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Schweizer Schlagzeilen Diskussionsforum Politik / Schweizer Schlagzeilen /

Zürich: Weniger Einnahmen aus Verkehrsbussen

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Georg Meier
Mitglied
#11 ° Gesendet: 03.03.2006 22:17
In der Stadt Zürich sind 40% der Haushalte autofrei. Vor allem in der Kernsstadt ist das Leben ohne Auto sehr beliebt. Warum das Geld zum Fenster rauswerfen? Autofahren ist unsexy!
Aus einem internen Paper: "Ein Stadttunnel ab Wollishofen direkt nach Stettbach, Anschluss an Opernhausparking, oberirdisch nur einspurig mit Gebühr. Die Lüftungsanlage des Stadttunnels filtert alle giftstoffe aus, weshalb auch beim Stadttunnel eine Gebür erhoben wird, ausserdem muss er amortisiert werden. Abbruch der Sihlautobahn."
Wenn die Masse der Autos endlich mal draussen bleibt, dann gibt es auch weniger Bussen zu verteilen.
driv3r
Mitglied
#12 ° Gesendet: 03.03.2006 23:03
"In der Stadt Zürich sind 40% der Haushalte autofrei. Vor allem in der Kernsstadt ist das Leben ohne Auto sehr beliebt. Warum das Geld zum Fenster rauswerfen? Autofahren ist unsexy!"

In der Stadt Zürich sind 60% der Haushalte automobil. Vor allem in der Kernsstadt ist das Leben mit Auto sehr beliebt. Warum das Geld für ÖV zum Fenster rauswerfen? Autofahren ist sexy!
anna
Mitglied
#13 ° Gesendet: 03.03.2006 23:53
Autofahren ist sexy!

Nana, mir ist nicht ganz klar, in welcher Hinsicht verantwortungslose Gockel auf Balzausfahrt anziehend wirken sollen.
Xeno
Mitglied
#14 ° Gesendet: 03.03.2006 23:57
@driv3r

Ausser Dir bezeichnet kerin Mensch eine Geschwindgkeitsübertretung oder gar Falschparkieren als "Verbrechen". Es liegt nur eine Übertretung, in krassen Fällen allenfalls ein Verstoss vor. Ich verteidige ganz sicher keine Behauptung, die ich nicht gemacht habe.

Davon abgesehen hat mich noch ein sackdummer Satz so aufgeregt, dass ich es Dir sagen muss, und zwar nicht nach Feng Shui:

<<...während der Staat bei Schwerverbrechern, Mördern und Kinderschändern gerne ein Auge zudrückt.<<

Hast Du BELEGE für diese ungeheure Anschuldigung? NEIN?? WARUM ***LÜGST*** DU DANN?

So, ich habe es Dir gesagt und schlafe besser ;-)

X.
driv3r
Mitglied
#15 ° Gesendet: 04.03.2006 02:38
Wie gesagt, wenn man gebüsst wird vom Staat hat man auch etwas verbrochen, zumindest gemäss unseren Gesetzen.

Mit den Kinderschändern etc. wollte ich auch nur darauf hinweisen, dass in solchen Fällen von echten Schwerverbrechen immer Tendenzen und Anstrengungen zur Minderung der Bestrafung festzustellen ("schwere Jugend") sind, während bei minimsten "Verbrechen" wie Geschwindigkeitsübertretungen, "Falsch"-parken, FIAZ und so weiter die Schraube immer weiter angezogen wird, und zwar gnadenlos. Das entspricht je länger je weniger meinem Rechtsverständnis und ist meiner Meinung nach die Folge eines zunehmenden Realitätsverlustes der Justiz (und der Politik ja sowieso) bzw. der hemmungslosen Bereicherung am Geld des Otto-Normalbürgers. Durch ständige Tieferlegung der Gesetzesschwellen werden ganze Bevölkerungsschichten für Bagatellvergehen kriminalisiert, während sich die wirklich grossen Fische auf eine milde Schweizer Justiz freuen können.

Es ist schon eine verkehrte Welt.
Pirelli
Blog Autor
#16 ° Gesendet: 04.03.2006 14:06 ° Bearbeitet von: Pirelli
@ Driv3r

