Hanf-Schwuchtel Mitglied
#1 ° Gesendet: 09.05.2006 12:24 |
Guten Tag werte Gastrosuisse
Ich finde Ihre Kehrtwende in der Rauchfrage schwach und sehr unüberlegt.
Bitte antworten Sie mir auf folgende Fragen:
- Weshalb nennen Sie die 60 Prozent BefürworterInnen als Begründung, wenn doch die Mehrheit der 25- bis 45-Jährigen, der Leute also, die den Hauptumsatz in den Beizen machen, gegen eine Ausweitung der Verbote ist? Warum machen Sie keine eigene Umfrage, die nach Art und Häufigkeit der Restaurantbesuche aufgeschlüsselt wird?
- In New York mussten bereits über 200 Clubs schliessen (ZDF), nicht weil die Raucher nicht mehr gekommen wären, sondern weil die Nachbarn den Lärm der vor der Tür Versammelten nicht aushielten. Aus Irland hört man Ähnliches. Wie, glauben Sie, wird das in der traditionell lärmintoleranten Schweiz ausgehen? Ist das Rauchverbot, so betrachtet, eine bewusst eingesetzte Massnahme zur Ausdünnung der Beizendichte? Das würde zur Politik Ihres Vereins, der immer die Grossen bevorzugte, passen.
- Weshalb setzt sich Gastrosuisse nicht für eine vernünftige Lösung ein, wie sie zum Beispiel in Spanien praktiziert wird? Dort steht es den Wirten in kleinen Lokalen (unter 100 m2, also meist nur ein Raum) frei, ob sie das Rauchen verbieten wollen, während die grösseren Lokale die Raucher zwingend in einem separaten Raum unterbringen müssen. Es gibt hierzulande unzählige Beizen, bei denen in Gastig und Personal ausnahmslos alle rauchen. Weshalb soll es solche Reservate nicht mehr geben? Wir Raucher stellen immerhin ein Drittel der erwachsenen Bevölkerung. Nimmt man die vielen "Nichtraucher" hinzu, die unter anderem in die Beizen gehen, weil sie dort bei den rauchenden Kumpels Zigis schnorren können - wovon jeder Raucher ein Lied singen kann -, und bedenkt man ferner, dass die konsumationsfreudigeren Raucher ohnehin immer den Hauptharst der Gastig ausmachen werden, dürften die Rauchenden in der klaren Mehrheit liegen.
- Weshalb argumentiert Ihr Verband bei der Forderung nach totalem Rauchverbot immer mit der Konkurrenzfähigkeit? Wenn das Bedürfnis nach rauchfreien Lokalen tatsächlich so gross wäre, müsste dann nicht die Rauchfreiheit ein starkes Wettbewerbsargument sein? Sie trauen da offenbar Ihrer eigenen Überzeugung nicht.
Ich bitte Sie also dringend um eine plausible Erklärung Ihrer Wetterwendigkeit und darum, die obigen Fragen konzis zu beantworten.
Und seien Sie gewiss: Wenn ich in den Beizen nicht mehr rauchen darf, sehe ich keinen Grund mehr, weiter die überteuerten Bierpreise zu bezahlen. Dann organisieren wir das privat, wie es in Irland schon gang und gäbe ist.
Ihre Hanf-Schwuchtel |