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Schweizer Schlagzeilen Diskussionsforum Politik / Schweizer Schlagzeilen /

Rentenkürzungen : ein massives NEIN in die Urnen

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Oldie-48
Mitglied
#21 ° Gesendet: 02.03.2010 19:26
Ihr zankt Euch wegen der Senkung des Umwandlungssatzes aber heute wurde schon kräftig an der 1.ten Säule (AHV) erfolgreich gesägt im NR :

Zitat:

Die AHV-Renten sollen nur noch an die Teuerung angepasst werden, wenn der AHV-Ausgleichsfonds noch bei mindestens 70 Prozent der Jahresausgaben liegt. Sinkt der Fonds unter dieses Niveau, sollen die Renten nur angepasst werden, wenn die Teuerung auf mindestens 4 Prozent angestiegen ist. In diesem Fall müsste der Bundesrat ausserdem sofort Sanierungsmassnahmen vorlegen

im Klartext und ganz einfach : so oder so weniger AHV.


Link :

AHV: Kein automatischer Teuerungsausgleich
bluefox
Mitglied
#22 ° Gesendet: 02.03.2010 19:30 ° Bearbeitet von: bluefox
felixkohl:
Das Zahlenbeispiel mag nicht stimmen..

Warum nicht? Bin ziemlich sicher dass es stimmt.

felixkohl:
Aber es gilt auch zu begreifen, dass die von Dir zitierte Ausdehnung der Rente PRO MONAT niedriger ausfällt. Hier kratzen wir schon längst am Existenzminimum oder zumindest an eine würdevolle Existenz von Menschen, die ein Leben lang gearbeitet und einbezahlt haben.

Logisch, wenn das geld für mehr monate reichen muss ist es PRO MONAT kleiner.Ich glaube das sollte jedem einleuchten. Darum wird ja der Umwandlungssatz verändert. Es wächst ja leider nicht zusätzliches geld auf bäumen. Das mit dem Existenzminimum ist falsch, du weisst, dass das Vermögen bei den Rentnern ist, es ist mit abstand die reichste Bevölkerungsgruppe. Jedes fünfte Rentnerpaar ist in der Schweiz Millionär!

felixkohl:
a) Die verlängerten Lebenserwartung wurde bereits vor kurzem mit einer Senkung des Umwandlungssatzes.

Wie du auch weisst, wurde der umwandlungssatz von 7.2% 1985 festgelegt, in der Zwischenzeit werden wir 4 jahre älter.
Dazu guckst du mal in die Statistik des Bundes, http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/06/blank/data/01 .html

Der Umwandlunghssatz muss pro zusätzliches Lebenserwartungsjahr 0.4% angepasst werden.
1Mio PK ergibt zum beispiel:

Lebenserwartung 16 jahre: Umwandlungssatz 7.2%, 16 Jahre * 7200 = 115200.-
Lebenserwartung 17 jahre: Umwandlungssatz 6.8%, 17 Jahre * 6800 = 115600.-
Lebenserwartung 18 jahre: Umwandlungssatz 6.4%, 18 Jahre * 6400 = 115200.-

Wie wir sehen, hat die bereits eingeleitete änderung von 0.4% nur ein bruchteil dessen abgefangen was sich bei der lebenserwartung geändert hat, nämlich gerademal eins von 4 Jahren!

felixkohl:
b) Die Studien bzw. Annahmen, dass nach wenigen Jahren, die Lebenserwarung steige, ist nur minimal

Die lebenserwartung IST bereits gestiegen. Ansonsten versteht man deinen satz nicht.

felixkohl:
c) Die Zunahme Lebenserwartung nimmt übrigens nicht linear zu. Ein bisschen mehr medizin. Kenntnisse täge gut.

Das weiss ich nicht. bisher nahm die erwartung ziemlich linear zu http://www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/themen/01/06/blank/key/04. html nämich um 0.2 jahre pro Jahr. Das heisst, umwandlunggsatz müsste alle 5 Jahre um 0.4% gesenkt werden. Wenns jetzt gemäss irgendwelchen prognosen etwas weniger ist ändert das auch nichts am trend.

felixkohl:
d) Ein Unternehmen, das sein Kosten nicht im Griff hat, weil sie schlicht und einfach zu hohe Honorare ihren Mitarbeitern bzw. Externen zubilligt, soll dicht machen und den Auftrag weitergeben. So funktioniert es übrigens in der restlichen Wirtschaft auch!
Hier basiert auch die Kritik mit dem "Rentenklau".
Kein geringerer als Rudolf Strahm, der gewiss kein Laie ist, kann das vorrechnen.

