@Krokodil
ich finde den Artikel auch gut und beschreibt das Unbehagen aus literarischer Sicht ja sehr gefühlsbetont mit einem Stück Wahrheit im Kern. Rein fachlich gesehen hat er aber Mängel:
krokodil:
Heute soll der Kleinstaat Schweiz für eine Großbank haften, deren Finanzvolumen sein Bruttosozialprodukt um ein Vielfaches übersteigt
Dies ist grundsätzlich irrelevant. Das Volumen (sprich Bilanzsumme) sagt nichts über das Risiko aus. Die Bilanzsumme setzt sich zu einem wesentlichen Teil aus Bankendebitoren und Bankenkreditoren zusammen. Wenn also die UBS in den Aktiven die HSBC mit einer Millarde bilanziert hat als festen Vorschuss und gleichzeitig in den Passiven die gleiche Bank unter Bankenkreditoren mit einer Milliarde als Verpflichtungen bilanziert, dann ist der Saldo (sprich Risiko) gleich Null. Man müsste also die Bilanzsumme "verrechnet" betrachten.
krokodil:
Denn zur Geisel dieses Geschäfts und damit über seine Verhältnisse erpressbar konnte er nur werden, weil er, mit seiner Garantie des Bankgeheimnisses, ihr Komplize gewesen ist."
Das Problem der damals nötigen Liquiditätszufuhr vom Bund an die UBS und von der Ausgliederung von Subprimes in die SNB haben gar nichts mit dem Bankgeheimnis zu tun. Diesbezüglich waren ja ausländische Banken, welche kein Bankgeheimnis in dieser Form hatten, ja keinen Deut besser. Im Gegenteil: Der Finanzplatz Schweiz steht nach der Krise besser da im Vergleich mit dem Ausland als vorher. Da hat es Deutschland, England oder Frankreich viel härter getroffen. Trotz dieses Fiaskos muss man den Schweizer Banken im Zuge der Krise eine gutes Krisenmanagement zugestehen wie übrigens auch der Regierung oder vorallem der SNB. Dies ist einfach FAKTUM.
Allerdings bin ich auch der Meinung, wie Blocher schon vor 15 Jahren, dass das Klumpenrisiko der Grossbanken ein Problem darstellt für unsere Volkswirtschaft.