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Atomkraft Diskussionsforum Politik / Atomkraft /

Wie können wir uns wehren?

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seabream
Mitglied
#31 ° Gesendet: 01.08.2008 19:20
globi1:
Förderung der Abhängigkeit von ausländischen Rohstoffen.

Alles was du in der Schweiz baust oder produziert braucht Rohstoffe. Sei es Eisenerz, Kakao, Öl, Bauxit oder was auch immer. Per Saldo importieren wir Rohstoffe. Also haben wir de fakto immer eine Abhängigkeit. Wichtig ist nur, dass wir diese Abhängigkeit so gut wie möglich unter Kontrolle habe und das Preis/Leistungsverhältnis stimmt. Bei Uran stimmt es eben. So jedenfalls sehen es die Experten und nicht die Lobby. (Siehe aktuelle ETH Studie!). Das sind Fakten.
globi1
Mitglied
#32 ° Gesendet: 01.08.2008 19:37 ° Bearbeitet von: globi1
Die neuen AKWs von ausländischen Atomkonzernen sollen voraussichtlich bis nahezu 2100 betrieben werden.

Die Welt verbraucht momentan 50% mehr Uran als abgebaut wird, was sich auch am Preis zeigt.

(und das zudem bei einem lächerlichen weltweiten Atomenergieanteil von lediglich 2.1%:
http://www.stormsmith.nl/report20071013/partA.pdf )

Wir wissen aber bereits jetzt, dass sich Uran in den nächsten Jahrzehnten - selbst bei konstantem Verbrauch - verknappen wird.
http://www.stormsmith.nl/report20071013/partH.pdf

Die Schweiz soll gemäss Atomlobby seinen Uranstromanteil auf über 70% ausbauen. Eine derart hohe Abhängigkeit von einem einzigen Rohstoff im Strombereich ist enorm riskant.
http://www.drs.ch/www/de/drs/sendungen/rendez-vous/2751.bt10040061.htm l

China hat momentan lediglich 1.6% Uranstromanteil. Wenn China ihren Uranstromanteil nur schon auf 16% erhöht entspricht das einer verzehnfachung des Chinesischen Uranbedarfs.


Angesichts der zahlreichen Alternativen, gibt es absolut keinen Grund den wichtigen Strombereich von einem einzigen Rohstoff derart abhängig zu machen.


Und im Übrigen löscht die Feuerwehr nicht mit Benzin weil es eh schon brennt. Es gibt keinen Grund unsere Abhängigkeit auszubauen, weil wir ohnehin schon abhängig sind. Mal ganz abgesehen davon, dass wir letztlich unsere Importe auch wiederum über Exporte finanzieren können. Deshalb ist es auch wichtig, dass die Schweiz in Technologien mit hohem Wachstum investiert.


Die Schweiz kann Technologie aber keine Rohstoffe exportieren.
globi1
Mitglied
#33 ° Gesendet: 01.08.2008 19:43 ° Bearbeitet von: globi1
Das PSI (früher Reaktor AG) gehört dem ETH-Bereich an:
http://www.ethrat.ch/content/psi.php
http://www.ethbib.ethz.ch/exhibit/Traum_Reaktor/reaktor.html

Zumindest der ETH-Rat ist gezwungen für Atomenergie lobbyieren, um das PSI Budget schützen zu können.


Unabhängigere Physiker welche für die ETH arbeiten sehen das übrigens anders und belegen das im Gegensatz zum ETH-Rat auch mit Fakten:
http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/energylecture_78.pdf
http://ihp-lx2.ethz.ch/energy21/fusionillusions.pdf
ghandi
Mitglied
#34 ° Gesendet: 03.08.2008 09:57
Wer heute noch für Atomstrom ist, der ist schlicht nicht genügend informiert!

