Nein, eher ein rechtliches Problem.
Wer bezahlt den entstandenen Schaden?
Justzminister Blocher ist nicht nur ein schlechter Jurist, er wendet sich auch gegen das grundlegende ökonomische Prinzip, dass wer einen Schaden verursacht dafür auch bezahlen muss.

Seriöse Politik fördert sauberes Autofahren; für eine saubere und gesunde Schweiz.
Bundesrat Blocher aber fördert die Vetternwirtschaft und verkauft die Schweiz unter der Maske des Patriotismus den Ölmagnaten.
Shadowlord
Mitglied
#2 ° Gesendet: 06.11.2005 16:16
Grundsätzlich hast du mit dem ersten Teil durchaus recht. Aber dein letzter Satz gibt mir zu denken. Auch wenn ich kein Fan von Blocher bin, greifst du mit solchen pauschalen Formulierungen in die tiefste Schublade, und das ist doch eigentlich das Spezialgebiet von Herr Blocher. Ansonsten kann ich dir nur beipflichent. Ist doch ziemlich bedenklich wenn in der Stadt Zürich das Laub gereinigt werden muss, bevor es weiter verwertet werden kann !
Georg Meier
Mitglied
#3 ° Gesendet: 06.11.2005 18:02
Gebe Dir völlig recht – habe insgeheim auch Mühe mit den letzten drei Zeilen; ist ja nur ein Beispiel (nicht sehr brilliant zwar), wie man mit denselben bisher "bürgerlich-konservativ" besetzten, populistischen Schlagworten, korrekte Politik propagieren kann.
Um neue Wähleranteile zu erschliessen zum Beispiel... Naja, politics & propoganda, … it's a dirty business.
driv3r
Mitglied
#4 ° Gesendet: 06.11.2005 23:22 ° Bearbeitet von: driv3r
also zu deinem beitrag sind noch einige ergänzungen notwendig...erstens mal ist es ja nicht so, dass der bauer für seine wohl- und untaten bezahlt; die landwirtschaft ist ein staatlich hochsubventioniertes gebilde, und geradestehen dafür muss in erster linie mal das volk und nicht der bauer (stichwort nahrungsmittelvernichtung).

Zweitens ist die landwirtschaft ein denkbar schlechtes beispiel, um die kosten des motorfahrzeugverkehrs anzuprangern: Sie verursacht nämlich unter anderem ziemlich umfangreiche emissionen von treibhausgasen (ja, auch kühe produzieren enorme mengen an treibgasen, obwohl sie keine räder haben!) und viele andere, direkt messbare schädigungen der umwelt (als beispiel seien hier die schädigungen des grundwassers und der gewässer durch künstliche düngung gennant).

Drittens verursacht jeder traktor ungefähr 5mal soviele abgase und luftverunreinigungen wie ein ausgewachsener geländewagen, über welche in grünen kreisen so gerne hergezogen wird; aus mit unerklärlichen gründen wird den bauern nicht nur der sprit praktisch geschenkt, sondern sie sind auch von allen möglichen vorschriften bezüglich abgas- und motortechnik ausgenommen, so dass sie mit ihren dreckschleudern praktisch nach belieben wüten können, während der normale automobilist mit seinem modernen, sauberen fahrzeug vom staat schikaniert wird.

Die bauern (zumindest die in der schweiz) würde ich also ganz zu ende erwähnen, wenn es um umweltverträglichkeit und eigenverantwortung geht.
Georg Meier
Mitglied
#5 ° Gesendet: 08.11.2005 21:56 ° Bearbeitet von: Georg Meier
Also moment mal – Erstens hat Blocher den Vergleich von Kühen und Autos gemacht und nicht ich.

Zweitens – wenn ich deiner Argumentation und Logik der Nicht-Vernunft folge – ist der menschliche Körper ebenso ein Umweltproblem, da auch er Treibhausgase produziert. Die einseitige Fokussierung von bürgerlichen Politikern auf Treibhausgase ist gezielt, um von den unmittelbareren Schadstoffen abzulenken.

Drittens ist gibt es X-mal mehr Geländewagen und Personenwagen, als Traktoren. Wenn du also Gesamtmengen mit Teilmengen vergleichst, dann, um, wider besseres Wissen Verwirrung zu stiften (das wird langsam zur bürgerlichen Haupt-Tugend.)

Viertens ist Deine Behauptung, dass heute saubere Fahrzeuge (also ohne giftigen Abgasausstoss) den Hauptanteil auf den Strassen ausmachen – eine glatte Lüge (Hat man Ihnen Die Lunge und die Nase amputiert? Wohl eher das Gehirn.).

Fünftens: Ja, die Subventionierung Landwirtschaftsbetrieben muss sinnvoll reformiert werden. Ein einseitges Streichprogramm aber zerstört sinnlos Werte. Der Wert von Bauernbetrieben muss von allen Aspekten her analysiert werden. Zum einen ist monetär zu analysieren was allgemeines Kulturgut ist, was touristisch wichtige Landschaftsbilder und was Erholungsräume sind, die massgeblich zur vielgerühmten Attraktivität unseres Landes beitragen. Diese Ressourcen sind zu bewerten, bevor im Namen eines rein quantitativen (nur kurzfristigen) Wachstums, Werte für immer zerstört und billig verramscht werden.
erdnanu
Mitglied
#6 ° Gesendet: 09.11.2005 09:08
Da sieht man in welche Richtung der Zug bzw. die Autos abfahren, wenn Blocher Verkehrsminister würde. Hoffentlich hält Leuenberger noch einige Jahrzehnte durch.

