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Atomkraft Diskussionsforum Politik / Atomkraft /

Altlastenkraftwerke? Nein Danke!

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leonforte
Mitglied
#571 ° Gesendet: 20.11.2009 16:47
Bünzli:
Du hast geschrieben, dass je mehr (vermeintlich unzuverlässige) Alternativkraftwerke am Netzt sind, desto mehr konventionelle (Atom-) Kraftwerke die Ausfallzeiten wegen dem Elekterizitätsmarktgesetz abdecken können müssen. Das impliziert die Konventionellen seien immer einsatzfähig

ich habe nicht von vermeintlich unzuverlässigen alternativkraftwerken geschrieben, sondern von windkraftwerken, die abhängig von meteorologischen bedingungen sind. ich habe zudem geschrieben, dass die netzsicherheitsvorschriften die betreiber dazu zwingen unsicher energiequellen (alternativ oder nicht spielt überhaupt keine Roll) zu substituieren, was die kosten des ganzen erheblich steigert und nutzlose überkapazitäten schafft. übrigens wieso die substitution für die windkraftwerke gerade akw's sein müssen entzieht sich meinen kenntnissen, sowas schreibst nur du. die vorschrift ist einfach, dass sie ersetzbar sein müssen, weil ihre verfügbarkeit am unwahrscheinlichsten ist!

Bünzli:
Jetzt willst du der Allgemeinheit wieder einmal weiss machen, Windräder würden mal irgend wo aufgestellt und dann gekuckt wann und wieviel Strom sie liefern.

für einen teil der in der schweiz verfolgten windparkpläne kann man das sicher behaupten. da werden wilde fahrten im napfgebiet samt journitross unternommen um an irgendwelchen abgelegenen orten windkraft zu promoten. sowas ist nicht nur unprofessionell sondern schlichtweg lächerlich und stellt nichts anderes dar als die jagt nach subventionen. es ist bezeichnend, dass der kanton bern da spitzenreiter ist!
Bünzli
Mitglied
#572 ° Gesendet: 20.11.2009 16:53
leonforte:
für einen teil der in der schweiz verfolgten windparkpläne kann man das sicher behaupten. da werden wilde fahrten im napfgebiet samt journitross

Bla, bla bla, bist also doch ein Mietmaul.
leonforte
Mitglied
#573 ° Gesendet: 20.11.2009 17:01
Bünzli:
Bla, bla bla, bist also doch ein Mietmaul.

ich wüsste nicht von wem ich gemietet werden sollte. tatsache ist einfach, dass es bei der windkraft schon längstens nicht mehr darum geht strom zu produzieren, sondern möglichst viel geld aus der bundeskasse in verlassenen periphäre wirtschaftlich unterentwickelte gebiete zu lenken. es verwundert auch, dass man fröhlich die windhöchstgeschwindigkeit der standorte publiziert es aber tunlichst unterlässt die durchschnittliche jahreswindgeschwindigkeit aufzuzeigen ..... da würde man nämlich verwundert feststellen, dass bei über 3/4 der geplanten anlagen eine umsetzung völlig hoffnungslos ist und beim restlichen viertel in einem erheblichen anteil eine umsetzung nur dann möglich ist, wenn ein künstlich massiv überhöhter abnahmepreis gegeben ist.

windparks sind was an einer küste oder dort wo es gebirge wind hat. in den voralpen und im flachland ist das ganze wirklich nur lächerlich (bsp entlebuch). da geht es nur darum sich an der bundeskasse gesundzustossen.
Bünzli
Mitglied
#574 ° Gesendet: 20.11.2009 18:25
leonforte:
tatsache ist einfach, dass es bei der windkraft schon längstens nicht mehr darum geht strom zu produzieren, sondern möglichst viel geld aus der bundeskasse in verlassenen periphäre wirtschaftlich unterentwickelte gebiete zu lenken.

woher willst du denn so etwas wissen?
Kannst du deine Behauptung auch irgend wie belegen?
Loser
Mitglied
#575 ° Gesendet: 20.11.2009 18:43
leonforte:
in den voralpen und im flachland ist das ganze wirklich nur lächerlich (bsp entlebuch).

Finde ich nicht, auch wenn sie nur gelegentlich laufen, entlasten sie die anderen Stromerzeuger. Vor Jahren war mal ein Beispiel eines Bauern, der sein Rädchen auf einem seiner Felder aufstellte und damit noch eine kleine Siedlung bediente. Damals kostete das Rad ca 1,1 Millionen, inkl. Messungen des Herstellers, ob sich da ein Aufstellen überhaupt lohnen würde. In ca11-12 jahren wäre die Anlage amortisiert, die durchschnittliche Windgeschwindigkeit würde dazu schon reichen....
leonforte
Mitglied
#576 ° Gesendet: 23.11.2009 17:39
Loser:
Damals kostete das Rad ca 1,1 Millionen, inkl. Messungen des Herstellers, ob sich da ein Aufstellen überhaupt lohnen würde. In ca11-12 jahren wäre die Anlage amortisiert

machen wir die rechnung, er kriegt gemäss einspeiseverordnung 20 Rp./kWh

Die Investition ist 1.1. Mio, bei 3% verzinsung ergibt das etwa 110'000.- jahresgewinn, damit die amortisation nach 12 jahren abgeschlossen ist.

