Es gab ja heute eine Abstimmung darüber im Nationalrat - mit dem gewohnten Resultat:
http://www.parlament.ch/ab/frameset/d/n/4813/321237/d_n_4813_321237_32 1507.htmIch bin auch für eine Offenlegung der Parteispenden. Zumindest ab einer bestimmten Grenze, z.B. bei Spenden von über 10'000 Fr. In einer Demokratie eigentlich eine Selbstverständlichkeit...Vielleicht kommt die SP ja mal auf die Idee, eine Initiative zu lancieren, die würde ich wohl unterstützen.
Im Kanton Tessin ist das übrigens bereits Usus.
bluefox:
Nur: Es gibt natürlich auch andere, nonmonetäre formen von unterstützung. Lobbyarbeit, verwaltungsratsmandate, kollegschaften, etc. Wenn zum beispiel zwei kollegen eine firma betreiben, und wollen politisch einfluss nehmen, der eine hat praktischerweise einen verlag, der andere einen fernsehsender...
Das ist ja das Kontra-Argument der Bürgerlichen, Tenor: diese Art von Einflussnahme sei viel schlimmer. Doch das ist nur ein Ablenkungsmanöver: Journalisten und Verleger sind keine direkten Volksvertreter, also ist es m.E. auch weniger problematisch, wenn diese eine durch monetäre Interessen "gefärbte" Kampagne betreiben (auch wenn das ebenfalls nicht gutzuheissen ist).
Und zu den Verwaltungsmandaten und den Interessenbindungen: Das ist auch etwas anderes als Spenden. Interessenbindungen der Parlamentarier kennt man mehr oder weniger aus den Medien, und wenn man es ganz genau wissen will kann man sie in der Parlamentsdatenbank und teils sogar auf Wikipedia nachschlagen. Partei- und Kandidatenspenden hingegen sind streng geheim, man kann höchstens mutmassen. Und klar wäre das nur ein kleiner Schritt in Richtung mehr Transparenz, doch das ist immerhin etwas. Die Bürgerlichen schützen einfach ihre Eigeninteressen, wenn sie den Vorschlag nach der Offenlegung der Parteispenden immer und immer wieder unter dem Motto "ich nicht - der andere auch" zurückweisen...