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Schweizer Schlagzeilen Diskussionsforum Politik / Schweizer Schlagzeilen /

Schlafet ihr Kinder, schlafet..die Wölfe sitzen nicht im Minarett

 
felixkohl
Mitglied
#1 ° Gesendet: 29.07.2010 20:31
Währenddem sich Europa über einige Minarette und Köperschleier echauffiert, treiben die wirklich bösen Buben ihr übles Werk.

Ndrangheta und Mafia benutzen schon längst die Schweiz oder Deutschland für Geldwäsche und schädigen dabei nicht nur den Finanzplatz und die Reputation sondern richten die Zukunft des Mezzogiorno zu Boden und bereichern sich an jedwelche krummen Geschäfte im ital. Inland und Ausland.

Spannender Beitrag in der Rundschau
Kurzfilm (nachgetellt) und Interview mit M.Perler:

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=55e03814-bea8-4a04-8b0b-b65c358a 4922

http://www.videoportal.sf.tv/video?id=030e58ee-742e-4df6-bb48-6b55ee19 48d4
razzar
Mitglied
#2 ° Gesendet: 29.07.2010 22:21
Das waren mal die Hauptbösenjungs in Europa. Jetzt werdens halt immer mehr, andere und fanatischere. Weiss das jemand noch nicht? Aber lustiger Titel ;).
felixkohl
Mitglied
#3 ° Gesendet: 30.07.2010 18:02
@razzar

Hollywood hat wohl zu viel "Mafia-Romantik" produziert, denn viele Menschen in der Schweiz und Deutschland wollen das gar nicht wahrhaben.

Erstmals in Süditalien. Man versuche einmal ein Geschäft aufzuziehen ohne den "Pizzo" (Mafiasteuer) abzuliefern. Kaum möglich.

Waffenhandel, Prostitution und Drogen sind ein weiteres Übel.
Es wäre auch spannend zu wissen, wieviele Koksbirnen in Politik und Wirtschaft über unsere Köpfe hinweg entscheiden. Deutsche Journalisten fanden im Parlament erschreckend viele Spuren davon in den Toiletten (kann mich der älteren Quelle nicht mehr entsinnen).

Untersuchungsrichter werden sogar in Deutschland bedroht mit den netten Worten: "Sie sind sehr mutig", was indirekt was anderes heissen soll....

http://www.welt.de/politik/article1273104/Deutschland_fuer_die_Mafia_d as_gelobte_Land.html



Ausserdem fliesst kriminelles Geld in Wirtschaft und Liegenschaften, was letztlich über kurz oder lang uns allen schadet.
Zocker
Mitglied
#4 ° Gesendet: 30.07.2010 21:39
Ich frage mich schon welche Eigenschaft bei den Italienern dazu führt, dass die Mafia so gross und immer grösser wird. Oder was haben wir für Eigenschaften, die bei uns etwas ähnliches bis anhin verhindert haben?

Der Schweizer, der jede Machtkonzentration argwöhnisch beäugt, ist sicher eine gute Eigenschaft aber kein ausreichender Schutz vor mafiösen Strukturen.
felixkohl
Mitglied
#5 ° Gesendet: 31.07.2010 02:23
@Zocker

Ich denke, dass es hauptsächlich historische Gründe hat.
Die sizilianische Mafia soll ürsprünglich eher eine Widerstands- bzw. Unabhängigkeitsbewegung gewesen sein. Habe folgendes aus Wikip. geklaut:

Danach geriet Sizilien wieder unter die Kontrolle ausländischer Mächte. Aragon, Spanien, Savoyen und Österreich folgten aufeinander. Unter den spanischen Bourbonen kam Sizilien zum Königreich Neapel, das nach dem Wiener Kongress zum Königreich beider Sizilien wurde und Sizilien und Unteritalien umfasste, wobei die Hauptstadt jedoch Neapel blieb. Sizilien wurde von den jeweiligen Herrschern oft nachrangig behandelt und genoss keine besondere Aufmerksamkeit.

Mit der Vereinigung Italiens, die mit Garibaldis Invasion in Sizilien begann, kam Sizilien 1861 zu dem neuen Königreich Italien. Auch heute noch gehört Sizilien politisch zu Italien. Der neue Staat Italien hatte in seinen Anfangsjahren oft mit größeren Aufständen auf Sizilien zu kämpfen; die Regierungen beantworteten diese Rebellionen meist mit der Ausrufung des Kriegsrechts und dem Einsatz des Militärs.


Die Italiener und diversen Regionen taten sich schon seit jeher schwer mit dem Nationalstaat - im Gegensatz zu den anderen europ. Ländern. Parallelgesellschaften konnten sich leichter etablieren.

Die USA (re-)installierten übrigens wieder die Mafia in Süditalien als sie 1943 den Faschismus zurückdrängten.

Mafiaähnliche Organisationen, Tangentopoli (Vetternwirtschaft), korrupte und extrem karrieregeile Politiker sowie ein unsäglicher Zentralstaat mit fast planwirtschaftlichen Zügen, führt zu grossem Unmut und Verdrossenheit in der Bevölkerung, so dass den politischen Akteuren und dem Staat überhaupt, die Autorität abgesprochen wird und der zivile Gehorsam darunter leidet - währenddem Kleinsstrukturen, Familienbanden, Freundeskreise optimal funktionieren.

Solange der Staat und die Regionen nicht die absolute Autorität (im positiven juristischen Sinne) wieder erlangt bzw. den "moralischen Anspruch", wird sich in Italien wenig ändern.
M.E. eine Tragödie für ein wunderschönes Land mit klugen, fleissigen Menschen und Dichtern, für Europa ein Defizit an lateinischer Kultur.

Dass der Polyp Mafia oder Dranghada oder Camorra nun seine Arme schon längst nach Nordeuropa ausstreckt, wird m.E. zu sehr bagatelisiert.
Man google nur ein bisschen zum Thema und findet im Deutschen Blätterwald sehr viel Berichte über das öffentlich negierte Problem.
Allerdings: Solange Staat, Zivilethos und Sozialwerke hier funktionieren, werden diese Organisationen nie Oberhand gewinnen können.
Und da sind wir beim alten Thema. Wo Armut und Korruption Hand in Hand gehen, ob in Russland, Kolumbien, geht die giftige Saat auf. Weitere Varianten des "Bösen" sind Fundamentalismus oder nationaler Fanatismus....
 
 

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