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Blocher geht - Van Tha kommt...

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Handicap-Power
Mitglied
#31 ° Gesendet: 06.01.2008 02:36
Was ist denn beim neuen Asylgesetz nach dem Blocher-Strickmuster "humaner"?
seabass
SVP Parteisoldat
#32 ° Gesendet: 06.01.2008 02:51
@HCP

Die reine Wahrscheinlichkeitsrechnung. Vorher war das Gesetz attraktiv für unechte Flüchlinge. Dies ist nun nicht mehr, desshalb kommen weniger. Die Behörden können nun seriöser abklären, echte Flüchtlinge fallen nicht mehr durch den Raster. Ich glaube eben schon, dass vorher, bei diesem Andrang, z.T. oberflächlich abgeklärt wurde und es gab vielleicht viel mehr Fehlentscheide, als wir heute wissen.
Handicap-Power
Mitglied
#33 ° Gesendet: 06.01.2008 03:04
Diese Überlegung kann ich nicht nachvollziehen.

Welcher Flüchtling weiss, wenn er aus seinem Land flüchtet und in die Schweiz kommt, ob er ein echter oder unechter Flüchtling ist, wenn selbst unsere Behörden monatelange brauchen, um genau dies abzuklären?

Glaubst du tatsächlich das Märchen, dass Menschen in gefährdeten Gebieten bevor sie flüchten, zuerst abklären, ob sie in der Schweiz als echte oder unechte Flüchtlinge gelten? Und wenn sie die Sache studiert haben und dann feststellen, aha, ich gelte da offenbar als Wirtschaftsflüchtling und nicht als "echter Flüchtling", also gehe ich da besser gar nicht hin? Ich glaube vielmehr, dass die in aller Regel überhaupt keine Ahnung haben, was sie hier erwartet.
cristiano
Mitglied
#34 ° Gesendet: 06.01.2008 09:53 ° Bearbeitet von: cristiano
@hcp

Ich muss seabass recht geben. Die kamen mit der Arbeit nicht mehr nach. Ich habe viele NEs gesehen. Mit dem Kopfschütteln fängst Du an, mit dem Lachen hörst Du auf. Du glaubst nicht, was Du alles für Märchen die da erfunden werden siehst. Echte Krimis, nur, wenn man einmal vom Kongo, danach vom Kamerun spricht, fällt es auch dem dämmlichsten Befrager auf, dass da nicht alles der Wahrheit entsprechend ist! Gerade Afrikaner halten uns für wirklich blöd (sie sagen es dir meist auch gleich). Und dann, passieren eben solche Sachen wie mit dem Stanley Van Tha. Nicht, weil die Behörden es nicht besser wüssten, ich kenne aber Fälle, wo die Entscheidbehörden sich nicht einmal die Mühe genommen haben, die Akten zu studieren. Querlesen genügte meist. Und bei der nächsten Instanz (Asylrekurskommission) noch einmal alles genau anschauen? Vergiss es, nur Einzelfälle a la Losentscheid! Bei Stanley war aber die Sache ganz anders. Migrationsamt, Asylrekursbehörde, als auch Blocher waren explizit auf die Gefährdung aufmerksam gemacht worden. Und trotzdem! Das war eine richtige Schweinerei. Das wussten die, weshalb Stanley sehr schnell in einer Nacht- und Nebelaktion abgeschoben wurde. Und die andern 2 Burmesen kannten den Fall Stanley ebenfalls. Einer gab noch ein Interwiev. Es war wohl sein letztes. Gehört hat man von den beiden nichts mehr!
Handicap-Power
Mitglied
#35 ° Gesendet: 06.01.2008 11:21
cristiano: Echte Krimis, nur, wenn man einmal vom Kongo, danach vom Kamerun spricht, fällt es auch dem dämmlichsten Befrager auf, dass da nicht alles der Wahrheit entsprechend ist! Gerade Afrikaner halten uns für wirklich blöd (sie sagen es dir meist auch gleich).

Warst du schon mal in Afrika? Ich meine so richtig unter den Menschen und nicht wie ein Tourist durch die Werbestrassen europäischer Unternehmen geschleust?

Ich war monatelang in Marokko, Algerien, Kenya, bei dem Massaii. Was wir Wahrheit nennen, ist in diesen Ländern eine äusserst fremde Sache. Die Menschen dort leben von Geschichten. Sie kommunizieren miteinander nicht in der Art, wie wir es tun. Wir vermitteln einander pure Fakten; Sie vermitteln ihre Informationen in Geschichten verpackt. Das ist ihre (aus unserer Sicht naive und unterentwickelte) Form der Kommunikation. Diese Menschen lügen nicht, aber sie verpacken alles in Geschichten, die wir nicht verstehen und mit unseren Verständnis als Lüge einordnen.

