FEW things Mitglied
#30 ° Gesendet: 13.05.2007 16:01 |
Nein Ibarra, das Thema ist damit nicht "gegessen", jedenfalls für mich nicht.
Ich bin eine Person - und das ist hier im Forum weitgehend bekannt - die durch massive machtmissbräuchliche sexuelle Übergriffe zum Behinderten geprügelt worden ist. Eine ganze Nacht lang haben mich Neonazis verprügelt, gefickt, haben mir (auf eine Parkbank gefesslt) ihre Fäuste in den Arsch und in den Mund gerammt und mich - nach acht Stunden qualvoller Tortur in die Büsche geworfen. Ich habe danach ein ganzes Jahr lang in einem Wald verbracht und bin nur nachts in mein Haus geschlichen, um ein paar Lebensmittel zu holen. Wanderer haben mich im Wald - völlig verwahrlost und kaum noch in der Lage, zu gehen - aufgelesen und ins Spital gebracht. Dort wurde nach einer Woche eine lebensbedrohende ansteckende Krankheit diagnostiziert, die mir mit ziemlicher Sicherheit beim nächtlichen Überfall vor einem Jahr "mitgegeben" wurde. Ich war sechs Woche lang in Quarantäne und habe um mein Leben gekämpft.
Ich bin heute in jeder Hinsicht unversehrt. Und es gelingt mir sogar, über die Vorkommnisse öffentlich und uneingeschränkt zu reden. Zurück geblieben ist allerdings eine psychische Behinderung, auf Grund derer mein Leben nicht so schaurig einfach ist: Alles ist nur noch im Zeitlupentempo möglich.
Wenn da nun einer kommt, der glaubt, mich mit just jenen von Neonazis angewendeten Machtmissbrauchs- und Sexualpraktiken, die mich zum Behinderten prügelten, "anmachen" zu müssen, und dann auch noch unterstellt, ich würde solches doch mögen, ist das ein starkes Stück. Und wenn so einer sich noch damit verteidigt, er hätte gedacht, ich sei doch "eher devot", ist das der absolute Hammer.
Ibarra ist aber nur einer von zehntausenden. Viele Frauen müssen sich Gleiches täglich anhören und gefallen lassen von den ewig gestrigen Herren, die der Meinung sind, Frauen brauchen eine starke Hand und da sie "eher devot" sind, auch eine entsprechende "Führung". Und darunter verstehen dann diese Herren eine entsprechende sexuelle Anmache, den Tatsch auf den Arsch der Serviertochter und die häusliche sexuelle machtmissbräuchliche Vergewaltigung ihrer Ehefrauen. Zum Kotzen.
Die 5. IV-Revision
Mit dem Thema 5. IV-Revision hat diese Geschichte viel zu tun. Mit der 5. IV-Revision werden psychisch Behinderte keine Chance mehr haben, dass auf ihre Befindlichkeiten, dass auf ihre besondere und einzig mögliche Art, einigermassen das Leben erträglich und möglich zu gestalten, Rücksicht genommen wird. Man wird ihnen auf den Arsch klappsen und sagen: Komm schon, ist doch alles nicht so schlimm, du darfst in meiner Fabrik die Toiletten putzen, die vorher von Männern vollgepisst und vollgewixt wurden. Und man hört sie schon heute: Wir wollen doch nur das Beste für sie, diese Menschen wollen doch auch irgendwie "gebraucht" werden. Dass aber eine Drecksarbeit für zwei bis vier Franken Stundenlohn auch nichts anderes als Machtmissbrauch bedeutet, können diese Herren nicht nachvollziehen.
Ich bin nicht der einzige Behinderte, der täglich gegen die Machtansprüche und die Machtmissbräuchsansprüche gewisser Personen in dieser Gesellschaft anzukämpfen und sich durchzukämpfen hat. Es gibt Zehntausende. Und es sind genau jene, die von einer SVP als "Behinderte mit unklarer Kausalität" bezeichnet werden. Denn der tägliche Kampf nach massiven Machtmissbräuchen jedem neuen Machtmissbrauch aus dem Weg zu gehen, damit das Leben einigermassen erträglich wird, ist für die SVP und ihre Patriarchen kein Grund, als Mensch mit einer Behinderung wenigstens materiell existenzsichernd leben zu dürfen. Denn diese Herren betrachten Machtmissbrauch (auch mit dem Instrument der Sexualität) offensichtlich als normal.
Teile der 5. IV-Revision bedeuten für die psychisch Behinderten menschenverachtende Einschränkungen und Demütigungen, die nur als Machtmissbrauch und Unterwerfung verstanden werden können. Wer das nicht kapiert, darf sich mit Ibarra und den Führern der SVP, die zur besseren Beherrschung der Strukturen auch ihre Frauen wieder an den Herd zurück holen möchten, an den gleichen Tisch für patriarchale Polterer und Schenkelklopfer setzen, wo sie meinetwegen über sich selber und über ihre Prostataleiden geifern dürfen. Aber bitte unter Ausschluss der Öffentlichkeit.
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