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Krebs wegen AKW: Mühleberg abschalten!

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seabream
Mitglied
#41 ° Gesendet: 08.05.2009 16:07
driver:
Aufgrund dieser Ausgangslage nehme ich lieber einen etwas höheren CO2-Ausstoss in Kauf als die Risiken und ungelösten Probleme (Endlagerung!) der AKWs.

Naja, die Lagerung bleibt aber so oder so ein Problem oder eine Herausforderung -unabhängig davon- ob wir zwei neuee AKW bauen.

driver:
Das erscheint mir reichlich tief. Sind da auch die Kosten für eine sichere Endlagerung der Abfälle inkludiert? Hast Du 'ne Quelle dafür?

Die Lagerung ist nicht dabei. Diese ist aber mehr politisch problematisch als finanziell.
joggeli34
Mitglied
#42 ° Gesendet: 08.05.2009 16:15
seabream:
Aber einen Ausstieg ohne klare und nachhaltige Strategie ist unverantwortlich und führt uns in eine Stromlücke.

Bist du ein Papagei und plapperst der Atomlobby nach. Oder hast du beweise, unabhängig der Atomlobby.
Ich habe schon einmal geschrieben, wenn das Geld das für die KKW investiert werden soll, in Alternativenergie gepumpt würden wäre das Problem in kürzester Zeit gelöst, weil das nicht 20 Jahre geht wie ein KKW, und das Geld bleibt in der Schweiz. Aber die Lobbyisten vollen das nicht begreifen. Was glaubst du warum der Strompreis wieder steigt, nicht wie gesagt wird wegen den Stromleitungen, die sind schon lang amortisiert, die brauchen Geld für die KKW Planung. Das wird nur hinter vorgehaltener Hand erzählt.
globi1
Mitglied
#43 ° Gesendet: 08.05.2009 16:51
Ich habe schon einmal geschrieben, wenn das Geld das für die KKW investiert werden soll, in Alternativenergie gepumpt würden wäre das Problem in kürzester Zeit gelöst, weil das nicht 20 Jahre geht wie ein KKW, und das Geld bleibt in der Schweiz. Aber die Lobbyisten vollen das nicht begreifen.

Diese Lobbyisten begreifen das schon, aber sie wissen sehr wohl das Alternativenergie dezentrale Energie bedeutet. Und dezentrale Energie- und Stromerzeugung sowie Effizienz führt zwangsläufig zu einem Marktanteilverlust für die grossen Stromkonzerne und das muss offensichtlich verhindert werden.
Bünzli
Mitglied
#44 ° Gesendet: 08.05.2009 16:56
seabream:
driver:
Das erscheint mir reichlich tief. Sind da auch die Kosten für eine sichere Endlagerung der Abfälle inkludiert? Hast Du 'ne Quelle dafür?

Die Lagerung ist nicht dabei. Diese ist aber mehr politisch problematisch als finanziell.

Und wer zahlt diese?
Hier ein Beispiel:
http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,620969,00.html
"Was auch immer passieren wird, klar scheint, dass der Bund alleine auf den Milliardenkosten für die Sanierung der Asse sitzen bleiben dürfte."
joggeli34
Mitglied
#45 ° Gesendet: 08.05.2009 17:06
seabream:
Man schätzt den Strom auf etwa 10 Rappen/kwh.

Das stimmt natürlich nicht, der Strom von Laibstadt kostet heute 11 Rappen KWh.
Bei den neuen KKW werden es 20 Rappen sein.
Und wenn noch viele Pannen passieren, wird er noch teurer, wenn jedesmal abgestellt werden muss. Und wenn es nur ein Ventil ist das klemmt. Alle Jahre wieder. Das kann bei den Sonnenkollektoren nicht passieren. Die sind praktisch wartungsfrei. Komm lass dich doch einmal überreden und gib zu, dass ich recht habe.
driver:
Das erscheint mir reichlich tief. Sind da auch die Kosten für eine sichere Endlagerung der Abfälle inkludiert? Hast Du 'ne Quelle dafür?

Die sind auch bei den 20 Rappen nicht dabei. Die Entsorgungskosten können gar noch nicht berechnet werden solange nicht feststeht wo das Endlager definitiv zu stehen kommt. Das wurde schon dannzumal während dem Bau des AKW Laibstadt bei Besichtigungen so kommuniziert.
joggeli34
Mitglied
#46 ° Gesendet: 08.05.2009 17:11
globi1:
Und dezentrale Energie- und Stromerzeugung sowie Effizienz führt zwangsläufig zu einem Marktanteilverlust für die grossen Stromkonzerne und das muss offensichtlich verhindert werden.

Das ist ganz klar so. Was glaubst du wie die weinen würden wenn jeder sein eigener Stromproduzent wäre.
RetoB
Mitglied
#47 ° Gesendet: 08.05.2009 20:16
seabream:
Das ist leider nur eine Theorie widerspricht aber völlig der Praxis. Ein radikaler Umstieg würde nur stattfinden, wenn es sich lohnt. Dazu bräuchte es aber MASSIV Förderungen und Anreizsysteme.