Wie du sicher bemerkt hast sind in der obigen berechnung des Umwandlungssatzes keine administrativen kosten enthalten. Wenn der umwandlungssatz wegen der Kosten gesenkt werden müsste würde ich dir recht geben.

felixkohl:
e) Die demographische Entwicklung ist zur Zeit ungünstig, weil zunehmend die geburtenstarken Jahrgänge ins Pensionsalter eintreten. Das wird sich aber bald wieder ändern (sieh demographisches Profil Schweizer Bevölkerung).

Link dazu? Soweit ich weiss steht uns eher eine überalterung bevor als das gegenteil.
Wie auch immer, das problem ist nicht die anzahl der alten, sondern die lebenserwartung pro person.

felixkohl:
f) Die Performance während der letzten beiden Jahrzehnte war sehr gut (über 6%). Sie ist erst in den letzten Jahren ein paar Mal eingebrochen. Die Kassen argumentieren mit der Krise 2008, geben aber nicht zu, dass sie sich selber auch aus dem Gewinnkapital "bedient" haben.

Das mit der Performance ist vorbei, das sieht man am trend deutlich. Ausserdem reden alle linken von "Casinokapitalismus" und von Risiken, die man im griff hätte haben sollen, aber woher soll konservativ angelegt eine Rendite von 4.8% kommen? Bundesobli sind bei gut 2%, wenn ich mich nicht irre? Ja...?

felixkohl:
g) Just letzten Monat verkündeten Pensionskassen, allen voran, die Zürch Financial Services, Rekordgewinne gemacht zu haben.

Zürch Financial Services ist keine PK

Alle Aussagen sind widerlegbar, wie du siehst.
gumbyman
Mitglied
#23 ° Gesendet: 03.03.2010 01:14
bluefox:
Alle Aussagen sind widerlegbar, wie du siehst.

Nicht wirklich - dass die Kosten für die Verwaltung viel zu hoch sind müssen wir m.E. nicht mehr diskutieren, das ist Fakt.

Dass *trotzdem*, auch bei schlanker Verwaltung, noch eine (neue, zusätzliche) Senkung des Umwandlungssatzes nötig werden kann, bestreite ich nicht - nur die platte Aussage, dass die einzige mögliche Variable in dieser komplexen Gleichung der Umwandlungssatz sein soll, das bestreite ich vehementestens.

Und auch die Reihenfolge: erst wird das "Unternehmen" 2.Säule kostenseitig saniert, wie das jeder privatwirtschaftliche Betrieb auch tun muss, und dann reden wir wieder über "Subventionen" (nichts anderes sind nämlich letztlich die Leistungskürzungen), nicht umgekehrt.

g.
razzar
Mitglied
#24 ° Gesendet: 03.03.2010 09:36
bluefox:
in der Zwischenzeit werden wir 4 jahre älter.

...und arbeiten auch länger. Wieso denn trotzdem die Rente abgeben? Müsste nicht sein wenn die Verteilung fair liefe. Also haben sie zwei Fliegen mit einer Klatsche. Länger fürs "System" (Abzocker?) arbeitende Sklaven welche noch alles was sie besitzen abgeben müssen.

bluefox:
Wie wir sehen, hat die bereits eingeleitete änderung von 0.4% nur ein bruchteil dessen abgefangen was sich bei der lebenserwartung geändert hat, nämlich gerademal eins von 4 Jahren!

Und? Wie gehts weiter? Noch mehr abziehen? Du siehst diese Variante hört erst auf wenn niemand mehr Rente erhält.

bluefox:
Die lebenserwartung IST bereits gestiegen.

Na und? Länger arbeiten und etwas mehr AHV einzahlen wie es benötigt. Aber, ach ja man macht ja das Volk arbeitslos und arm und somit kann man ja nicht vorsorgen. Somit ist ja voll logisch das man das Volk bestraft für die fremden Fehler.

Zum kotzen!
bluefox
Mitglied
#25 ° Gesendet: 03.03.2010 09:53
gumbyman:
die platte Aussage, dass die einzige mögliche Variable in dieser komplexen Gleichung der Umwandlungssatz sein soll, das bestreite ich vehementestens.

