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Krebs wegen AKW: Mühleberg abschalten!

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seabream
Mitglied
#31 ° Gesendet: 08.05.2009 13:49 ° Bearbeitet von: seabream
driver:
Bestimmt nicht. Die Schweiz sollte so rasch wie möglich aus der Kernenergie aussteigen und mit aller Kraft in alternative erneuerbare Energien (Sonne, Wind, Wasser) investieren.

Das ist leider nur eine Theorie widerspricht aber völlig der Praxis. Ein radikaler Umstieg würde nur stattfinden, wenn es sich lohnt. Dazu bräuchte es aber MASSIV Förderungen und Anreizsysteme. Diese sind aber weit weg oder viel zu gering für diesen schnellen ehrgeizgigen Umstieg in der Politik. Die Realtiät ist eine Politik der kleinen Schritte -dies wird sich nicht ändern- und daher müssen zwei alte AKW's mit zwei neuen AKW's ersetzt werden. Gleichzeitig soll man natürlich diversifizieren. Aber einen Ausstieg ohne klare und nachhaltige Strategie ist unverantwortlich und führt uns in eine Stromlücke.

vollmi:
Wir wissen jetzt schon nicht was mit dem Müll geschehen soll. In 5000 Jahren halten unsere Nachfahren unsere Sondermülldeponien vermutlich für Götzentempel und sind sich der Gefahr garnichtmehr bewusst.

Wie du richtig sagst haben wir schon radioaktiven Müll. Also müssen wir zwangsläufig lernen mit dem richtig umzugehen. Ob uns das passt oder nicht ist irrelevant. Ob wir nun mengenmässig noch mehr Müll haben ist dem Grunde nach sekundär. Ganz davon abgesehen vertraue ich auch auf zukünftige Technologie, welche Erleichterungen bringt. Unsere Nachkommen werden wohl kaum dümmer sein.
rlarsson
Mitglied
#32 ° Gesendet: 08.05.2009 14:23
seabream:
Die Realtiät ist eine Politik der kleinen Schritte -dies wird sich nicht ändern- und daher müssen zwei alte AKW's mit zwei neuen AKW's ersetzt werden.

Das ist und war schon immer so, alles andere ist reine Utopie. Man gucke nur schon einmal was auf dem Globus abgeht. Obamas "Change" geht nur so weit, als dass er die US-Wirtschaft und die Standortvorteile des Landes nicht gefährden will und auch nicht wird. Und da Energie und vor allem Öl die Wirtschaft die nächsten Jahrzehnte immer noch prägen wird, gewichte ich die Motivation in erneuerbare Energiequellen zu investieren als eher zurückhaltend, da wenig Gewinn versprechend. Obamas "Change" auf die schnelle Tour würde nur wahr werden, wenn eine globale CO2-Steuer Wirklichkeit wird. Doch darauf können wir lange warten. Gleiches Thema betr. Besteuerung von Flugpetrol.

Die Politik in kleinen Schritten ermöglicht beispielsweise, dass die Autobauer ihre umweltschonenden Techniken weiter entwickeln und verbessern. Und hier liegt der eigentlich grosse Gewinn für Mensch, Natur, Wissenschaft und für die Wirtschaft. Alles andere ist Chaos und überreglementierte Subventionitis, die die Innovation bremst. Und in einer liberalen Gesellschaft ist es selbstverständlich auch ohne Subventionierung möglich zu diversifizieren und auf Alternativen umzusteigen. Schon gerade deswegen, weil Energie immer teurer wird.

seabream:
Aber einen Ausstieg ohne klare und nachhaltige Strategie ist unverantwortlich und führt uns in eine Stromlücke.

Völlig korrekt!
joggeli34
Mitglied
#33 ° Gesendet: 08.05.2009 14:29
seabream:
dass die meisten Wohnungen und Häuser Altbaubestände sind und eine Investition in dieser Richtung ohne Förderung für die Mehrheit kaum erschwinglich ist.

Häuser die in den letzten 50 Jahren gebaut wurden können alle nachgerüstet (Isoliert) werden, das liegt ganz allein am willen des Hausbesitzers und der Behörden. Genauso können Paneelen auf das Dach montiert werden. Denn die Bausubstanz aus dieser Zeit ist gut bis sehr gut.

seabream:
In Deuschland stehen sie vor allem an der Nord- und Ostsee, also auch ganz andere Verhältnisse.

Und im Schwarzwald.

seabream:
Sawiris verschändelt mit seinem Projekt in Andermatt wohl kaum die Landschaft. Im Gegenteil.

