leonforte:
die alv ist keine umverteilungsmaschine, sondern eine versicherung, was viele linke übersehen.
Das würde ich bestreiten. Die ALV ist eine staatliche Sozialversicherung, und deshalb nicht einfach so mit einer privaten Versicherung gleichzusetzen. Bei Sozialversicherungen sind zwar die Leistungen beschränkt, gleichzeitig aber ist garantiert, dass grundsätzlich jeder, ob arm oder reich, gesund oder krank, leistungsfähig oder nicht, mindestens zu einem kleinen Teil versichert ist, ob er nun will oder nicht. Für diese Garantie - und nicht nur für die Leistung als solche - ist dann auch jedermann beitragsplichtig. Dabei soll(te) es nicht nur darum gehen, einfach sein eigenes Risiko zu decken, sondern bis zu einem gewissen Grad auch das Risiko der anderen. So lautet das Prinzip zumindest... Die ALV ist zwar nicht eine "Umverteilungsmaschine" par excellence wie die AHV und soll sie auch nicht sein, deshalb aber noch lange keine "reine Versicherung" wie das die Befürworter behaupten.
Allerdings bin ich auch der Meinung, dass es bei der bevorstehenden Abstimmung eigentlich nicht um eine Grundsatzreform über die Organisation und Funktionsweise der ALV geht. Ich sagte auch, es geht nicht um eine neue Steuer, um Progression. Aber da nunmal jeder Arbeitnehmer versichert ist, soll sich auch jeder an der Sanierung beteiligen, und das möglichst gleichmässig. Eine ungleiche Verteilung der Lasten, wie sie hier offenbar vorgesehen ist, die nur auf Mutmassungen und Annahmen beruht, lehne ich ab.
Klar profitieren Gutverdienende relativ betrachtet weniger von der ALV als Ärmere, und deshalb ist es grundsätzlich auch gerechtfertigt, dass sie relatv betrachtet weniger einzahlen. Aber ein bisschen Solidarität, ein bisschen Umverteilung kann man sich in einem reichen Land wie der Schweiz m.E. leisten...