Das Autos die Umwelt verpesten trifft zu. Deshalb sollte es uns endlich gelingen, den öffentlichen Verkehr zu verbilligen und das Autofahren zu verteuern. Der Famileinausflug im Auto ist halt immer noch günstiger und bequemer als die Ausfahrt mit dem Zug.
driv3r
Mitglied
#7 ° Gesendet: 10.11.2005 00:36
[quote]Die einseitige Fokussierung von bürgerlichen Politikern auf Treibhausgase ist gezielt, um von den unmittelbareren Schadstoffen abzulenken.[/quote]

Machen Sie sich doch nicht lächerlich. Das ganze theater mit den "treibhausgasen" ist nun wirklich nicht auf dem mist der bürgerlichen gewachsen.

Und es ist eine tatsache, dass die meisten organismen "treibhausgase " produzieren, im falle der kühe sind das übrigens enorme mengen. Ich will damit auch nur illustrieren dass diese "treibhausgase", welche derzeit so verteufelt und für alles üble verantwortlich gemacht werden, unsere umwelt seit der entstehung von höheren lebensformen begleiten und die sachverhalte vielleicht doch nicht so einfach sind wie von so manchem öko-fundamentalisten gepredigt wird ("co2 = vom teufel").

Und ja, die fahrzeuge in der schweiz, insbesondere die personenwagen, sind im internationalen vergleich wohl vergleichslos sauber, bedingt durch vorschriften bezügl. abgasen, katalysator, verbreitung von partikelfiltern usw., aber auch durch grosse fortschritte in der motoren-, einspritzungs- und verbrennungstechnik sowie abgasnachbehandlung.

Es wirkt geradezu grotesk, wenn hierzulande der bürger diesbezüglich immer noch stärker schikaniert wird, während ein paar hundert kilometer östlich die elektrische stromversorgung im grossen stil mit ÖL- oder KOHLEKRAFTWERKEN besorgt wird, wobei allein ein paar wenige dieser kraftwerke täglich soviel (z.T. ungefilterte) abgase in die luft blasen wie der gesamte motorverkehr in der schweiz pro jahr erzeugt.

Dort müsste man ansetzen, wollte man sich wirklich für nachhaltigen umweltschutz einsetzen. Aber wirklich die hände schmutzig machen will sich von diesen pseudogrünen ja sowieso keiner, da wird lieber gejammert und bürokratische verhinderungspolitik betrieben, was schlussendlich der umwelt nichts nützt und voll zu lasten der gesellschaftlichen wohlfahrt geht.
buchi
Mitglied
#8 ° Gesendet: 10.11.2005 08:25
Die Autofahrer zahlen, unterhalten und sanieren nicht einmal alle Strassen selber: http://www.buchiblog.kulturattentat.ch
Shadowlord
Mitglied
#9 ° Gesendet: 12.11.2005 00:53
Man muss durchaus kein Öko-Fundamentalist sein um sich den Problemen mit den Treibhausgasen und deren Auswirkung auf unser ökologisches System bewusst zu sein. Natürlich hat driv3r recht wenn er sagt dass es woanders wesentlich schlimmer zu und her geht als hier.
ABER:
a) Es ist immer einfacher den anderen die Schuld zu geben.
b) Unsere heutigen Autos sind alle dreckschleuder, die einten ein bisschen mehr die anderen halt weniger. Eine Ausnahme würden nur sogennante Null Emissions Fahrzeuge bieten.
c) Wenn wir gerade von was tun reden. Wenn ihr die Artikel zur Konferenz der erneuerbaren Energien verfolgt habt, ist es doch für die Schweiz beschämend wie wenig sie auf diesem Sektor unternimmt.
Chevy
Mitglied
#10 ° Gesendet: 17.11.2005 12:01
@buchi, der öv deckt nichtmal seine laufenden kosten und fährt gratis auf unseren Strassen (keine LSVA usw) geschweige den die Sekundärkosten die entstehen

Auf "allen" Strassen Fahren nicht nur autos sonder auch der öv, Velos da hats Fussgänger, spielende Kinder Fussgängerzonen etc.
Ihnen ist schon bewusst das es hier vor allem um Dorf und quartierstrassen geht die sich meisetens zum Autofahren nicht eignen (Tempo 20/30 usw). Also ist es auch gerechtfertigt das die Kosten von der allgemeinheit getragen werden, da auch leute ohne auto diese strassen benützen.
Die National und Kantonsstrassen sind im Gegenzug praktisch von den Autofahrern bezahlt, und da befinden sich ja auch nicht nur Autos, oder?

und um auf Ihren Vorschlag einzugehen, Wenn das ganze Strassennetz von den Treibstoffeinnahmen bezahlt wird (was gienge da jetzt bereits über 3Mia übrig sind im Strassenbaufond) Müsste auch der Bus seine Spuren selbst bezahlen, die SBB Bahnübergäge, Strassen unter und überführungen zu 100% selbst finazieren. Wie stellen sie sich das vor? der öv ist jetzt schon das Defizitärste was sich die Schweiz jehmals geleistet hat, und das für eine Minderheit.
Dann kommt noch dazu das auch der öv seine
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