Es ist ganz einfach.
Es gibt eine zeit in der du einzahlst, und eine zeit in der ausbezahlt wird.
Folgende genau drei optionen stehen bei längerer bezugszeit demnach offen:

1. Man bezahlt während der erwerbstätigkeit mehr ein.
2. Man verteilt das geld der bezugszeit auf mehr monate (Umwandlungssatz)
3. Man verändert den zeitpunkt der Auszahlung (Erhöhung Rentenalter)

Was ist deine lösung?
Soweit ich weiss ist die linke gegen option 2 und 3 , option 1 müsste rückwirkend sein. nun?
Zocker
Mitglied
#26 ° Gesendet: 03.03.2010 09:57
Jeder der an Finazmärkten beteiligt ist weiss, dass es gute und miese Jahre gibt und dass die Überschüsse = Überrenditen der guten Jahre das Polster für die Verluste uder Unterrenditen der schlechten Jahre dienen.

Wohin sind die Überschüsse der guten Jahre geflossen? Das Parlament hat festgestellt, dass anstatt 90% der Überschüsse den Versicherten gutgeschrieben wurde, waren es nur 20% oder 30%, der Rest ging an die Versicherungen. 2008 war nun das schlechte Jahr. Die Versicherungsbranche kann leicht viele Unterdeckungen feststellen und beginnt sofort zu schreien. Denn 2009 hat gezeigt, dass ein Teil der Unterdeckungen bereits wieder Geschichte sind, da die Börsen 20% bis 30% gestiegen sind. Es wird sofort argumentiert, dass die Rendite von 4% nicht erreicht werden kann, da auch die Bundesobligationen zur Zeit nur 2% hergeben. Dass wir die meiste Zeit der letzten Jahrzehnte mit wesentlich höheren Zinsen gelebt haben wie heute (krisenbedinter Tiefststand), erwähnt keiner. Jeder redet so, wie wenn die momentane Situation den Dauerzustand darstellen würde.

Die Ausnahmesituation die wir heute in den Finazmärkten haben (Ende einer Jahrhundertkrise), mit hoher Arbeitslosigkeit, Staatsverschuldungen und kleineren Vermögen in den Rentenkassen ist Fakt. So zu tun, wie wenn das die nächsten 40 Jahre so andauern würde, ist eine bewusste Lüge der Pensionskassen.

Wer nicht fähig ist, aus den letzten Jahrzehnten die Schlüsse zu ziehen und zusätzlich noch unfähig ist, Prognosen für die nächsten Jahrzehnte zu werten bzw. einzuschätzen, der glaubt die Lügen der Pensionskassen. Und wenn in den nächsten jahren die PK-Überschüsse wieder zum grössten Teil an die Versicherungen gehen, dann können die Dummköpfe die das Märchen der Versicherungen geglaubt haben, trotzdem die Faust im Sack machen.

Ich spende trotzdem jedem ein mitfühlendes Lächeln, der bereit ist, teilweise auf seine Pension zu verzichten, damit die Versicherungen sicher mehr Gewinn einfahren.
krokodil
Mitglied
#27 ° Gesendet: 03.03.2010 12:15
Zocker:
Das Parlament hat festgestellt, dass anstatt 90% der Überschüsse den Versicherten gutgeschrieben wurde, waren es nur 20% oder 30%, der Rest ging an die Versicherungen. 2008 war nun das schlechte Jahr. Die Versicherungsbranche kann leicht viele Unterdeckungen feststellen und beginnt sofort zu schreien. Denn 2009 hat gezeigt, dass ein Teil der Unterdeckungen bereits wieder Geschichte sind, da die Börsen 20% bis 30% gestiegen sind. Es wird sofort argumentiert, dass die Rendite von 4% nicht erreicht werden kann, da auch die Bundesobligationen zur Zeit nur 2% hergeben. Dass wir die meiste Zeit der letzten Jahrzehnte mit wesentlich höheren Zinsen gelebt haben wie heute (krisenbedinter Tiefststand), erwähnt keiner. Jeder redet so, wie wenn die momentane Situation den Dauerzustand darstellen würde.

Danke Zocker, immer wieder erhellend.
leonforte
Mitglied
#28 ° Gesendet: 03.03.2010 14:25
felixkohl:
Du magst mich dumm nennen aber ich schrieb nicht, dass die Demographie kein Problem sei, sondern dass die Spitzenjahrgänge (die übrigens bereits am Anlaufen sind) den Jahrgängen "nach dem Pillenknick" weichen. Du hast mir darin auch indirekt zugestimmt.

hab ich überhaupt nicht, es sei denn du änderst laufend deine meinung, denn wer wie du schreibt:

felixkohl:
Die demographische Entwicklung ist zur Zeit ungünstig, weil zunehmend die geburtenstarken Jahrgänge ins Pensionsalter eintreten. Das wird sich aber bald wieder ändern (sieh demographisches Profil Schweizer Bevölkerung).

