Forenübersicht ° Suchen ° Statistik °

Atomkraft Diskussionsforum Politik / Atomkraft /

Lieber mehr Strom als mehr Abhängigkeit mit Restrisiken

 Seite:  ««  1  2  3  ...  6  7  8  9  10  11  12 
Faktenbringer
Mitglied
#111 ° Gesendet: 25.03.2011 17:22 ° Bearbeitet von: Faktenbringer
Tatsache ist aber, dass der Strompreis in den Atomländern Frankreich und Schweiz günstiger ist.

Für die Grossverbraucher sind die Grosshandelsstrompreise relevant und die sind etwa 20% tiefer in Deutschland als in der Schweiz: http://www.epexspot.com/en/

Der Grund weshalb Deutschland höhere Haushaltsstrompreise hat, liegt an den wesentlich höheren Steuern (Stromsteuer, MWSt).


Die Haushaltsstrompreise sind jedoch auch hier wenig relevant, da sie auch bei den Deutschen einen kleinen Anteil der Lebenskosten ausmachen.
Auch die Deutschen Haushalte investieren deshalb nicht besonders viel in Effizienz.
Natascha
Mitglied
#112 ° Gesendet: 25.03.2011 18:51
Faktenbringer:
Der Grund weshalb Deutschland höhere Haushaltsstrompreise hat, liegt an den wesentlich höheren Steuern (Stromsteuer, MWSt).

Dies ist auch ein Grund. Aber die Strompreise für die Konsumenten sind auch ohne Steuern in der Schweiz und Frankfreich billiger als in Deutschland oder Österreich.

Faktenbringer:
Die Haushaltsstrompreise sind jedoch auch hier wenig relevant, da sie auch bei den Deutschen einen kleinen Anteil der Lebenskosten ausmachen.
Auch die Deutschen Haushalte investieren deshalb nicht besonders viel in Effizienz.

Auch nur relativ. Höhere Strompreise verteuern praktisch alle Produkte und Dienstleistungen. Der Konsument zahlt dann eben für alles ein bisschen mehr.

Das ist natürlich alles machbar, jedoch ist es halt ein Faktum, dass höhere Strompreise Kaufkraft fressen. Es gibt nichts zum Nulltarif.

N.
Faktenbringer
Mitglied
#113 ° Gesendet: 25.03.2011 19:52 ° Bearbeitet von: Faktenbringer
Aber die Strompreise für die Konsumenten sind auch ohne Steuern in der Schweiz und Frankfreich billiger als in Deutschland oder Österreich.

Nein, die Schweiz hat höhere Nettostrompreise als Österreich:
http://oesterreichsenergie.at/EU-Vergleich_zeigt_g%C3%BCnstige__Stromp reise_in_Oesterreich.html

Höhere Strompreise verteuern praktisch alle Produkte und Dienstleistungen.

Deutschland exportiert mehr Produkte als die USA und Japan obwohl Deutschland weniger Leute hat. Offensichtlich sind Deutsche Produkte trotz den angeblich hohen Strompreise sehr konkurrenzfähig.
http://en.wikipedia.org/wiki/List_of_countries_by_exports

Der Konsument zahlt dann eben für alles ein bisschen mehr.

Wenn der Konsument und Steuerzahler entlastet werden sollen, erreicht man selbst dann wenig, wenn man den Strom gratis abgibt.

Dann bringt die Legalisierung sämtlicher Parallelimporte wesentlich mehr.

Von dem Ersatz der subventionierten Schweizer Bauern durch günstigere Drittwelt Landschaftssaisongärtner ganz zu schweigen.

Noch mehr sparen könnte man natürlich, wenn man einen wesentlichen Teil der öffentlichen Verwaltung nach Indien verlagern würde.
Das spart nicht nur noch viel mehr Geld, sondern entlastet vorallem die Steuerzahler (welche im Gegensatz zu den Stromverschwendern keine Wahl haben).

Wenn wir übrigens möglichst billigen Strom haben möchten, müssten wir den Strommarkt ernsthaft liberalisieren und Stromkonsumenten ermöglichen den billigeren Grosshandelsstrom direkt aus Deutschland zu importieren:
http://www.epexspot.com/en/

Es geht hier bei dieser Diskussion aber nicht darum, ob die Stromrechnung einen Franken höher oder tiefer ausfällt, sondern um den Technologiestandort Schweiz und Arbeitsplatzstandort Schweiz.
Faktenbringer
Mitglied
#114 ° Gesendet: 25.03.2011 19:55
Wenn möglichst schnell mehr Strom im Netz sein soll, sind neue, teure, ausländische AKWs keine Option, da deren Bau schlicht viel zu lange dauert. Ein neues AKW ist frühestens in 14 Jahren am Netz. Erneuerbare Optionen und Effizienzmassnahmen mit Schweizer Arbeitsplätzen, welche unsere Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern reduzieren, sind erwiesenermassen viel schneller gebaut.

