Thomas:
Endlich mal gute News aus der Medienwelt!
Ich finde dabei nur lächerlich, dass in dem Zusammenhang Wikipedia, Youtube und Facebook die Schuld an der Misere gegeben wird. Alle drei haben meines Wissens nach kein Newsportal und ich glaube die Mitglieder posten keine News von dpa etc, sondern verlinken wenn dann auf gratis Online Portale wie zb. Spiegel Online.
Thomas:
Letztere sind in einer Gratiskultur gefährdet, da es keine Spezialisten und Gefässe gibt, die Informationen filtern und mit Sachverstand bearbeiten. Dort wo Eliten und Intellektuelle eingemottet werden, ist jede Meinung gleichberechtigt, auch wenn sie noch so falsch ist, und kann mit entsprechenden finanziellen Mitteln hochgepusht werden.
Nunja, die Gratiskultur, wie du sie nennst, muss ja nicht per se schlecht sein. Nur ging das Geschätsmodell nicht auf, und deswegen kollabiert das System. Hätten die Medien einen Weg gefunden, die Gratiszeitungen und Onlineportale kostendeckend zu betreiben, hätte die Qualität nicht drunter leiden müssen. Wobei sich die Gratiszeitungen ja bewusst von Onlineportalen unterscheiden und der Name "20 Minuten" schon impliziert, dass einfach eine Möglichkeit sein soll, sich kurz im Tram über das wichtigse zu informieren.
Dass nun aber die Gratiszeitungen nicht rendieren und diese sogar noch ihren Zeitungen das Wasser abgraben, damit haben sie wohl nicht gerechnet ^^
Thomas:
Menschen sind grundsätzlich faul und anpasserisch. Gerade die Working-Poor, die du ansprichst, lesen Gratiszeitungen nicht, weil sie ihren Ansprüchen genügen, sondern, weil sie nichts kosten (dasselbe im übrigen mit Gratis-Downloads von kulturellen Produkten)
Du bringst hier Gratis-Downloads im falschen Kontext. Diese sind ja prinzipiell illegal. Wirkliche Gratisdownloads müssen nicht schlecht sein, wenn der Künstler findet, er müsse dafür nicht bezahlt werden (wäre sonst ehrenamtliche Arbeit nicht auch Teufelszeug?).
Thomas:
Doch, spielt es. Computer sind - abgesehen von ihrer schlechten Portabilität - auch mit ergonomischen Beschwerden und Änderungen (z.B. Sehverhalten) verbunden.
Wie gesagt, schau dir mal das Produkt Kindle an:
http://www.focus.de/digital/multimedia/tid-8129/elektronische-buecher_ aid_145522.htmlIch selber ziehe dem ein Buch noch immer vor, aber eine Zeitung könnte ich mir durchaus vorstellen, auf einem solchen Gerät zu lesen...
Aber auch diese Dinger werden sich weiter entwickeln, es gibt ald LCD Bildschirme die man rollen oder vielleicht sogar falten kann, die Jüngeren werden damit aufwachsen und sich sicherlich schneller daran gewöhnen...
Aber wie gesagt, ob ein Journalist einen Artikel für die eNZZ auf einem eBook Reader oder für die NZZ im Papierformat schreibt, spielt keine Rolle. Hauptsache, seine Arbeit kann vom Verleger bezahlt werden.