Tamedia scheffelt Geld, heisst es hier:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/tamedia_gewinnsprung_ 1.7406957.htmlJenseits ökonomischer Korrektheit muss man jedoch feststellen, auf wessen Buckel Geld gescheffelt wird, wenn da explizit steht:
Profitieren konnte Tamedia namentlich vom Zukauf neuer Medien und Massnahmen zur Kostensenkung. Der Leser bezahlt also in erster Linie für ein kaputtgespartes Blatt gleich viel. Noch schlimmer: Er zahlt auch dafür, dass er - im Vergleich zum zunehmends verknappten Artikel-Volumen - noch mehr Inserate und Anzeigen lesen darf. Wie aus den Redaktionsstuben heraussickert, geht es den Zeitungsmachern (oder präziser gesagt: den Verlegern und CEOs) - einschliesslich der NZZ - in Zukunft vermehrt darum, denjenigen im Politik-, Sport- oder Kultur-Teil eine Plattform zu bieten, welche auch aktive und potentielle Inserenten sind und die Zeitung finanzieren, m.a.W. nicht mehr die neutrale Information steht im Vordergrund, sondern die Sponsoren. Damit ist klar, dass in allen Sparten der Mainstream in Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur (noch mehr) gefördert wird, zulasten von finanzschwachen Kreisen, die vielleicht auch noch etwas (und Intelligenteres) zu sagen hätten. Auch die vierte Gewalt wird zu einer Plutokratie verkommen.
Dass auch in der NZZ Bilder (noch) höhere Gewichtung zulasten des Textes erhalten sollen, ist nicht nur ein Furz von Albert Stäheli (welche Qualifikation hat der Typ eigentlich? Ein bisschen Ökonomie studieren, kann ja heute jeder), sondern eine Frechheit sondergleichen gegenüber dem Leser, der die NZZ gerade nicht wegen den Bildern kauft, sondern wegen der geschriebenen Information. Damit schaffen sich die Journalisten, deren Aufgabe im Filtern von relevanten Informationen bestehen sollte, selber ab und schubsen den Leser ins weisse Rauschen des Internets, wo sich die Finanzmächte längst die Macht gesichert haben, um ihren Dünnschiss auf der ersten Seite der Google-Suchmaschine zu fixieren.
Die Demokratie wird nicht von gewalttätigen Islamisten oder "linken" Staatsrechtlern am ehesten bedroht. Die Bedrohung kommt von dort, wo man sie am wenigsten erwartet: Die selbstverliebte
Classe économique fördert die Gleichschaltung der Presse.