Alleine die Fläche die in der Schweiz in einem Jahr neu verbaut wird, reicht für die Abdeckung von 7% des Schweizer Stromverbrauchs mit Schweizer Photovoltaik mit Schweizer Arbeitsplätzen: http://bit.ly/hqBNuI 7% jedes Jahr!

Portugal hat seinen erneuerbaren Stromanteil in nur 5 Jahren und nicht in 14 Jahren von 2% auf 15% ausgebaut: http://bit.ly/gAWSmL

Österreich ist ebenfalls ein Alpenland und im Gegensatz zur Schweiz versorgt bereits heute und nicht in 14 Jahren über 570'000 Haushalte mit unlimitiertem Windstrom. http://www.igwindkraft.at/
Österreich ohne AKWs zahlt wegen seiner Mitgliedschaft bei der Euratom übrigens jährlich €40 Millionen für die Europäische Atomindustrie, während es gleichzeitig seine eigene Windkraft mit lediglich €24 Millionen fördert: http://bit.ly/b4pN2G

Die Deutsche Windindustrie schaffte nicht nur 100'000 zukunftsfeste Arbeitsplätze und exportiert über 80% seiner Windturbinen mit Profit (im Gegensatz zur staatlichen, Französischen Atomindustrie), zahlt Steuern und reduziert seine Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern, sondern macht den Strom tatsächlich billiger: http://bit.ly/eHAXt5

Die Kapitalkosten für Windturbinen liegen übrigens bei €0.98 /W
http://bnef.com/PressReleases/view/139
Während neue AKWs inzwischen in der Gegend von $8 /W liegen:
http://www.time.com/time/printout/0,8816,1869203,00.html
http://www.thestar.com/comment/columnists/article/665644
Und werden nach den Ereignissen in Fukushima sicher nicht günstiger.

Im nördlichen Deutschland ohne Höhensonne wurde in einem einzigen Monat 2.13 GW Photovoltaik zugebaut:
http://bit.ly/bejSPI Das entspricht der über fünffachen Leistung des AKW Mühlebergs. Nicht in 14 Jahren, sondern in einem einzigen Monat! Bayern mit mehr Strombedarf und weniger Sonne als die Schweiz hat übrigens bereits heute und nicht in 14 Jahren mehr Photovoltaikstrom-Anteil als die Schweiz Mühlebergstrom-Anteil hat.
Die Deutsche Photovoltaikindustrie schaffte nicht nur 50'000 zukunftsfeste Arbeitsplätze, sondern zahlt tatsächlich mehr Steuern, als was Einspeisevergütungen für Deutschen Solarstrom bezahlt werden: http://bit.ly/e6zMeL
Ausserdem hat Photovoltaik den Vorteil, dass deren Strom am Tag die Speicherkraftwerke und die Netze lokal entlastet und während der Nacht nicht mit Verlust die Berge hinauf gepumpt werden muss und natürlich kein ausländisches Uran benötigt und keine teuren Endlager benötigt und keine hohen Rückbaukosten aufweist und selbstverständlich keine Restrisiken birgt.

Ein neues, ausländisches AKW kostet gemäss Areva inzwischen über 12 Milliarden Franken: http://bit.ly/JvyQ1
Mit 12 Milliarden Franken lassen sich Schweizer Photovoltaik Module mit Schweizer Arbeitsplätzen und einer Leistung von knapp 19 GW finanzieren (Mühleberg hat eine Leistung von weniger als 0.4 GW). http://bit.ly/9AJKIh
Weil neuer Atomstrom zu teuer ist, wurde 2009 in einem einzigen Jahr 80 GW (200 mal AKW Mühleberg) erneuerbare Leistung installiert, während die weltweit installierte AKW-Leistung sogar abgenommen hat: http://bit.ly/cF5ezk
Kein Wunder sind neue US AKWs auf satte $54 Milliarden Staatskredite angewiesen: http://bit.ly/de4a0v Kein Wunder werden die US Stromkonsumenten zudem gezwungen einen Aufpreis zu zahlen um neue AKWs finanzieren zu können: http://bit.ly/9H16Ok
Kein Wunder müssen die Schweizer Strompreise verdoppelt werden, um neue ausländische AKWs finanzieren zu können: http://bit.ly/gZzBwb