Nur subventioniert der Staat gerade die AKW, denn rein marktwirtshaftlich sind sie für Investoren nur interessant, wenn diese Subventionen und Staatsleistungen die Risiken und Entsorgungen bezahlen.

Und was deine Massiven Förderungen angeht, würde es schon genügen
wenn man einen bezahlbaren Kredit bekäme, der mit den Einsparungen abbezahlt werden könnte. Aber Tatsache ist nunmal, dass man Kredite nur bekommt wenn man Verschwendung und damit erzielbaren Umsatz versprechen kann.
globi1
Mitglied
#48 ° Gesendet: 08.05.2009 20:25 ° Bearbeitet von: globi1
Nur subventioniert der Staat gerade die AKW, denn rein marktwirtshaftlich sind sie für Investoren nur interessant, wenn diese Subventionen und Staatsleistungen die Risiken und Entsorgungen bezahlen.

Schlimmer noch: In Florida werden inzwischen sogar die Steuerzahler bzw. die Stromkonsumenten gezwungend die Baukosten eines neuen AKWs im VORAUS zu berappen, weil kein Stromkonzern bereit ist für diese enormen Kapitalkosten aufzukommen:
http://www.npr.org/templates/story/story.php?storyId=89169837



Übrigens: Abgesehen davon, dass Windenergie die Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen in Deutschland reduziert hat, 100'000 Arbeitsplätze geschaffen hat und den Exportmarkt enorm gefördert hat macht Windenergie den Strom billiger:
http://www.tagesspiegel.de/wirtschaft/art271,2147183
seabream
Mitglied
#49 ° Gesendet: 08.05.2009 20:38 ° Bearbeitet von: seabream
@Globi1

Für Deutschland mag deine Windenergie interessant sein. Für die Schweiz -bis auf ein paar wenige Standorte- trifft dies eben nur mässig zu. Die Windenergie ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein und kommt nur als Ergänzung in Frage.

Bei der PV müssten die Einspeisevergütungen lukerativer werden. Dies ist in der Schweiz genau wegen diesem Mangel noch uninteressant. Im Prinzip wäre eine Einspeisevergütung abgestuft nach Grösse (Bevorzugung von kleinen Anlagen) der richtige Weg. So gäbe es VIELE kleine und mittlere Interessenten die investieren würden. Macht man eine Einspeisevergütung nur für Grossanlagen, dann schlagen sofort die Energiegiganten zu und kaufen alles auf. Stichwort Marktbeherrschung - Monopolisierung.

Die Schweiz hat eben kein klares Konzept für dezentrale Energieproduktion und kein Anreizsystem das taugt für diversifizierte Investitionen. Dies wird politisch verhindert. Und solange dieses Konzept nicht politisch tauglich wird, sind wir auch in Zukunft auf AKW's angewiesen.
globi1
Mitglied
#50 ° Gesendet: 08.05.2009 20:49

Für Deutschland mag deine Windenergie interessant sein. Für die Schweiz -bis auf ein paar wenige Standort- trifft dies eben nur mässig zu. Die Windenergie ist nur ein Tropfen auf den heissen Stein und kommt nur als Ergänzung in Frage.


Falsch, die Schweiz kann 4000 GWh mit Windenergie generieren.
Das ist immer noch knapp 40% MEHR Strom als was das AKW Mühleberg liefert.
Zudem wird im Winter - wenn die Wasserkraftwerke weniger Strom produzieren - mehr Windenergie generiert.
http://www.erneuerbar.ch/fileadmin/user_upload/downloads/abc/factsheet WindenergieD.pdf

Österreich ist ebenfalls ein Alpenland und hat bereits jetzt eine Windleistung von 995 MW installiert. Mühleberg hat 355 MW).

Die Schweiz hat eben kein klares Konzept für dezentrale Energieproduktion und kein Anreizsystem das taugt für diversifizierte Investitionen. Dies wird politisch verhindert. Und solange dieses Konzept nicht politisch tauglich wird, sind wir auch in Zukunft auf AKW's angewiesen.
Falsch, selbst wenn wir auf erneuerbare Energie verzichten würden, gibt es immer noch Wärmekraftkopplungsanlagen:

Wärmekraftkopplungsanlagen sind innert 1 Jahr installiert. Ein neues AKW von einem ausländischen Atomkonzern braucht demgegenueber bis zu 20 Jahren. WKKs decken über 50% des Dänischen Strombedarfs und können somit auch problemlos 14% des Schweizer Strombedarfs decken. Schweizer WKKs sind im Gegensatz zu ausländischen AKWs günstig, schnell gebaut, schnell amortisiert, flexibel, reduzieren die Netzbelastung, reduzieren die Verluste, produzieren keinen radioaktiven Abfall und keine Klumpenrisiken.
Eine WKK welche bestehende Ölheizungen ersetzt, kann im Gegensatz zu einem neuen ausländischen AKW den CO2-Ausstoss nahezu sofort senken.
Zudem können sie genau dann im Schweizer Winter Strom und Wärme produzieren, wenn der Schweizer Strom- und Wärmebedarf auch am höchsten ist.
http://www.youtube.com/watch?v=klooRS-Jjyo
http://www.iwk.ch
http://www.turbomach.com/marcos.htm
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