Wenn ich das Wort Lagerstätte im Zusammenhang von Lösung höre, wird mir schon übel dabei.
Eine Lagerstätte ist und bleibt ein Lagerungsort und keine Lösung!

http://www.solarenergie.com/wwwboard/messages/17.html
Wirtschaftspruefungsgesellschaft KPMG in einer Studie, die
Greenpeace heute in London vorgestellt hat. Nur ein halbes
Prozent der Summe, die 1998 fuer die Erschliessung neuer Oel-
und Gasvorkommen ausgegeben wurde, reicht demnach aus, um
Solarstrom wettbewerbsfaehig zu machen.


http://www.klimaktiv.de/article157_5662.html
Studie: Solarstrom fast 90 Prozent umweltfreundlicher als Normalstrom (25.02.2008)

eine Deutsche Studie erklärt, das 37% der Dächer die zur Sonne stehen mit Solar ausgerüstet ausreichen um den gesammten Strombedarf der ganzen Stadt decken können.
(deutsche Kleinstadt mit 100`000 Einwohnern)

Die Nachweise, Belege und Beweise für den Atomaren Unsinn erhärten, häufen sich laufend.
safado
Mitglied
#35 ° Gesendet: 31.08.2008 06:54
Wichtig ist nur, dass wir diese Abhängigkeit so gut wie möglich unter Kontrolle haben
und dies bedingt keine einseitige Abhängigkeit [als kleines Beispiel (das zwar energiepolitisch unbedeutend ist): Lybien]
H2
Mitglied
#36 ° Gesendet: 31.08.2008 08:58
Die Abhängigkeit der Schweiz von Lybien ist etwa vergleichbar mit:

In der Stadt Zürich beschliesst ein Tante Emma Laden, dass es Dich nicht mehr als Kunde haben will und Du hast Angst, dass Du nun Deine tägliche Milch nicht mehr bekommst....

Lybien ist ein kleiner Anbieter, die Schweiz ein kleiner Kunde.
safado
Mitglied
#37 ° Gesendet: 31.08.2008 10:07
Was ich auch gesagt habe.

Aber das nächste mal waren wir mit dem Land X eine Meinungsverschiedenheit, das Land Y bevorzugt einen andern Grosskunden, das Territorium XY kann wegen Kriegsereignissen, die Länder YX aus religösen (Abk. unter einigen islamischen Ländern) nicht mehr liefern, etc. Wichtig ist, dass wir, wie bereits von mir erwähnt, unser Energieverträge mit so vielen Ländern abschliessen, dass uns der Ausfall von zwei/drei Staaten nichts ausmacht.
gumbyman
Mitglied
#38 ° Gesendet: 01.09.2008 00:10
Eine weitere Möglichkeit: Möglichst viel Energie einsparen (Effizienz), und vom Rest möglichst viel selber produzieren und damit Öl und AKW's so weit wie möglich überflüssig machen - mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen :)

g.
safado
Mitglied
#39 ° Gesendet: 02.09.2008 18:25
Pressetext, 2.09.08, 14.00h

Ein kleines Beispiel einseitiger Abhängigkeit

Gazprom dreht EU für zwei Tage den Gashahn zu
Experte sieht trotz Abhängigkeit noch keinen Versorgungsengpass


Gazprom weist Lieferstopp wegen Georgienkonflikt zurück (Foto: pixelio.de, Herbert Dazo)

Moskau/Hamburg (pte/02.09.2008/11:55) - Der russische Erdgasförderer Gazprom http://www.gazprom.com stellt seine Lieferungen in den Westen für zwei Tage ein. Als Grund für die zeitlich befristete Unterbrechung verweist der Konzern auf planmäßige Wartungsarbeiten an der strategisch wichtigen Yamal-Europa-Pipeline, die unter anderem Ostdeutschland mit Ergas versorgt. Wie die Welt unter Berufung auf Unternehmenskreise berichtet, habe das Einfrieren der Erdgaslieferungen aber nichts mit dem Kaukasuskonflikt zu tun. Erst gestern, Montag, hatte sich die Europäische Union darauf geeinigt, in Georgien Aufbauhilfe zu leisten. Auch wurde Russland dazu aufgefordert, seine Truppen aus den abtrünnigen georgischen Provinzen Abchasien und Südossetien abzuziehen. Die abgekühlte Stimmung zwischen Russland und Deutschland soll dennoch nicht ausschlaggebend für den Lieferstopp sein - und dies, obwohl das Partnerschaftsabkommen nun auf Eis liegt.

