felixkohl:
Die zweite unangenehme Aufgabe wird von den Schulen (nicht den Lehrern) gerne abgeschoben, von der Primarschule auf die Oberstufe, von der Oberstufe aufs Gymnasium und vom Gymnasium auf die Hochschulen. Letztere haben die "Arschkarte".
Da sehe ich das Problem nicht. Selektion findet jederzeit statt: Prüfungen, Aufnahmeprüfungen, Numerus Clausus. Bei letzterem beklagt man sich heute, dass wir zu wenig Medizinstudenten haben. Und das geschieht nicht, weil es zu wenige Leute gibt, die sich dafür interessieren.
felixkohl:
Und sollte sie das Spiel weitertreiben, findet die Selektion auf dem Arbeitsmarkt statt, zu Lasten der Wirtschaft und zu Lasten der betroffenen Individuen selber.
Aber nun kommts: Der Arbeitsmarkt selektiert nicht nach objektivierbaren Kriterien sondern nach "Nützlichkeit" und kurzfristig ausgerichtetem Erfolg.
Auch hier sehe ich kein Problem. Mit dem Bachelor wurde ein Instrument geschaffen, damit die Industrie ihre Abgänger erhält. Warum fordert Swissmem nun zusätzliche Hürden mit der Erhöhung der Studiengebühren? Und die Förderung von Hochbegabten mittels Stipendien und Darlehen würde ja gar nicht primär diejenigen betreffen, die nachher in der Industrie arbeiten. Irgendwas ist hier doch faul.
felixkohl:
Übertragen wir die Qualifikation von Literatur einer Bildungselite (wer bestimmt diese?), die sich am jeweiligen, zur Zeit modernen Bildungskanon hält, wäre das auch nicht gut.
Trotzdem schliesst das nicht offene und fruchtbare Diskussionen aus (Literaturclubs, Rezensionen etc.). Letztlich entscheidet meist die Retrospektive, was "gut war".
Abgesehen davon, dass die Buchpreisbindung auch wissenschaftliche Bücher betrifft (z.B. Fachbücher über Stochastik, Mikrobiologie, Islamwissenschaft oder Afrikanistik), bleibt immer noch die Frage, warum begabte Studenten aufgrund einer Bildungselite (Fachexperten oder die Industrie? Dann lieber ersteres!) gefördert werden könnten, man bei begabten Buchschreibern aber argumentiert, es gebe keine Kriterien zu erkennen, wer förderungswürdig ist. Auch hier ist irgendwas faul.