Ich wohnte eine zeitlang bei einer Grossfamilie in Gardaia (Oasenstadt in der Sahara). Die ersten Tage hatte ich grosse Mühe, das, was die Menschen zu mir sagten, zu verstehen. Ich habe einfach nichts begriffen, weil sie jede Information, die sie mir geben wollten, in ellenlange Geschichten und Märchen verpackten. Sie wollten mir von Anfang an vermitteln, dass sie alle Wasser sparen mussten und dass auch ich mit dem Wasser sorgsam umgehen sollte. Aber weil sie mich als Gast nicht einschränken und schon gar nicht massregeln wollten, sagten sie mir nicht direkt, dass ich nur wenig Wasser brauchen soll. Sie erzählten mir tagelange erfundene Geschichten und Märchen darüber, was alles passieren kann, wenn man Wasser verschwendet. Bis ich selber automatisch nur sehr sparsam Wasser brauchte. Sie haben mir nie gesagt, ich soll unter den Wasserhahn (ein einziger im Freien für mehrere Häuser) ein Becken stellen, wenn ich mir die Hände waschte, damit man mit dem im Becken aufgefangenen Wasser noch Pflanzen giessen konnte. Ich habe es einfach irgend wann mal automatisch gemacht. Und sie haben mich dabei ertappt und haben mich schmunzelnd angelacht. Und die Kinder sind nicht zum Vater gelaufen, um ihm zu sagen "Er stellt jetzt ein Becken unter den Wasserhahn" (oder mit anderen Worten "er hat es kapiert, er unterordnet sich unseren Regeln"), nein sie haben dem Vater gesagt: "Er hat Wasser für unsere Pflanzen bereitgestellt" (oder mit anderen Worten "er hat etwas Gutes getan").

Was machen denn unsere "Aufklärer" in den afrikanischen Ländern anderes, als dass sie jede Information in Symbole und Geschichten verpacken? Zum Beispiel in der AIDS-Prävention, sie informieren durch Bilder und Theateraufführungen. Weil sie mit dem Vermitteln trockener Information nie weit gekommen sind.

Diese Menschen erzählen auch bei uns nicht Geschichten (aus unserer Sicht Lügengeschichten), weil sie uns belügen wollen, sondern weil das in ihren Kulturen so üblich und tief verankert ist.

Wenn hier ein Afrikaner sagen will, dass er jemanden gern hat, dann sagt er nicht "ich hab dich gern". Nein, er fährt ein und macht daraus ein Fest, bringt Musik und allerlei köstliche Lebensmittel mit und kocht vier Stunden lang ein Essen, erzählt über jedes Gemüse und Gewürz eine Liebesgeschichte und bringen dich in den 1001sten Himmel voller Musik, Düfte und Märchen. Bis man es nicht mehr weiss, sondern warm durchdringend spürt, der hat mich gern. Und wer dann immer noch nicht kapiert hat, was gesagt werden soll, dem sagen sie es dann so: "Ich bin ein Dummkopf, ich habe dich nicht verdient" und gehen glücklich nach Hause.

Wir könnten viel davon lernen.
cristiano
Mitglied
#36 ° Gesendet: 06.01.2008 11:41 ° Bearbeitet von: cristiano
@hcp

Ich war 5 Jahre in Afrika und 2 Jahre in Asien. Ich kenne also die Verhältnisse sehr gut. Das was Du sagst trifft für viele (unverbrauchte) Stämme zu. Jedoch lange (nicht mehr) für alle. Die Asylgesuche und Antworten auf Befragungen haben aber mit solchen Geschichten (die ich immer sehr gerne gehört hatte) nichts zu tun. Sie sind anders gelagert und wahre Lügengeschichten. Da muss man schon differenzieren. Zudem sind noch andere Sachen zu beachten. Beispielsweise die Meinung solcher Befrager. Zuerst sind alle enthusiaistisch, danach aber sehr schnell frustiert. Um auf die Afrikaner, die nach Europa kommen, zurück zu kehren. Das sind meist ganze Familienclans die ein Familienmitglied nach dem andern zu uns bringen. Danach wird nach einem Ehegatten gesucht. Kaum verheiratet, wird aber der Handschuh um 180Grad gekehrt. Braucht dann nur der Drogenhandel ins Spiel zu kommen, dann ist natürlich alles gekarretelt. Versuchst Du Dich zu scheiden, wartest Du mal schön Deine (heute) 2 Jahre, worauf dann die Sache hinausgezögert wird. So oder so, in den meisten Fällen kommt es zur Niederlassungsbewilligung, danach zur Scheidung. Wohl verstanden, wenn Du Glück hast!
Ja, die Lebensverhältnisse haben sich auch in Afrika in den vergangenen Jahren sehr stark verändert und die Einstellung dieser Leute uns gegenüber ist auch nicht mehr die gleiche.
Handicap-Power
Mitglied
#37 ° Gesendet: 06.01.2008 11:45
Es mag solche Einzelfälle geben. Ich habe dazu andere Erfahrungen und daher auch eine andere Meinung.
cristiano
Mitglied
#38 ° Gesendet: 06.01.2008 11:49
@hcp

Aber leider sind es nicht mehr Einzelfälle.
Handicap-Power
Mitglied
#39 ° Gesendet: 06.01.2008 11:51
Belegen bitte.
cristiano
Mitglied
#40 ° Gesendet: 06.01.2008 11:59 ° Bearbeitet von: cristiano
@hcp

Dürfte schwierig sein, denn all die abgewiesenen Asylentscheide dürftest Du ebensowenig akzeptieren wie ich. Und für den Rest müsstest Du zu mir kommen; ich vorher alle Namen abdecken (dies würde übrigens auch für den Fall Stanley gelten).
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