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Die schweizerischen Zeitungen im Wandel

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Loser
Mitglied
#211 ° Gesendet: 26.08.2010 00:57
Thomas:
Dass Loser versucht die Geschichte noch zu verteidigen, ist einfach peinlich.

Ich verteidige nicht diese Geschichte, sondern die Tatsache, dass gewisse linke Po-litiker/innen immer wieder mit solchen komischen Engagementes auf sich aufmerksam machen. Siehe Gazaflotte, da kräht heute auch kein Hahn mehr dannach.
felixkohl
Mitglied
#212 ° Gesendet: 26.08.2010 02:50 ° Bearbeitet von: felixkohl
@Hexxe, Loser & Thomas (alphabetische Folge)

Um Himmels Willen kommt mal alle runter - das ist ja unausstehlich. Weniger persönliche Angriffe und mehr Sachebene, damit man sich nicht seitenweise durch Anschuldigungen kämpfen muss.

DANKE :-)


@Hexxe

Also Du erwartest, dass nur derjenige der sich ein Abo leisten kann umfassend informiert werden darf. Zusätzlich bezahlen ja die User auch monatlich ihren Netanschluss, also online eine Zeitung lesen ist ja auch nicht gratis.

Qualitätsjournalismus und Geld sind eben doch nicht unabhängig.
Guter Journalismus kostet, lange Recherchen, Interviews, Reisen, Spesen.
Vom Netanschluss erhält der Journalist genau 0 CHF.!


Gegenwärtig befinden sich Print- und elektronische Medien in einem Circulus vitiosus. Abbonentenrückgang wegen des Internets - Sparen, Journalisten und Qualitätsbeiträge abbauen - weitere Abbonenten springen ab - usw.

Du weigerst Dich gewisse Zeitungen angeblich zu lesen

Wenn man zehn Ausgaben von einer Zeitung in den Händen gehalten hat, weiss man spätestens was diese Wert ist.

@Tapir

Interessanter Beitrag.

"sind Ansätze zur Bemessung von Informationsqualität. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass journalistische Inhalte künftig preislich differenziert beziffert und übers Netz verkauft werden müssen"

Sozusagen Triple-A-Beiträge. ...
Das bedürfte allerdings unabhängiger "Zertifiziierer".
Öffentlich finanziert und dafür Geld einsparen bei den Eigenproduktionen (DRS etc.) - wär ein Modell, das man andenken könnt.

Loser erwähnt wo ein Buch.
Da fällt mir ein, dass viele gute Journalisten vermehrt im Eigen- oder Fremdverlag sich spezifischen Themen widmen.
Denke mir, dass das befriedigender ist als um Dossierbeiträge zu betteln und für den Kunden ebenfalls. Ein Buch über China, den Islam, CO2, Globalisierung, Gesundheitswesen etc. für etwas 25CHF kostet nicht mehr als ein paar Tageszeitungen, deren Infogehalt sehr zersplittert ist und das meiste an Agenturmeldungen, Promitalk und Inserate verzichtbar.
Thomas
Mitglied
#213 ° Gesendet: 27.08.2010 00:33
felixkohl:
Um Himmels Willen kommt mal alle runter - das ist ja unausstehlich. Weniger persönliche Angriffe und mehr Sachebene, damit man sich nicht seitenweise durch Anschuldigungen kämpfen muss.

Ja, Papi!

felixkohl:
Wenn man zehn Ausgaben von einer Zeitung in den Händen gehalten hat, weiss man spätestens was diese Wert ist.

So gesehen kenne ich den Blick, den TA, die Weltwoche, 20Minuten, BlickamAbend (alle in Printform), und abonniert habe ich die NZZ und die NZZamSonntag (die seit ihrer Lancierung die lausige Sonntagszeitung ersetzt, obwohl sie auch nicht so toll ist wie die Wochenausgabe der alten Tante). Es soll mir also niemand unterstellen, ich würde mich nicht auskennen...
felixkohl
Mitglied
#214 ° Gesendet: 27.08.2010 02:01 ° Bearbeitet von: felixkohl
@Thomas

Ja, Papi!

Nun mutiere ich wohl unfreiwillig zum altklugen Spiesser :-)

ch würde mich nicht auskennen...

Das spürt man sofort aufgrund Deiner echten Leidenschaft.

Wenn immer jemand mich mit Killerargumenten im Sinne "mach doch selber besser etc." meine Ansichten und Meinungen zunichte machen möchte, zitiere ich den Spruch:
"Muss ich denn Eier legen können um zu beurteilen ob welche gut oder schlecht sind?"
;-)
Thomas
Mitglied
#215 ° Gesendet: 27.08.2010 20:19
Es ist nicht nur Leidenschaft, die mich umtreibt, sondern auch eine Sorge. Ich gebe Kurt Imhof recht, wenn er der Meinung ist, dass die Verwahrlosung der Medien eine Gefahr für die Demokratie ist. Dass diese Verwahrlosung nicht mein privater Eindruck ist, sehe ich mich beim Umhören in meinem Bekanntenkreis, der beileibe nicht nur aus Akademikern besteht, immer wieder bestätigt. (Daher hat mich der Widerstand von Loser eher befremdet.) Und ich kann hier nur nochmals auf die Leserzahlen hinweisen, die punkto Abwanderung und Zunahme eine klare Sprache sprechen:
http://www.persoenlich.com/news/show_news.cfm?newsid=87471
Thomas
Mitglied
#216 ° Gesendet: 03.09.2010 00:34
Tamedia scheffelt Geld, heisst es hier:
http://www.nzz.ch/nachrichten/wirtschaft/aktuell/tamedia_gewinnsprung_ 1.7406957.html