Obwohl China Atomenergie enorm subventioniert, kann die Chinesische AKW-Zubaurate nicht einmal den ungeförderten Chinesischen Solarthermie-Zubau mit 29 GWth (2009) erreichen: http://bit.ly/fndUjs (Das Duschwasser auf dem Dach zu erwärmen ist günstiger und schneller als mit atombetriebenen Elektroboilern.)
Selbst die Rückbaukosten von alten AKWs sind mit rund $1 pro Watt inzwischen noch teurer als die Produktionskosten von Photovoltaik-Dünnschichtmodulen: http://bit.ly/d0tVun
Auch die Endlagerkosten für nukleare Abfälle liegen bei $1 pro Watt: http://bit.ly/bEwqGf Und in Grossbritannien noch höher: http://bbc.in/emQFnY

Die Schweiz verfügt dank ihren Speicherkraftwerken mit 8765 GWh (BFE) über mehr als genügend Speicherkapazität und Regelleistung um erneuerbare Stromproduktionsflauten überbrücken zu können. Tatsächlich kann Spanien dank Windenergie seine gespeicherten Wasserreserven in Dürreperioden schonen: http://reut.rs/aeoAwH

Momentan importiert die Schweiz nicht nur 100% Öl, 100% Gas und 100% Uran sondern auch 90% seines eigenen Stromverbrauchs (und exportiert etwas über 90%). Es ist sinnvoll wenn wenigstens ein Teil des importierten Stroms aus unlimitierten Europäischen Windstrom besteht. Bis 2030 rechnet die EU übrigens mit 280 GW Windleistung im Europäischem Netz: http://bit.ly/dg7ab5 Mit Europäischem Offshore Wind alleine kann übrigens 7mal mehr Strom produziert werden, als was ganz Europa überhaupt an Strom verbraucht: http://slidesha.re/5cJ2n9
Schweizer Stromkonzerne investieren leider aber lieber unbekümmert in neue, ausländische Kohlekraftwerke anstatt in Offshore Windfarmen: http://bit.ly/98u67L , http://bit.ly/d1ghSI

Apropos 100% Uranimport: Die bestehenden ausländischen Uranminen können nicht einmal 70% des Welturanbedarfs decken:[url= http://arxiv.org/abs/0908.0627] http://arxiv.org/abs/0908.0627[/url] Und das obwohl Atomenergie weniger als 3% des Weltenergiebedarfs deckt (2600 TWh Atomstrom vs. 107'000 TWh Weltenergiebedarf): http://bit.ly/hc24V2

Wenn die monopolistischen Stromkonzerne ihre selbst prophezeite Stromlücke ernst nehmen würden, würde sie alles daran setzen, dass die lächerliche Beschränkung von 0.45 Rappen pro kWh für bzw. gegen erneuerbaren Strom mit zukunftsfesten Schweizer Arbeitsplätzen sofort aufgehoben würde. Leider aber verdoppeln sie lieber den Strompreis um neuen ausländische AKWs finanzieren und ihr Monopol ausbauen zu können: http://bit.ly/bHRi2b

Mühleberg und Beznau I&II liefern lediglich 14% des Schweizer Strombedarfs: Auch ohne die 3 alten Atommeiler wird die Schweiz immer noch eine 26% ausländische Uranabhängigkeit im Stromsektor ausweisen, worüber sich die Atomliebhaber weiterhin freuen können.
Und selbst wenn in der Schweiz der Ausbau von erneuerbaren Energien und Effizienz zur Freude der Stromlobby wie bis an hin weiterhin verhindert werden: Es gibt auch noch günstigere, flexiblere, schnell gebaute Blockheizkraftwerke und die können zusammen mit Wärmepumpen den Brennstoffkonsum und die CO2 Emissionen der Schweiz bereits bis 2020 um 20% senken (und nicht erst in 14 Jahren): http://bit.ly/cfwsGk

Die Schweiz produziert keine Reaktoren, verfügt über keine Uranminen, keine Anreicherungsanlagen und keine Wiederaufbereitungsanlagen. Atomenergie verliert Marktanteile - trotz jahrzehntelanger staatlicher Milliardenförderung - während erneuerbare Energie weltweit ausgebaut wird. Neue, teure, ausländische AKWs verschlechtern unsere Wettbewerbsfähigkeit und erhöhen unsere Abhängigkeit von ausländischen Energieträgern mit Restrisiken unnötig. http://bit.ly/cwMnGR
 Seite:  ««  1  2  3  ...  6  7  8  9  10  11  12 
Dieses Thema ist geschlossen. Es sind keine weiteren Antworten möglich.
 

Foren

Themen

Weiterempfehlen

Werbung

Anmelden

oder kostenlos registrieren

Jetzt online

Jetzt online: Gäste - 3
Registrierte Gäste - 0
Online Rekord: 33 [15.08.2008 15:34]
Gäste - 30 / Registrierte Gäste - 3

Das Forum ist CO2-neutral

Facebook