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Die schweizerischen Zeitungen im Wandel

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Hexxe
Mitglied
#201 ° Gesendet: 25.08.2010 00:19 ° Bearbeitet von: Hexxe
Thomas:
Es ist schon seltsam, da pflichte ich dir mal bei bezüglich des Artikels in der Weltwoche, welcher die Kurzsichtigkeit der Journalisten enthüllt, und dann muss ich wieder Tiraden über mich ergehen lassen. Wenn das nicht pure Arroganz ist...

Also jetzt trägsch aber mega fett uf!

Thomas:
sondern darum, dass du schlicht am Thema vorbeiredest, und das ist es, was mich nervt.

Thomas:
Zum x-ten Mal: Es geht um die Qualitätsdiskussion. Dass ich geschrieben habe, ich hoffte, dass die Kaufzahlen des TAs sinken, war eine Drohung, weil ich mal viel vom TA gehalten habe.

Du verarbeitest hier Deinen Konflikt mit dem Tagi und beschuldigst Loser und mich wir würden am Thema vorbeireden.

Thomas:
Man müsste zudem auch mal die Rolle der Verleger betrachten. Wieviel Macht haben die Herren Supino und Lebrument und beeinflussen sie den Journalismus durch ihre Vorgaben?

Ganz einfach, sie haben genau so viel "Macht" wie ihre Leser. Ha Du bist mir ja noch ein kleiner Neidteufel, ich denke am Besten wäre wenn Du selbst eine Zeitung verlegen würdest, kannst Dich ja mal zum einarbeiten beim Tagi als Redaktor bewerben.

Ach was waren das noch für schöne Zeiten, als eine Meta von Salis den zürcher Blätterrausch berieselte...wer weiss, vielleicht hast Du ja schon mal gelebt und warst Richter W. wir werden es wohl nie erfahren
http://www.lesbengeschichte.de/bio_farner_d.html
Thomas
Mitglied
#202 ° Gesendet: 25.08.2010 00:59
Hexxe:
Also jetzt trägsch aber mega fett uf!

Du meinst, Tatsachen sind fett?

Hexxe:
Du verarbeitest hier Deinen Konflikt mit dem Tagi und beschuldigst Loser und mich wir würden am Thema vorbeireden.

Es geht nicht nur um den Konflikt mit dem Tagi, sondern mit der Presselandschaft insgesamt. Der Tagi möge hier als Beispiel dienen, da ich den Blick meide. Natürlich könnte ich auch Gratiszeitungen, die Weltwoche oder die WoZ beobachten, aber ich bin kein Medienwissenschafter, sondern bloss ein um die Qualität der Zeitungen besorgter Staatsbürger.
Hexxe:
Ganz einfach, sie haben genau so viel "Macht" wie ihre Leser. Ha Du bist mir ja noch ein kleiner Neidteufel, ich denke am Besten wäre wenn Du selbst eine Zeitung verlegen würdest, kannst Dich ja mal zum einarbeiten beim Tagi als Redaktor bewerben.

Ob und wieviel der Verleger bei der Ausrichtung seiner Zeitung mitbestimmen darf, ist eine kontroverse Frage. Und, ja, richtig, der Verleger hat vermutlich so viel Macht, wie all seine Leser zusammen, und schon das wäre bedenklich. Du machst es dir gar etwas einfach mit psychologischen Zuschreibungen wie "Neid", denn die sagen nichts über die Sache selbst aus; Argumente wären besser.

Zum Thema Verleger kann man die Aussagen des Herrn Lebrument unter die Lupe nehmen, die ich für völlig absurd halte:

1. Er hält es für einen Fortschritt der demokratischen Meinungsbildung, wenn sich Leser auf den Online-Portalen in 400 Zeichen einen oberflächlichen Schlagabtausch liefern können.