Es geht in diesem Zusammenhang um Investitionen der Schweizer im Ausland.
Aber eben: Hauptsache Schweizer Kapital fliesst ins Ausland anstatt in zukunftsfeste Schweizer Arbeitsplätze - koste es was es wolle.[/quote]
Ich habe auch geschrieben, dass Russen hier Fabriken aufkaufen, für mich nicht wünschenswert.

seabream:
Ganz davon abgesehen wächst auch die Akzeptanz in der Bevölkerung für die neuen AKW's.

Mit der Umfrage ist das so eine Sache hätten die Grünen diese umfrage gemacht wäre sie Garantiert anders ausgefallen.
Du hast wohlweislich nicht Stellung genommen zu den Preisen.
driver
Mitglied
#34 ° Gesendet: 08.05.2009 14:52 ° Bearbeitet von: driver
seabream:
Das ist leider nur eine Theorie widerspricht aber völlig der Praxis. Ein radikaler Umstieg würde nur stattfinden, wenn es sich lohnt. Dazu bräuchte es aber MASSIV Förderungen und Anreizsysteme.

Im Vergleich zu neuen AKWs würde sich ein Umstieg schon heute lohnen.

1. Wird der Strom aus NEUEN AKWs massiv teurer sein. Ich zitiere aus einem der von globi1 geposteten Links:

just the Capital Cost component of new nuclear power's cost/kWh is likely to be from 17 cents/kWh to 22 cents/kWh at the power plant50 when a new nuclear facility comes on line.51 This is not the full rate, however.

Auf Deutsch: nur schon die reinen Kapitalkosten werden zwischen 19 und 25 Rappen pro kWh betragen!
Damit sind aber noch keine Löhne bezahlt, kein Brennstoff gekauft, etc.

2. Sind AKWs überhaupt nur deswegen halbwegs rentabel, weil das Haftpflichtrisiko von der Allgemeinheit und nicht von den Betreibern getragen wird. Wenn AKWs sich entsprechend dem tatsächlichen Schadenspotential versichern müssten, dann wären sie nicht mal annähernd konkurrenzfähig. (Bzw. es gäbe gar keine, weil niemand so verrückt wäre, ein AKW im notwendigen Umfang zu versichern.)

seabream:
Aber einen Ausstieg ohne klare und nachhaltige Strategie ist unverantwortlich und führt uns in eine Stromlücke.

Sehe ich auch so. Deshalb schlage ich ja Gaskraftwerke als Übergangslösung vor. Diese sind viel kostengünstiger und müssen nicht über 40 oder 50 Jahre abgeschrieben werden. Ausserdem bergen Gaskraftwerke, im Gegensatz zu AKWs, überschaubare und beherrschbare Risiken.
vollmi
Mitglied
#35 ° Gesendet: 08.05.2009 15:06
joggeli34:
Häuser die in den letzten 50 Jahren gebaut wurden können alle nachgerüstet (Isoliert) werden, das liegt ganz allein am willen des Hausbesitzers und der Behörden. Genauso können Paneelen auf das Dach montiert werden. Denn die Bausubstanz aus dieser Zeit ist gut bis sehr gut.

Und DIE machen es Besitzern älterer Riegelhäuser echt schwierig.
Wenn sich der Heimatschutz etwas zurückhalten könnte was Veränderungen auch älterer Gebäude angeht wären wir schon sehr viel weiter.

mfG René
joggeli34
Mitglied
#36 ° Gesendet: 08.05.2009 15:31
rlarsson:
Die Politik in kleinen Schritten ermöglicht beispielsweise, dass die Autobauer ihre umweltschonenden Techniken weiter entwickeln und verbessern. Und hier liegt der eigentlich grosse Gewinn für Mensch, Natur, Wissenschaft und für die Wirtschaft. Alles andere ist Chaos und überreglementierte Subventionitis, die die Innovation bremst.

Stimmt nur bedingt, wie schnell ging das mit den Katalysatoren. Das geht nur wenn der Autoindustrie das Messer an den Hals gelegt wird.
Die Pläne für Umweltschonende Autos liegen schon lange in den Schubladen. Aber da hat unter anderem die Öllobby etwas dagegen.
Babylon
Mitglied
#37 ° Gesendet: 08.05.2009 15:32
Wie du richtig sagst haben wir schon radioaktiven Müll. Also müssen wir zwangsläufig lernen mit dem richtig umzugehen. Ob uns das passt oder nicht ist irrelevant. Ob wir nun mengenmässig noch mehr Müll haben ist dem Grunde nach sekundär. Ganz davon abgesehen vertraue ich auch auf zukünftige Technologie, welche Erleichterungen bringt. Unsere Nachkommen werden wohl kaum dümmer sein.