Ich schliesse mich an und erwarte konkrete Beispiele von dir. Diese ewige Behaupterei bringt uns nicht weiter.
Und weil ich so nett bin, liefere ich dir ein Beispiel für grosse Milde der hiesigen Justiz, geschehen 2004 in Zürich.
Ein 16-Jähriger wollte auf dem Zebrastreifen die Hottingerstrasse überqueren. Herangedonnert in seinem Alfa kam ein 28-Jähriger Schwyzer (!) Polier. Der gab Gas, der Jugendliche konnte sich nur mit einem Sprung retten. Er zeigte dem Alfafahrer den Stinkfinger. Dieser wendete sein Auto und versuchte, den Jungen damit zu rammen. Der wiederum flüchtete in einen Hauseingang und musste, um nicht überfahren zu werden, auf die vordere Stossstange des Alfas springen. Der Schwyzer stieg aus, zerrte den Jungen mit den Worten "Pass uf, Bürschtli!" über die Haube aus dem Eingang und schlug ihn spitalreif. Passantinnen schritten ein, der Mann wollte nicht aufhören, auf den Jugendlichen einzutreten.
Das Urteil? 2 Monate Knast, 900 Franken Busse und 100 Franken Genugtuung für den Jugendlichen. Der war eine Woche im Spital und ist zeitlebens traumatisiert - wenn es sich um Autofahrer als Täter handelt, ist das den Zürcher Gerichten 100 Franken wert.

Und die Pointe: «Das ist ein eher mildes Urteil, es hätte auch höher ausfallen können», sagte der Richter dem offenbar streitlustigen Mann.

Wohl wahr. Das Gericht hätte auch eine 30-tägige bedingte Gefängnisstrafe in eine unbedingte umwandeln können. Denn der Schwyzer hatte schon Anfang 2000 einmal die Kontrolle verloren. Damals war es zu einer Beinahekollision mit einem Velofahrer gekommen. Als ihm dieser «Arschloch» austeilte, wendete er sein Auto, drängte den Velofahrer rechts in den Graben, stieg aus, schlug ihm die Faust ins Gesicht und trat ihm mehrmals mit den Füssen in die Nieren. Immerhin verlängerte das Gericht die Probezeit für die damalige Strafe auf viereinhalb Jahre.
(TA)

Nun wird eine bedingte Strafe in eine unbedingte umgewandelt, wenn der Täter während der Bewährungszeit ein ähnliches Delikt begeht.
Aber eben: Es war ein Autofahrer, da sieht man das nicht so eng.

So, Driv3r, jetzt bist du dran. Beispiele, hopp!

(PS: Als Game hast du echt ne beschissene Steuerung.)
Xeno
Mitglied
#17 ° Gesendet: 04.03.2006 23:11
@driv3r

<<Wie gesagt, wenn man gebüsst wird vom Staat hat man auch etwas verbrochen, zumindest gemäss unseren Gesetzen.<<

Nein. NEIN. ***NEIN***. Wenn man gebüsst wird, liegt sogar mit Sicherheit KEIN Verbrechen vor, den Verbrechen werden gerade nicht (nur) mit Busse bestraft. Sorry, das Strafgesetzbuch, wo das steht, kannst Du Dir selber ergooglen. Es stimmt einfach nicht, was Du da schreibst. Und ich wehre mich auch als Autofahrer, der (ausnahmsweise ;-) auch schon eine Parkbusse bekommen hat, dagegen, deswegen jetzt ein "Verbrecher" zu sein.

X.
driv3r
Mitglied
#18 ° Gesendet: 06.03.2006 00:40
@xeno: Ich interessiere mich nicht wirklich für juristische Haarspaltereien. Im Grundsatz gilt, dass der Staat festlegt, was die Gesetze sind, und was die Bestrafungen für Nichteinhaltung derselben sind. Würde man nicht gegen Gesetze verstossen und ein "Verbrechen" begehen, wäre die Abzocke durch Bussen für Marginalvergehen ja noch weniger berechtigt als sie so schon ist.

Einverstanden?
Xeno
Mitglied
#19 ° Gesendet: 06.03.2006 01:13
@driv3r

<<Ich interessiere mich nicht wirklich für juristische Haarspaltereien.<<

Ich auch nicht. Nur sind wir uns nicht einig, was eine Haarspalterei ist und was nicht. Ich finde es NICHT gleichgültig, ob ich jetzt ein Verbrecher bin, weil ich mal irgendwo falsch parkiert und dafür eine Busse bekommen habe, ich verwahre mich ganz ausdrücklich gegen diese FALSCHE Bezeichnung.

<<Im Grundsatz gilt, dass der Staat festlegt, was die Gesetze sind, und was die Bestrafungen für Nichteinhaltung derselben sind.<<

Völlig richtig.

<<Würde man nicht gegen Gesetze verstossen und ein "Verbrechen" begehen,...<<

Himmel, Arsch und Zwirn: LÄNGST NICHT jeder Gesetzesverstoss ist ein Verbrechen, es sind sogar die meisten KEINE Verbrechen. Warum ist das so schwer zu kapieren?

<<...wäre die Abzocke durch Bussen für Marginalvergehen ja noch weniger berechtigt als sie so schon ist.<<

Ob Du von "Abzocke" sprichst oder nicht, ist mir, wie Du weisst, denkbar egal; ich finde es eine der besseren Möglichkeiten des Staates, zu Geld zu kommen. Sollen Leute, die Verkehrsregeln brechen, halt blechen, mein Bedauern: Null.


X.
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