Forenübersicht ° Suchen ° Statistik °

Schweizer Schlagzeilen Diskussionsforum Politik / Schweizer Schlagzeilen /

Die andere Kategorie von Sozialschmarotzern

 Seite:  1  2  3  4  »» 
cristiano
Mitglied
#1 ° Gesendet: 29.01.2008 13:30 ° Bearbeitet von: cristiano
Ein Artikel des Unterzeichneten, geschrieben vor gut einem Jahr, der allerdings nie zur Publikation gelangte. Der Bericht wurde sowohl aus politischen Gründen, als auch, weil dieser „zu heiss“ seie, von mehreren Zeitungen und Zeitschriften abgelehnt.

Man geht davon aus, dass 6% der Fürsorgebezüger die Unterstützung zu Unrecht beziehen oder nicht entsprechend ihrem Verwendungszweck ausgeben. Von diesen 6% gilt die Hälfte als unaufgedeckte Fälle. Es gibt allerdings noch eine ganz andere Art von Schmarotzern, die sich auf Kosten der Fürsorge aber auch von Sozialbezügern eine goldige Nase verdienen. Es sind dies eine Reihe dubioser Vermieter. Ihnen kommt die angespannte Wohnungslage zu gute. Viele Fürsorgebezüger finden praktisch keine Wohnung. Die Situation hat sich seit den öffentlichen Diskussionen über Sozialschmarotzer wesentlich verschärft. Viele Vermieter – darunter auch namhafte Liegenschaftsverwaltungen und Pensionskassen - sind nicht mehr bereit, Fürsorgeabhängigen, Arbeitslosen, Invaliden, eine Wohnung zu abgeben. Dazu kommt, dass Albert Leiser, seines Zeichens FDP-Gemeinderat und Direktor des Hauseigentümerverbandes von Zürich, sich in einem an die HEV-Mitglieder gerichteten Artikel vor einer Vermietung von Wohnungen an Fürsorgebezüger abriet (HEV 6/2006, S. 371). Doch hatten sich einige Vermieter schon früh darauf „spezialisiert“ , Rentnern, Fürsorgebezügern und Arbeitslosen Wohnungen abzugeben, respektive zu vermitteln. Allerdings bei weitem nicht aus ethischen Gründen, wie dies aus diesen Kreisen oft vorgegaukelt wird.

So ist in der Branche allgemein bekannt, dass die Sozialhilfe in Zürich für Mieten Maximalbeträge von Fr. 1.100.— für eine Person, Fr. 1.450.— für ein Ehepaar ohne Kinder bezahlten. Eine stattliche Anzahl von Vermietern erhöhten deshalb die Mietzinse auf die Fürsorgeansätze. Die inzwischen herabgesetzten Ansätze werden zwar, um den Markt nicht zu beeinflussen, nicht mehr veröffentlicht, doch sind auch diese inzwischen in den einschlägigen Kreisen längst bekannt. Zudem kommt, dass auch die neuen Ansätze für die teilweise vermieteten Bruchbuden, Umbauten, ehemalige Gewerberäume ohne Bade- und Duschgelegenheit, nach wie vor viel zu hoch liegen. Die Frage ist berechtigt, was denn nach den zu erwartenden Mietzinserhöhungen (Hypothekarzins, Indexveränderung) den vom Staatssäckel abhängigen Personen noch an Unterkunft geboten wird.

Hierzu einige Fälle, die sich vor einem Jahr, also noch zu Beginn des Debakel um Sozialdepartement und Monika Stocker ereigneten:

In einem Fall erdreiste sich ein Hauseigentümer seiner ausländischen Mieterin nach einem unterlegenen Mietschlichtverfahren (3-jährige Sperrfrist!) in eine grössere Wohnung zu versetzen und während zwei Jahren von ihrem Grundbedarf 1 (Fr. 830.--) Fr. 700.— schwarz abzukassieren. Dass Mietzins in keiner Relation zum Mietobjekt stand, sei nur nebenbei erwähnt.

Dass Vermieter zwecks „Steueroptimierung“ den Stromzähler auf ihren Namen laufen lassen, um danach den Energieverbrauch beim Fürsorgebezüger (ist im Grundbedarf 1 eingerechnet) einzukassieren, darf bereits als Kavaliersdelikt betrachtet werden.

In einem andern Fall vermietete ein Hauseigentümer einem Fürsorgebezüger eine sich im Umbau befindende 3-Zimmer-Wohnung zu einem recht hohen Ansatz. Er versprach die Wohnung fertig zu stellen, liess sich jedoch nach Beendigung eines Zimmers nicht mehr blicken. 5 Monate später war die Liegenschaft verkauft, dem verdutzten Fürsorgebezüger – inzwischen IV-Rentner – wurde die nach wie vor nicht beendete Wohnung vom neuen Hauseigentümer kurzfristig gekündigt.

Aber auch lange wurden Wohnungsabgabeprotokolle erstellt, die den Tatsachen nicht entsprachen. So hatte beispielsweise der Vermieter einer Wohnung kürzlich auf seinem Protokoll einen Riss im Sofa vermerkt. Nur, die etwa 10cm lange Beschädigung bestand bereits als die Mieterin (!) das Möbelstück im Secondhand-Laden erwarb. Aufgeschreckt der vielen „Schäden“ sind die Fürsorgeämter allerdings mit der Begleichung von Mieterschäden vorsichtiger geworden.