2. Er findet es gut, dass - wie Umfragen offenbar belegen - die Gratiszeitungen vor allem vom gehobeneren Milieu, etwa Studenten gelesen werden. Das zeigt aber bloss, dass gar nicht die Lesemuffel mit den Gratiszeitungen erreicht werden, wie man sich das im Sinne der Aufklärung wünscht, sondern die gebildeten Schichten, die sich eigentlich besser über Qualitätszeitungen informieren sollten.
tapir
Mitglied
#203 ° Gesendet: 25.08.2010 01:09 ° Bearbeitet von: tapir
Ich verstehe Thomas' Befürchtungen, sehe das Ganze aber nicht dramatisch. Aber auch mir bereitet die stark schwindende redaktionelle und thematische Vielfalt Sorgen. Zumindest bei den Tageszeitungen (Im TV hatten wir nie eine und im Radio war die Vielfalt selten grösser). Die Inhalte von Regionalzeitungen muten mittlerweile schockierend beliebig und gleichgeschaltet an, mal abgesehen von den Lokalteilen. (Aber auch dort hält die Imhof'sche Boulevardisierung Einzug.) Kein Wunder, wir bewegen uns auf ein Oligopol zu.
Zudem büsste die textuell verbreitete Information als solches an Wert ein, aufwändig recherchierte und formulierte Texte über Gebühren. Dem Netz und der Dummheit der Verleger sei dank.

Aber jenu. Wenn die Mehrheit der Leute nach mehr Soft News und People verlangt und wenn die auch noch günstig sind, dann gibt man den Leuten mehr Soft News und People. Einleuchtend.

Nicht dramatisch ist das ganze, weil der Qualitätsjournalismus wohl trotzdem überleben wird. Im schlimmsten Fall bloss in den Wochenzeitungen.
Was es m.E. zur Wahrung journalistischer Qualität im Print braucht, sind Ansätze zur Bemessung von Informationsqualität. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass journalistische Inhalte künftig preislich differenziert beziffert und übers Netz verkauft werden müssen. Britney Spears-Schrott bleibt u.U. gratis. Nach dem Motto "Wissen ist Macht und Gossip ist Gossip".

In der Informationsgesellschaft müssen sich halt alle selber die Infos besorgen und diese filtern ( den "gatekeeper" spielen). Ist aufwändig aber m.E. möglich und nötig. Nicht zuletzt dank Internet und IPad.
Hexxe
Mitglied
#204 ° Gesendet: 25.08.2010 01:36 ° Bearbeitet von: Hexxe
tapir:
Ich verstehe Thomas' Befürchtungen, sehe das Ganze aber nicht dramatisch.

Genau sehe ich auch so.

tapir:
Der Qualitätsjournalismus wird wohl trotzdem überleben.

Genau das ist doch entscheidend, wie ich bereits erwähnte, man achte vor dem lesen eines Artikels von WEM und von WO die Informationen geschrieben wurde. Ich muss jeweils echt lachen, wenn ich Kommentare von Usern lese, die zum Beispiel den BLICK beschuldigen er würde lügen, wenn die Informationen doch nur von der SDA übernommen wurde. Die heutige Vielfalt von Informationen gibt einem die Freiheit, eben nur das zu lesen was einem auch Interessiert. Und wie man im Fall von Caroline Farner sieht, http://www.lesbengeschichte.de/bio_farner_d.html war die Qualität damals nicht besser oder schlechter wie heute. Also sind wir doch mal ganz ehrlich, was würden wir ohne Internet tun? Wir müssten uns real unterhalten was mir, bei dem einten oder anderen gar nicht behagen würde. Also sind wir doch dankbar, dass wir uns innert Sekunden informieren können und nutzen diese Errungenschaft sinnvoll und so vielfälltig wie sie eben ist.
Hexxe
Mitglied
#205 ° Gesendet: 25.08.2010 01:58
Thomas:
Du meinst, Tatsachen sind fett?

Witzbold ;-)

Thomas:
Es geht nicht nur um den Konflikt mit dem Tagi, sondern mit der Presselandschaft insgesamt. Der Tagi möge hier als Beispiel dienen, da ich den Blick meide. Natürlich könnte ich auch Gratiszeitungen, die Weltwoche oder die WoZ beobachten, aber ich bin kein Medienwissenschafter, sondern bloss ein um die Qualität der Zeitungen besorgter Staatsbürger.

Aha, Du gibst es wenigstens zu, interessant ,-))) Genau das ist doch Dein Problem, Du weigerst Dich gewisse Zeitungen angeblich zu lesen, willst aber ein besorgter Bürger sein. Dein kindliches mauern und schimpfen gegen den Tagi, bringt dich wohl kein Stück weiter.

Thomas:
Hexxe:
Ganz einfach, sie haben genau so viel "Macht" wie ihre Leser. Ha Du bist mir ja noch ein kleiner Neidteufel, ich denke am Besten wäre wenn Du selbst eine Zeitung verlegen würdest, kannst Dich ja mal zum einarbeiten beim Tagi als Redaktor bewerben.