übersieht, dass in den nächsten 20ig jahren sich an der ungünstigen demographischen entwicklung bezogen auf die verrentung gar nichts ändert. es treten nämlich immer mehr erwerbstätige in den rentnerstatus über, verhältnissmässig. wieso das sich aber bald wieder ändern soll, ist aus dem demographischen profil der schweizer bevölkerung in keiner weise nachvollziehbar ...... ganz im gegenteil!

die tatsache, dass pro jahr 600 mio sfr von den arbeitnehmern in form von 2. säulenbeiträgen direkt in die renten fliessen ist kein katastrophenszenario, sondern einfach ein faktum. man könnte nun argumentieren, dass die verwaltungskosten dementsprechend zu reduzieren wären, also statt 4 nur ca 3.5 mia. allerdings würde das noch nicht dazu beitragen die demographischen auswirkungen auszugleichen.

felixkohl:
Recht magst Du haben, dass der überobligatorische Teil abgebaut werden kann. Aber mir sind eigentlich verbindliche Abmachungen (Verpflichtungen) lieber als die Hoffnung auf Freiwilligkeit.

schön wenn dir das reicht. du solltest aber bedenken, dass die gesamtrendite von obligatorischem und überobligatorischem teil immer den realitäten des marktes entspricht. folglich wird der durchschnitt dann eben da liegen wo's der markt zulässt. oder andersrum, es können 100% des stimmvolkes beschliessen, dass der alte satz bleibt, das letzte wort hat dennoch nicht der stimmbürger. diese tatsache lässt für mich nur einen schluss zu, dass unser politisches system sich selbst überschätzt und dass alle hier drin, die fleissig daran glauben, dass sie irgendetwas zu entscheiden hätten grundsätzlich auf dem holzweg sind.

mein fazit zum ganzen problem ist glasklar. wenn in einem vorsorgesystem, das auf ansparung basiert, 60 mia fehlen, muss auf der ausgabenseite der hebel angesetzt werden, weil offensichtlich die rentenbezugseite mehr bezieht als ihr zusteht! die senkung des umwandlungssatzes ist eine möglichkeit, eine andere wäre die senkung der renten. die argumentation über die verwaltungskosten ist eine scheinargumentation, sie ist nicht zielführend bezogen auf das grundsätzliche problem. man bekämpft grossfeuer nicht mit dem gartenschlauch. selbst wenn die verwaltungskosten auf null gesenkt würden, könnte diese massnahmen das grundproblem nicht lösen!
krokodil
Mitglied
#29 ° Gesendet: 03.03.2010 14:33 ° Bearbeitet von: krokodil
Warum zitiert leonforte, pascal j'espère que tu sois bien payé, den Zocker nicht?

Zocker:
Wohin sind die Überschüsse der guten Jahre geflossen? Das Parlament hat festgestellt, dass anstatt 90% der Überschüsse den Versicherten gutgeschrieben wurde, waren es nur 20% oder 30%, der Rest ging an die Versicherungen. 2008 war nun das schlechte Jahr. Die Versicherungsbranche kann leicht viele Unterdeckungen feststellen und beginnt sofort zu schreien.

Zocker weiss, was alle in der Versicherungsbranche auch wissen.
razzar
Mitglied
#30 ° Gesendet: 03.03.2010 14:37
leonforte:
weil offensichtlich die rentenbezugseite mehr bezieht als ihr zusteht!

Und da haben wir ja den Fehler...

Den Rentner steht es zu! Du denkst hier etwas zu oberflächlich. Musst etwas tiefer grabschen um an die Wahrheit und den Ursprung zu gelangen. ;)

Wie gesagt Symptombekämpfung machts nur noch schlimmer auf die Dauer! Das haben wir ja nun gelernt.

Zocker:
Jeder redet so, wie wenn die momentane Situation den Dauerzustand darstellen würde.

Keine Panik, meine Generation wird da schon mal den Marsch pfeifen wenns nicht vorwärts in die jetzt dringend nötige richtige Richtung geht. Wir pflanzen gleiche Anzahl Bäume wenn wir welche ausreissen. Da kann man sich vorstellen mit welchen Grundgedanken wir auch zu der "uneingeschränkten zerstörerischen Abzockerei" stehen. ;)
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