Dass viele Fürsorgebezüger froh sein müssen, überhaupt eine Wohnung zu finden führt dazu, dass sie sich gegen rechtlich unhaltbare Mietkonditionen kaum wehren. So werden in Mietverträgen Mahngebühren, Betreibungsunkosten, Rechtsöffnungsentschädigungen und dergleichen in einer Höhe festgelegt, die selbst Anwaltshonorare übersteigen. Jahre alte Indexstände, Vorbehalte bei Bruttorenditen in Mietverträgen werden und können von Fürsorgebezügern mangels Verständnis nicht einmal überprüft werden. Dass sich solche Vermieter unter anderem auch mietvertraglich unangemeldete „Hausbesuche“ vorbehalten, ist nur noch das Pünktchen auf dem i.

Vielleicht Arbeit für Sozialinspektoren, nachdem sie alle Missbrauchsfälle der Fürsorgebezüger aufgedeckt haben? Nein, denn solche Kontrollen würden polizeirechtliche Befugnisse voraussetzen. Doch diese sind für Sozialinspektoren nicht vorgesehen.

Christiano
cristiano
Mitglied
#2 ° Gesendet: 30.01.2008 17:44
Der ehemalige Suva-Immobilienchef muss wegen passiver Bestechung, ungetreuer Amtsführung und Urkundenfälschung für 3,5 Jahre ins Gefängnis.

http://www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/suva_immobilien_affaere_urteil_i mmobilienchef_gefaengnis_1.662467.html
quadour1
Mitglied
#3 ° Gesendet: 30.01.2008 20:04
Jeder ist sich selbst der nächste. Ob Grün, Sozialisten/Kommunsisten oder SVP. Scheissegal. So ist nun mal der Mensch. Er ist ein Raubtier und Allesfresser.
cristiano
Mitglied
#4 ° Gesendet: 30.01.2008 20:06
@quadour1

Das ist richtig wenn man berücksichtigt, dass Ausnahmen die Regeln bestätigt
seabass
SVP Parteisoldat
#5 ° Gesendet: 30.01.2008 20:31
@cristiano

EBEN. Die Auswüchse eines fetten Staates. Desshalb wollen die Bürgerichen einen schlanken Staat.
Bruno R.
Mitglied
#6 ° Gesendet: 30.01.2008 21:55
Guter Bericht, der die Wahrheit wiederspiegelt. Aber weswegen der nicht veröffentlicht wurde kann ich nicht verstehen.

Im Nachbardorf gibts auch ein Haus, in welchem fast ausschliesslich Sozialbezüger wohnen. So wie ich hörte, ist dies eine sichere Angelegenheit, da immer bezahlt wird. Als ich jedoch hörte was die Wohnungen kosten, drehte sich mir fast der Magen um. Sind ja nicht gerade Bruchbuden, aber Stadtpreise auf dem Land finde ich schon ein wenig daneben.
cristiano
Mitglied
#7 ° Gesendet: 30.01.2008 22:02
@seabass

EBEN. Die Auswüchse eines fetten Staates. Desshalb wollen die Bürgerichen einen schlanken Staat.
Und was haben die "Krämpfe" von Liegenschaftsverwaltungen und Liegenschaftsbesitzern, so wie die Aufforderung des HEV-Direktors mit einem schlanken Staat zu tun? Es sind doch gerade die Bürgerlichen (SVP und FDP) die diese Krampfbrüder unterstützen.
cristiano
Mitglied
#8 ° Gesendet: 30.01.2008 22:07
@Bruno R

Der Artikel ist ein voller Angriff auf das Etablishment. Aber wahr und ich verfüge über alle Belege (Quittungen, Abnahmeprotokolle, Fotos, etc.). Den Artikel hatte ich an 12 Zeitungen geschickt. Entweder erhielt ich keine Antwort oder bedauernde Ablehnung. Ich glaube, ich hätte den Bericht nicht einmal gegen Bezahlung der Inseratekosten untergebracht.
Bruno R.
Mitglied
#9 ° Gesendet: 30.01.2008 22:14
Schon fragwürdig, wie netral unsere Medien sein wollen. Aber man ist ausgeliefert, diese Macht die von den Medien ausgeht ist beängstigend.

Echt traurig... Da haben wohl noch so manche Geldgierige Schmarotzer mit weisser Weste die Finger dazwischen.
agathon
Mitglied
#10 ° Gesendet: 30.01.2008 23:49
@ cristiano

der Tagi und 10vor10 berichteten über diese Machenschaften der Vermieter im Kreis Vier/Brauerstrasse. Bei mir gegenüber das selbe Problem: Ein Junkie-Dealer zieht mit Sozialgeld in die Wohnung und terrorisiert während einem Jahr die Nachbarschaft: Am Ende haben ihn Bullen abgeholt. Die Sozialkasse musste sogar die Wohnungsrenovation zahlen und kündbar war er nicht, weil das Sozialamt ihn verteidigte. Voll beknackt.
Der Vermieter hat gut verdient an der Sache, die Eingangstür, welche die Kunden des Dealers demoliert hatten, ist noch heute nicht repariert, jeder kann in das Haus rein und raus gehen.

Dabei braucht man hier Hochsicherheitstüren, wie wir sie in unserem Haus haben. Und im Erdgeschoss Panzerglas an den Fenstern: Kein Witz!
 Seite:  1  2  3  4  »» 
Dieses Thema ist geschlossen. Es sind keine weiteren Antworten möglich.
 

Foren

Themen

Weiterempfehlen

Werbung

Anmelden

oder kostenlos registrieren

Jetzt online

Jetzt online: Gäste - 1
Registrierte Gäste - 0
Online Rekord: 33 [15.08.2008 15:34]
Gäste - 30 / Registrierte Gäste - 3

Das Forum ist CO2-neutral

Facebook