Thomas:
Ob und wieviel der Verleger bei der Ausrichtung seiner Zeitung mitbestimmen darf, ist eine kontroverse Frage. Und, ja, richtig, der Verleger hat vermutlich so viel Macht, wie all seine Leser zusammen, und schon das wäre bedenklich.

oh entschuldigung, ich meinte natürlich wie jeder einzelne Leser. Nix da mit David gegen Goliath...als lege Deine Bedenken doch bitte gleich wieder ab.

Thomas:
Du machst es dir gar etwas einfach mit psychologischen Zuschreibungen wie "Neid", denn die sagen nichts über die Sache selbst aus; Argumente wären besser.

Du hast das angebliche Machtvakum von den Herren des Tagi angesprochen, also wundere Dich nicht, wenn das Neidteufelchen um die Ecke schaut.

Thomas:
Zum Thema Verleger kann man die Aussagen des Herrn Lebrument unter die Lupe nehmen, die ich für völlig absurd halte:

1. Er hält es für einen Fortschritt der demokratischen Meinungsbildung, wenn sich Leser auf den Online-Portalen in 400 Zeichen einen oberflächlichen Schlagabtausch liefern können.



Thomas:
Zum Thema Verleger kann man die Aussagen des Herrn Lebrument unter die Lupe nehmen, die ich für völlig absurd halte:

1. Er hält es für einen Fortschritt der demokratischen Meinungsbildung, wenn sich Leser auf den Online-Portalen in 400 Zeichen einen oberflächlichen Schlagabtausch liefern können.

2. Er findet es gut, dass - wie Umfragen offenbar belegen - die Gratiszeitungen vor allem vom gehobeneren Milieu, etwa Studenten gelesen werden. Das zeigt aber bloss, dass gar nicht die Lesemuffel mit den Gratiszeitungen erreicht werden, wie man sich das im Sinne der Aufklärung wünscht, sondern die gebildeten Schichten, die sich eigentlich besser über Qualitätszeitungen informieren sollten.

Sofern Du eine Quellenangabe für diese Aussagen verlinkst, werde ich mich bestimmt dazu äussern.

und nun guet nacht, schlaf guet und träum mir um himmelswille nöd von Rösser und dem phöse Tagi...
Loser
Mitglied
#206 ° Gesendet: 25.08.2010 18:07
Thomas:
Ich kann demzufolge mit gutem Recht eben deine nichtssagenden Einsätzer als beleidigend auffassen, wenn wir schon am Mimösli spielen sind...

.....weil Dir das denken schwierig erscheint ? Die Einsätzer sind ja Ausschnitte Deiner Sätze und sollen eigentlich nur klar machen, auf was sich mein Kommentar/Beitrag bezieht.

Thomas:
Es geht um die Qualitätsdiskussion.

...was auch IMMER was mit Geld zu tun hat und wenn Du dem TA sinkende Leserzahlen wünscht, hat dies eben auch mit Geld zu tun.

Thomas:
ist selber so einfach gestrickt

Aber verstehen tust Du es nicht ;)

tapir:
Ich verstehe Thomas' Befürchtungen, sehe das Ganze aber nicht dramatisch.

Seh ich auch so, wirklich guter Journalismus kostet Zeit und Geld, darum wahrscheinlich auch nur in Wochenzeitungen erfolgreich. Und für ThomaseliMimöseli : in den 20 Min "les" ich nur den "Beule", für Dich wahrscheinlich zu blöd, für mich aber nicht selten der erste Lacher des Tages.
Battou
Mitglied
#207 ° Gesendet: 25.08.2010 20:20
So, hier mal mein Fazit des Versuchs "Jahresabo Wochenzeitung ZEIT".

Ergebnis: Fehlgeschlagen.

Erklärung: Es liegt nicht etwa am Inhalt der Zeit, dieser wäre mir durchaus 300 CHF im jahr wert. Ich frage mich allerdings, warum ich 300 CHF / Jahr zahlen soll, wenn doch die meisten Artikel der Zeitung ein paar Tage nach Veröffentlichung auf www.zeit.de frei abrufbar sind? Und wenn mir das Angebot von www.zeit.de nicht genügt, gibt es ja noch tagesanzeiger.ch, woz.ch, nzz.ch, sueddeutsche.de, spiegel.de und millionen andere, alle frei zugänglich? Mir als Durchschnittsbürger reicht dieses Angebot eigentlich völlig, wieso sollte ich also noch ein Printmedium abonnieren?