Jenseits ökonomischer Korrektheit muss man jedoch feststellen, auf wessen Buckel Geld gescheffelt wird, wenn da explizit steht: Profitieren konnte Tamedia namentlich vom Zukauf neuer Medien und Massnahmen zur Kostensenkung.

Der Leser bezahlt also in erster Linie für ein kaputtgespartes Blatt gleich viel. Noch schlimmer: Er zahlt auch dafür, dass er - im Vergleich zum zunehmends verknappten Artikel-Volumen - noch mehr Inserate und Anzeigen lesen darf. Wie aus den Redaktionsstuben heraussickert, geht es den Zeitungsmachern (oder präziser gesagt: den Verlegern und CEOs) - einschliesslich der NZZ - in Zukunft vermehrt darum, denjenigen im Politik-, Sport- oder Kultur-Teil eine Plattform zu bieten, welche auch aktive und potentielle Inserenten sind und die Zeitung finanzieren, m.a.W. nicht mehr die neutrale Information steht im Vordergrund, sondern die Sponsoren. Damit ist klar, dass in allen Sparten der Mainstream in Politik, Sport, Wirtschaft und Kultur (noch mehr) gefördert wird, zulasten von finanzschwachen Kreisen, die vielleicht auch noch etwas (und Intelligenteres) zu sagen hätten. Auch die vierte Gewalt wird zu einer Plutokratie verkommen.

Dass auch in der NZZ Bilder (noch) höhere Gewichtung zulasten des Textes erhalten sollen, ist nicht nur ein Furz von Albert Stäheli (welche Qualifikation hat der Typ eigentlich? Ein bisschen Ökonomie studieren, kann ja heute jeder), sondern eine Frechheit sondergleichen gegenüber dem Leser, der die NZZ gerade nicht wegen den Bildern kauft, sondern wegen der geschriebenen Information. Damit schaffen sich die Journalisten, deren Aufgabe im Filtern von relevanten Informationen bestehen sollte, selber ab und schubsen den Leser ins weisse Rauschen des Internets, wo sich die Finanzmächte längst die Macht gesichert haben, um ihren Dünnschiss auf der ersten Seite der Google-Suchmaschine zu fixieren.

Die Demokratie wird nicht von gewalttätigen Islamisten oder "linken" Staatsrechtlern am ehesten bedroht. Die Bedrohung kommt von dort, wo man sie am wenigsten erwartet: Die selbstverliebte Classe économique fördert die Gleichschaltung der Presse.
tapir
Mitglied
#217 ° Gesendet: 03.09.2010 22:10
Thomas:
Ich gebe Kurt Imhof recht, wenn er der Meinung ist, dass die Verwahrlosung der Medien eine Gefahr für die Demokratie ist.

Ich auch. Leider ist Kurt Imhof selbst eine Gefahr für die Demokratie.-
Loser
Mitglied
#218 ° Gesendet: 03.09.2010 22:20
@tapir, ausgerechnet die Estermannseite nimmst Du als Referenz ?

Thomas:
Dass auch in der NZZ Bilder (noch) höhere Gewichtung zulasten des Textes erhalten sollen,

Bilder sagen meist mehr aus, als der Text...
tapir
Mitglied
#219 ° Gesendet: 04.09.2010 03:22
Loser:
ausgerechnet die Estermannseite

Ich kenn die nicht. Hab dort nur die Mitgliederliste gefunden. Die hab ich auf der offiziellen HP wohl übersehen...
Thomas
Mitglied
#220 ° Gesendet: 04.09.2010 13:39 ° Bearbeitet von: Thomas
Loser:
Bilder sagen meist mehr aus, als der Text...

Wenn der Journalist schlecht schreibt, dann schon. Ich sehe, du liest offenbar Zeitungen, bei denen Bilder wichtiger sind als der Text...

Trotz angeblichem iconic turn sollte man im Auge behalten, dass Bilder auch lügen und nur Momentaufnahmen sind. Oder was bringt mir bspw. ein Bild von Netanyahu, Abbas und Clinton am Verhandlungstisch? Solche Bilder sagen gar nichts aus. Aber es soll ja Leute geben, die irgendwelchen psychoanalytischen Schwachsinn reininterpretieren, wenn einer dieser drei Politiker auf dem Bild in der Nase grübeln würde...

Man kann sich natürlich fragen, wozu eine Zeitung ein Bild abdruckt, das eine halbe Seite ausfüllt. Ich denke, das liegt daran, dass man die Journalisten in ihrer Freiheit beschneiden möchte, ihnen nichts mehr zutraut oder ihnen schlicht nicht mehr so viel bezahlen mag.
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