Zitiert aus Posting 1328 aus folgendem Thread:
http://www.ignoranz.ch/forum/12_2670_132.htmlseabream:
Ideologie der Homosexualität
Selbst vor Kindern und Schulen machen die schwulen Pressure-Groups nicht halt. «Die Schule ist ein Ort, an dem Homosexualität nur beschränkt Zutritt hat – vielleicht eine letzte heterosexuelle Bastion?», klagten die Initianten der Euro-Pride. «Die Thematisierung von Fragen zur sexuellen Orientierung» müsse «sowohl mit der allgemeinen Sexualerziehung als auch fächerübergreifend im jeweiligen Kontext in allen Altersstufen behandelt werden». Von der Unterstufe bis zum Militär, vom Erstklässler bis zum Armeeoffizier: «Homosexualität» soll lebensbegleitender Pflichtstoff werden.
Solche Forderungen unterscheiden sich von der rechtlichen Gleichstellung, eine Selbstverständlichkeit in jedem liberalen Gemeinwesen. Es geht auch längst nicht mehr darum, ob Schwule und Lesben ihre Sexualität praktizieren dürfen. Was hier zum Ausdruck kommt, ist etwas anderes. Wir haben dem Phänomen religiöse Züge attestiert, der konservative amerikanische Autor Dinesh D'Souza spricht von einer «Ideologie».
Ein Vergleich mit der Antike erhellt, was damit gemeint ist. Unter den alten Griechen gab es viele Schwule, darunter so berühmte wie Sokrates. Doch das bedeutete nicht, dass der Philosoph die Welt durch eine rosa Brille betrachtete. Sokrates war auf selbstverständliche Weise schwul, aber er hätte nie beabsichtigt, die Schule, den Staat, die Armee daran zu messen.
Wo ist der Punkt, an dem der berechtigte Protest gegen Unterdrückung, Verkennung und Diskriminierung umschlägt in peinliche Propaganda für persönliche Vorlieben? Wie sehr interessiert es uns eigentlich, wer welchen sexuellen Praktiken nachgeht und warum? Kommt als Nächstes die Latexfraktion? Oder beglücken uns die Tierliebhaber mit ihren Vergnügungen? Exhibitionismus wird zum Massenphänomen.
1. Es braucht Leute, die Druck auf die Schule ausüben, damit Homosexualität zum Thema gemacht wird. Schliesslich sensibilisieren die Lehrkräfte seit Jahren für alles Erdenkliche: Rassismus, Faschismus, Blasphemie, gesunde Ernährung, Umgang mit Taschengeld etc. Und ausgerechnet die Sexualität soll Tabu sein? Das ändert sich zum Glück, wie man kürzlich in den Zeitungen lesen konnte. Abgesehen davon, dass dies mit dem Zuwachs von Familien aus fremden Kulturen und dem Wiedererstarken fundamentalistischer Strömungen in den Religionen (im Plural!) bitter nötig ist, kann man nicht etwas totschweigen, wovon eine starke Minderheit ca. 7 Prozent der Bevölkerung betroffen sind. Dies zum einen, weil man Kindern beibringen muss, dass man der "Schwuchtel" auf dem Pausenplatz nicht einfach die Faust in die Fresse haut, zum anderen, weil homosexuelle Kinder ein Anrecht darauf haben, von den Lehrkräften zu hören, dass es okay ist, so zu sein, wie man ist.
Was daran soll also ideologisch sein? Ideologisch ist wohl eher, solche Selbstverständlichkeiten in Frage zu stellen.
2. Dass den Forderungen der Schwulen- und Lesbenverbände "religiöse Züge" attestiert werden, ist völlig unverständlich. Niemand fordert hier Heterosexuelle dazu auf, sich zur Homosexualität zu bekehren. Es wird auch gar keine Werbung dafür gemacht. Wie soll das nämlich gehen? Kann man denn für eine Hautfarbe Werbung machen? Wer hier von einer "Ideologie" spricht, hat sich mit sexuellen Orientierungen überhaupt nicht auseinandergesetzt, sondern hantiert mit absurden Unterstellungen.
3. In der Antike gab es keine Schwule - Aristophanes verspottet die "Arschficker" in den "Wolken". Sokrates war nicht schwul im heutigen Sinne - vermutlich eher, wie im antiken Griechenland üblich, Päderast. Aber nicht mal das - im Symposion geht es gerade nicht um eine Verteidigung der Sexualität. Auch wurde Sokrates der Prozess gemacht wegen "Verführung der Jugend" - womöglich gerade deshalb, weil man befürchtete, er würde mit seinen Ideen die Schule, den Staat und die Armee zersetzen. Davon, dass Sokrates auf "selbstverständliche Weise" schwul im heutigen Sinne gewesen sein soll, ist also in mehrfacher Hinsicht falsch. Es handelt sich - wie beim ebenfalls im Artikel bemühten Thomas Mann - um ein an den Haaren herbeigezogenes Beispiel. Von einer Auseinandersetzung mit der Materie seitens des Autors kann keine Rede sein.
4. Das Wort "Propaganda" sowie das - offenbar nicht ironisch gemeinte - Zitat des Begriffs "Homosexualisierung" (Christian Waber, EDU) - deuten darauf hin, dass der Autor des Pamphlets Homosexualität als etwas freiwillig gewähltes betrachtet, was heute nur noch religiöse Fundamentalisten behaupten. Somit hat das Pamphlet eine eindeutig stigmatisierende und diskriminierende Absicht. Es will den rechtskonservativen Mainstream darin bestärken, dass man Schwulen, Lesben und Intersexuellen mit Verachtung und Abscheu begegnet bzw. mit "Mitleid und Takt" (Joseph Ratzinger).
Fazit: Ein typischer Köppel-Woche-Artikel: unsachlich, rein ideologisch, unkritisch den rechtskonservativen Mainstream verteidigend, mit haarsträubenden Klischees und Unterstellungen bestückt, Homo-Bashing der dümmeren Art...