Fazit: Ich werde das Abo wieder kündigen. Solange die Zeitungen das Gefühl haben, mir online gratis alles zur Verfügung stellen zu müssen, kann ich mir das Geld echt sparen. Sollte dieser Trend in Zukunft wenden und günstigere E-Book Reader zur Verfügung stehen und gescheite elektronische Formate der Zeitungen angeboten werden, werde ich mir ein Abo nochmals überlegen...
Thomas
Mitglied
#208 ° Gesendet: 25.08.2010 20:54 ° Bearbeitet von: Thomas
Mein Fallbeispiel Nr. 2 hat in den Leserbriefspalten heftigen Widerspruch ausgelöst. Man wirft dem Autor des Artikels, der Frau Fehr zur Sau machen wollte, Thesenjournalismus vor. Die Anwürfe seien nicht belegt und andere, die in den "Fall" verwickelt seien wie etwa Urs Egger (FDP) kämen ungeschoren davon. Zudem habe der Tagi noch selber die Abstimmung nach einem eigenen Tamilenstaat beobachtet und darüber berichtet. Damit ist für mich aufgezeigt, dass die Vorwürfe konstruiert sind, um mit Dreckwürfen Politik zu machen, was hier einige Gutmenschen blind verneint haben.

Ins gleiche Horn bläst übrigens die Geschichte mit dem Interview der «SonntagsZeitung» mit Frau Calmy-Rey, die angeblich antifeministische Tiraden geäussert haben soll. Das sind alles nur Beispiele für zunehmende Trends, die unsere Politik zum Empörungs-Spieli machen. Ich denke, die Demokratie nimmt dadurch Schaden. Aber man muss sich auch nicht wundern, wenn sich die Print-Zeitungen im Abwärtstrend befinden. Das haben sie sich selber zu verschulden.

Für mich als anspruchsvoller Leser hat Thesenjournalismus genauso wie Soft News und Who's Who in einer seriösen Zeitung nicht viel zu suchen. Es beweist höchstens, dass die Classe Journalistique (NZZ und Staatsradio ausgenommen) am Verblöden ist. Für hirnlose Spieli reichen der «Blick», die «Weltwoche» und die Gratiszeitungen voll aus...
Loser
Mitglied
#209 ° Gesendet: 25.08.2010 22:10
Thomas:
um mit Dreckwürfen Politik zu machen, was hier einige Gutmenschen blind verneint haben.

Mal ganz langsam ja, im Israel Fred hab ich Dir ein Buch empfohlen, welches etliche solcher Engagements linker Politiker in ganz Europa aufzeigt. Der Autor ist selber ein Linker und weis, was er da schreibt. Doch mit einem Stimm ich mit Dir überein, wenn tatsächlich noch Mitglieder anderer Parteien involviert sind, gehört das auch erwähnt.
Thomas
Mitglied
#210 ° Gesendet: 25.08.2010 23:51
Was Thesenjournalismus ist, kann man hier nachlesen:
http://www.berliner-journalisten.com/blog/2010/01/14/weltwoche-lehrbei spiel-zum-thesenjournalismus/

Hier wird noch der Fall Claude Béglé erwähnt, den ich zu den früher bereits genannten Fällen hinzuzähle. Auch der Herzchirurg Marko Turina war ein Opfer von unbegründeten Anwürfen. Und nun war eben Jacqueline Fehr an der Reihe.

Dass Loser versucht die Geschichte noch zu verteidigen, ist einfach peinlich. Das Patronatskomitee hat sich schon längst aufgelöst, und der TA hat dazu keine schlüssigen Fakten und tut das noch auf einem fast ganzseitigen Artikel, womit er seine journalistische Glaubwürdigkeit verliert, schreibt ein Leser. Der Autor des Artikels, René Staubli, weiss von irgendjemandem, der Frau Fehr ein Dossier geschickt hat, in dem steht, dass womöglich unter Umständen und überhaupt, schreibt ein anderer. Die Quellen sind anonym und Staubli stellt Behauptungen in den Raum, ohne die Beschuldigten zu Wort zu kommen lassen, und das ist kein Ruhmesblatt für Tamedia und den Journalismus überhaupt, schreibt ein dritter. Warum dürfen sich TamilInnen nicht für einen unabhängigen Staat einsetzen, ohne sie gleich als Helfershelfer der Befreiungsarmee darzustellen, schreibt ein vierter. Zwei weitere Leserbriefe von insgesamt sechs äussern sich in ähnlichem Ton.
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