"Die russischen Gas- und Öllieferungen sind nicht nur für die Bundesrepublik, sondern auch für den gesamten europäischen Raum eminent wichtig. Insofern hat der Konflikt um Georgien einmal mehr vor Augen geführt, wie abhängig Deutschland von den Russen ist", unterstreicht HSH-Nordbank-Analyst Andy Sommer im Gespräch mit pressetext. Laut dem Fachmann sei die bekannt gegebene Wartung der Pipeline aber kein Grund zur Beunruhigung. "Kurzfristige Schwankungen sind normal. Bleibt es bei nur zwei Tagen, sehe ich kein Versorgungsproblem, schließlich haben die Energieversorger für derartige Fälle bereits im Vorhinein Vorkehrungen getroffen und Rücklagen gebildet", so Sommer. Dennoch würde dem Experten zufolge eine längerfristige Lieferverknappung "weh tun", da man Alternativen über die Ostsee in Betracht ziehen müsste. "Der Aufwand wäre nicht nur kompliziert, sondern auch teuer", sagt Sommer.

Laut Gazprom besteht kein Zusammenhang der Entscheidungen des EU-Gipfels mit den unterbrochenen Gaslieferungen. Auch sollten die Wartungsarbeiten nicht als vermeintliche Gegenreaktion seitens Russlands aufgefasst werden. Schließlich werde die Versorgung über alternative Routen wie beispielsweise über die Ukraine sichergestellt, heißt es. Wie Gazprom weiter berichtet, seien die Arbeiten lange geplant gewesen und mit den Pipeline-Betreibern Wingas und Europol Gaz abgesprochen gewesen. "Wir geben die Arbeiten jetzt bekannt, damit keiner überrascht und die politische Lage noch mehr aufgeheizt wird", sagte ein Sprecher des ehemaligen russischen Staatskonzerns gestern Abend.

Über die rund 4.000 Kilometer lange Yamal-Pipeline wird Erdgas aus Sibirien nach Europa geleitet. Sie versorgt vor allem die ostdeutsche Großindustrie mit dem wichtigen Rohstoff. Die erst drei Jahre alte Leitung besitzt eine Kapazität von rund 100 Mio. Kubikmeter pro Tag und garantiert damit etwa ein Fünftel der westeuropäischen Importe aus Russland. Obwohl der Lieferstopp laut Gazprom nicht länger als 30 Stunden andauern soll, sei jedoch damit zu rechnen, dass noch 24 Stunden nach den Wartungsarbeiten nur 50 Prozent der Kapazitäten geliefert werden können. Ab Donnerstag soll aber wieder die volle Auslastung sichergestellt sein. Obwohl Gazprom beschwichtigt, kommt die Ankündigung der Wartungsarbeiten nur wenige Stunden, nachdem bekannt wurde, dass die EU Russland eine scharfe Rüge wegen der einseitigen Anerkennung der Unabhängigkeit Südossetiens und Abchasiens aussprechen will. (Ende)
Zocker
Mitglied
#40 ° Gesendet: 02.09.2008 21:53
Egentlich ist es ein Segen, dass wir abhängig sind, von den Rohstoffen und Märkten der anderen Staaten. Auch wenn darunter Staaten sind, die immer wieder mit ihrer Miliärmacht Eindruck machen möchten. Selbst diese sind vom Ausland abhängig und selbst die USA haben gelernt (hoffe ich) wie wenig das Militär die fehlenden Wirtschaftsgüter ersetzen kann.

Nur noch Spinner glauben heute noch an militärische Siege. Alle Vernünftigen kennen die gegenseitige Abhängigkeit, die uns eigentlich in einem bestimmten Rahmen vor Kriegen schützt. Es ist kaum auszudenken welche grosse Röhre die SVP gegenüber dem Ausland hätte, wenn die Schweiz selbst über nenneswerte Rohstoffe verfügen würde.

Aber eben, wir sind in der glücklichen Lage mit den anderen zusammenarbeiten zu dürfen.
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