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Atomkraft Diskussionsforum Politik / Atomkraft /

Wie können wir uns wehren?

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gumbyman
Mitglied
#41 ° Gesendet: 03.09.2008 00:01
Zocker:
wir sind in der glücklichen Lage mit den anderen zusammenarbeiten zu dürfen

...und nach Möglichkeiten suchen zu dürfen, Klumpenrisiken wie weitgehende Ausland-Abhängigkeit in Sachen Energie mit eigenem Grips und Einsatz reduzieren zu dürfen ;-)

g.
safado
Mitglied
#42 ° Gesendet: 07.09.2008 09:39
Alle Vernünftigen kennen die gegenseitige Abhängigkeit, die uns eigentlich in einem bestimmten Rahmen vor Kriegen schützt.

Gegenseitige Abhängigkeit ???

Wir sind abhängig von Stromlieferanten, von den erdölexportierenden Ländern, etc., etc. Von gegenseitiger Abhängigkeit kann keine Rede sein. Den edöl- oder erdgasexporierenden Ländern tut es nicht weh, uns für eine gewisse Zeit den Hahn abzustellen (siehe Russland) uns jedoch wohl. Demgegenüber haben wir nichts vergleichbares (Druckmittel) entgegen zu setzen, Es sei denn sofortiges militärisches eingreifen. Das gleiche gilt für Stromlieferanten. Wir haben keine rechtliche Handhabe diese zu verpflichten, uns genügend Strom zu liefern (siehe z.B. AGB einiger Stromlieferanten). Wir können uns wohl einschränken, doch irgendwo hat dies seine Grenzen. Ich empfehle jedem einmal nach Sibirien bei minus 60 C zu gehen und mitzuerleben, was ein Unterbruch der (Heiz)Energie bedeutet; nämlich (heute noch) das Erfrieren vieler Menschen.
Zocker
Mitglied
#43 ° Gesendet: 07.09.2008 10:06
safado

Deine Betrachtung der Beziehungen zu anderen Staaten ist fast naiv.
Wenn uns ein Lieferant keine Energie mehr liefert wir uns etwas einschränken (nicht frieren sondern weniger Auto fahren) und Substituieren und etwas teurere Alternativen in Kauf nehmen, so ist das Problem gelöst.

Gleichzeitig stellt sich im Hintergrund ohne grosse Medienberichterstattung die Wirtschaft auf diese Situation ein. Beispielsweise fliesst Kapital aus Russland in Milliardenhöhe bereits ab, die Börse ist bereits abgestürzt und neues Kaptal fliesst nicht mehr nach Russland. Die russische Nationalbank hat mit Devisenverkäufen versucht den Rubel zu stützen, was nicht so richtig gelang. Der Schaden der hier entsteht ist nachhaltig und nicht so direkt sichtbar wie Schäden durch Bomben und Granaten.

Der russische Staat lebt von den Energieexporten und wenn diese kein Geld mehr bringen, dann gehen in Russland nicht die Lichter aus, aber es fehlen die Renten und die Löhne für Beamte und die Gewinne für die Oligarchen und die Mittel für die Armee. Ob das mehr schmerzt wie eine Umstellung der Energieversorgung bei uns, möchte ich nicht abschätzen.

Die Frage ist nicht, wer angeblich am längeren oder kürzeren Hebel sitzt, sondern schlicht wer dümmer ist. Und wer auf militärischr Stärke und Machtdemonstrationen setzten muss, der ist dümmer.
safado
Mitglied
#44 ° Gesendet: 08.09.2008 17:04
@zocker

Die Erdölpreise begannen zu steigen, als der Bedarf wegen des Heizöls am grössten war. Verdienen tun (u.a. auch) die OPEC-Staaten. Glaubst Du die sind so dumm, nicht im "richtigen" Augenblick die Lieferungen zu drosseln? Und was die erhöhten Kosten für Alternativenergien betrifft, so muss ich dich doch darauf hinweisen, dass die Mietkosten für viele bereits an der 50%-Grenze des Einkommens angelangt ist. Und was die Transportmittel anbelangt so denke doch bitte daran, dass die Bahn bei weitem nicht das hinterste Kaff erschliesst.
dryueh
Mitglied
#45 ° Gesendet: 08.09.2008 17:31
safado:
Den edöl- oder erdgasexporierenden Ländern tut es nicht weh, uns für eine gewisse Zeit den Hahn abzustellen (siehe Russland) uns jedoch wohl.

Falsch. Wenn es so wäre, hätten sie es längst gemacht. Bei einem Boykott würden die ähnlich viel verlieren, auf lange sicht ev. sogar mehr. Gerade die Russen, ausser Öl und Gas haben die ja nix. Würde der Westen nun, gezwungen von Boykotten, ernsthaft mit Alternativen beginnen, hätten die ein Problem, und zwar ein gewaltiges.

safado:
Demgegenüber haben wir nichts vergleichbares (Druckmittel) entgegen zu setzen,

Wir haben das beste Druckmittel, das man sich überhaupt nur vorstellen kann: Dollar, Euros und Franken.

safado:
ch empfehle jedem einmal nach Sibirien bei minus 60 C zu gehen und mitzuerleben, was ein Unterbruch der (Heiz)Energie bedeutet

Wir leben aber nicht in Sibirien.
safado
Mitglied
#46 ° Gesendet: 08.09.2008 18:55
Wir leben aber nicht in Sibirien.
Aber Temperaturen unter 13 C in der Wohnung ist ebenfalls nicht sehr angenehm. Ich hab es schon über längere Zeit erlebt.
Zocker
Mitglied
#47 ° Gesendet: 08.09.2008 20:35
wenn wir das Gefühl haben von den Energieliferanten erpressbar zu sein, dann ist uns nicht mehr zu helfen.

wenn wir unsere Lebensgewohnheiten nur ein wenig verändern, kommen wir mit viel weniger Energie aus. Und wenn bedingt durch höhere Energiepreise jeder in Alternativen investiert so sind wir sehr schnell sehr unabhängig im Bereich der Energieversorgung.

Aus dieser Sicht benehmen sich die Bürgerlichen nicht nur doof sondern doof zum Quadrat. Sie wollen mit aller Macht die Abhängigkeit in Sachen Energie noch vergrössern, indem sie AKWs bauen wollen und dann auf Uranimporte angewiesen sind. Gleichzeitig wird vor dem bösen Russen und anderen Energielieferanten (Iran) gewarnt.

Wenn es um die Sicherung von Gewinnen geht, dann sind selbst fatale Energieabhängigkeiten kein Thema.
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