polimar Mitglied
#28 ° Gesendet: 10.10.2007 01:29 |
Es ist schon erstaunlich, dass die Schweiz es als kleines und reiches Land nicht fertigbringt, ihre relativ kleinen Probleme pragmatisch und ohne Schlammschlacht zu lösen. Das von der SVP gemalte Bild des anständigen Schweizers liegt irgendwo zwischen Grössenwahn - der Schweizer als moralischer Übermensch - und kalkulierter Naivität. Themen, die sich nicht mit wenigen Schlagworten abhandeln lassen, haben in der SVP Agenda keinen Platz. Mit der wirklichen Schweiz, und das sehen viele ausländische Zeitungen richtig, will sich der SVP-Wähler auf keinen Fall beschäftigen. Die Politik verkommt so zum provinziellen Stammtisch, an dem über Zauberformeln, Mörgeli-Streiche, schwarze Schafe und Blocher-Spielchen gestritten wird. Seldwyla halt, nur etwas weniger harmlos. Letzte Woche sagte der ehemalige Präsident der US- Notenbank, Alan Greenspan, in einem Interview, es spiele eigentlich keine Rolle, wer als nächster US Präsident gewählt werde, die meisten wichtigen Entscheide würden schon längst nicht mehr von der Politik, sondern von der Wirtschaft gefällt. Dank der SVP verkommt die Polik auch in der Schweiz zu einem weltvereinfachenden Rollenspiel für Denkfaule. Dagegen muss etwas unternommen werden. |