Das ist aber nicht dein Ernst, oder?
joggeli34
Mitglied
#38 ° Gesendet: 08.05.2009 15:41
vollmi:
Und DIE machen es Besitzern älterer Riegelhäuser echt schwierig.
Wenn sich der Heimatschutz etwas zurückhalten könnte was Veränderungen auch älterer Gebäude angeht wären wir schon sehr viel weiter.

Da hast du wirklich recht, manchmal ist das verhalten unverständlich, aber eben das ist wieder so ein Fall, hier im Forum Seitenweise darüber schreiben bringt nichts. Da muss man dem Kanton und Bund beine machen. Aber wenn die Grünen diesbezügliche Vorstösse machen werden sie von der rechten Seite abgeblockt, schon mehrmals geschehen. Manchmal könnte man meinen die Bürgerlichen hätten Ölquellen im Garten und wollen ihr Produkt verkaufen.
seabream
Mitglied
#39 ° Gesendet: 08.05.2009 15:45 ° Bearbeitet von: seabream
joggeli34:
Häuser die in den letzten 50 Jahren gebaut wurden können alle nachgerüstet (Isoliert) werden, das liegt ganz allein am willen des Hausbesitzers und der Behörden. Genauso können Paneelen auf das Dach montiert werden. Denn die Bausubstanz aus dieser Zeit ist gut bis sehr gut.

Das ist richtig. Es ändert aber nichts daran, dass diese Investionskosten dem Mieter überwälzt werden. Kostenneutral ginge es nur mit Subventionen oder Förderungen. Richtig ist aber, dass die Betriebskosten sohin gesenkt werden können.

driver:
1. Wird der Strom aus NEUEN AKWs massiv teurer sein. Ich zitiere aus einem der von globi1 geposteten Links:

Die Zahlen basieren nicht aus der Schweiz. Die Finazierungskosten sind aufgrund einer viel günstigeren CHF Verzinsung deutlich billiger. Man schätzt den Strom auf etwa 10 Rappen/kwh. Belege diesbezüglich muss ich aus Wiederholungsgründen nicht mehr posten Für Wiederholungen ist @Globi1 zuständig.

driver:
Sind AKWs überhaupt nur deswegen halbwegs rentabel, weil das Haftpflichtrisiko von der Allgemeinheit und nicht von den Betreibern getragen wird.

Natürlich, dies ist politisch so gewollt. Theorethische Schadensummen einzusetzen ist ohnehin nicht hilfreich und nur fiktiv. Es interessieren die tatsächlichen bestehenden Kosten und die sind günstiger im Vergleich.

driver:
Sehe ich auch so. Deshalb schlage ich ja Gaskraftwerke als Übergangslösung vor. Diese sind viel kostengünstiger und müssen nicht über 40 oder 50 Jahre abgeschrieben werden

Schon richtig, jedoch berücksichtigst du das CO2 Problem nicht.

Babylon:
Das ist aber nicht dein Ernst, oder?

Dies ist nicht nur mein ernst, sondern die nackte Wahrheit und unumgänglich. Mit Ideologie werden die Abfälle nicht frei von Radioaktivität.
driver
Mitglied
#40 ° Gesendet: 08.05.2009 15:58 ° Bearbeitet von: driver
seabream:
Man schätzt den Strom auf etwa 10 Rappen/kwh

Das erscheint mir reichlich tief. Sind da auch die Kosten für eine sichere Endlagerung der Abfälle inkludiert? Hast Du 'ne Quelle dafür?

seabream:
Schon richtig, jedoch berücksichtigst du das CO2 Problem nicht.

Die Diskussion dieses Themas wird bekanntlich in diesem Forum nicht gerne gesehen, aber ob die derzeit modischen Thesen bezüglich der CO2-bedingten Erderwärmung wirklich zutreffen, ist reichlich unsicher. Die Wissenschaft ist sich keineswegs so einig, wie dies von Politik und Medien derzeit dargestellt wird.

Die Gefahren von Radioaktivität und AKWs sind hingegen real und bekannt.

Aufgrund dieser Ausgangslage nehme ich lieber einen etwas höheren CO2-Ausstoss in Kauf als die Risiken und ungelösten Probleme (Endlagerung!) der AKWs.
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