im jahr muss er folglich 550'000 kWh strom erzeugen.

in der regel rechnet man mit einem auslastungsgrad von 20%. bei einer 250 kw anlage hätte das jahr demzufolge 450 tage ...... wenn man mit 300 kw arbeitet immerhin noch 380 tage ..... etwas kann an der ammortisationszeit nicht stimmen, die dir da der bauer aufgeschwatzt hat .... denn eine 300 kw anlage kauft er nicht für 1,1mio .......
globi1
Mitglied
#577 ° Gesendet: 30.11.2009 16:58 ° Bearbeitet von: globi1
ich habe mitnichten gesagt, dass akw's immer laufen würden. lies doch mein post richtig durch. ich habe geschrieben, dass die vorschriften zur netzsicherheit uns ein heidengeld kosten.

Falsch: Gekostet haben.
Da insbesondere AKWs nicht speziell zuverlässig sind und im Gegensatz zu vernetzten Windfarmen plötzlich und unerwartet einen enormen Stromausfall provozieren können, ist die notwendige Überkapazität bereits vorhanden:
http://ipsnews.net/news.asp?idnews=47909
Seven German nuclear plants have failed to generate any electricity this month due to technical breakdowns. They have about half the production capacity of Germany's 17 nuclear reactors, but Germany did not suffer any power shortages.

Selbstverständlich ist diese Überkapazität auch installiert, weil der Stromverbrauch am Tag bis zu 4 mal so hoch sein kann wie während der Nacht. Jedes Netz der Welt hat deshalb seit jeher Kraftwerke benötigt, welche nur kurzfristig eingesetzt werden um den Spitzenbedarf decken zu können.

Mehr Windenergie vermindert insbesondere den Gas- und Kohleverbrauch von Spitzen und Mittellast Kraftwerken (z.T auch Öl).
Und mehr Windenergie senkt selbstverständlich den Wasserverbrauch von bestehenden Wasserkraftwerken, welche insbesondere im Winter an Wassermangel leiden während im Winter mehr Windstrom produziert wird, wovon Spanien dank seiner vielen Windfarmen bereits profitieren konnte:
Spain's biggest utility, Iberdrola (IBE.MC), derived 9.7 percent of all the power it produced in Spain in the first quarter from hydroelectric stations, down 20.8 percent for 2007 as a whole.
Wind power has done much to fill the gap recently and has set new generation records by providing as much as 24 percent of total demand in a given day.

http://www.reuters.com/article/rbssIndustryMaterialsUtilitiesNews/idUS L1579694720080415

Da die Schweiz leider praktisch über keine Windenergie verfügt, welche die Wasserreserven der Speicherkraftwerke schonen könnte, sinkt der Füllungsgrad der Speicherseen teilweise bis auf 7.4%:
http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00541/00542/00630/index.html?lang =de&dossier_id=00766

Neue AKWs sind nicht nur enorm teuer und abhängig von ausländischen Uranimporten sondern können die Leistung nicht der Last anpassen, deshalb importiert Frankreich trotz ihrer AKW-Überkapazität Strom aus der Schweiz, Deutschland und UK, welche allesamt über mehr flexible Kraftwerke (insbesondere Wasser und Gas) verfügen welche Strom nach Bedarf liefern können.
http://business.timesonline.co.uk/tol/business/industry_sectors/utilit ies/article6626811.ece

machen wir die rechnung, er kriegt gemäss einspeiseverordnung 20 Rp./kWh

Da die Einspeisevergütungen in der Schweiz im Gegensatz zu Deutschland bedeckelt sind, bekommen nur ganz wenige Bauern etwas. Die Schweiz hat 40 Milliarden in ausländischen Ramschpapiere investiert und wird wenn's gut kommt vielleicht einmal 0.1 Milliarden in Windturbinen investieren und damit immer noch weit weniger als was der Schweizer Steuerzahler für's nicht gebaute AKW Graben hat bezahlen müssen obwohl dort nicht einmal Bagger aufgefahren sind.
Zudem bekämpft die Stiftung Landschaftschutz (z.T. gleiche Mitglieder wie Atomlobby) Windturbinen, insofern musst Du Dir ohnehin keine Sorgen machen, dass plötzlich Windfarmen mit Schweizer Arbeitsplätzen in der Schweiz aus dem Boden schiessen.
http://www.blick.ch/news/energie/artikel57014

Aber neue AKWs sind unbestritten wesentlich teurer als neue Windturbinen, deshalb wird auch weltweit um Faktoren mehr neue Windleistung als neue AKW-Leistung installiert (trotz den Steuerzahler Institutionen wie IAEA und Euroatom welche sich für die vehemente Förderung der Atomenergie einsetzen):
http://www.thestar.com/business/article/665644
AECL's $26 billion bid was based on the construction of two 1,200-megawatt Advanced Candu Reactors, working out to $10,800 per kilowatt of power capacity.
während eine Windturbine lediglich $1480 per kilowatt kostet.
http://www.nrel.gov/docs/fy07osti/41435.pdf

Von den hohen AKW-Abbaukosten ($1400 pro kW):
http://www.secinfo.com/d11141.253.htm

und den hohen Endlagerkosten ($1000 pro kW):
http://www.postandcourier.com/news/2008/aug/27/nuclear_surge_needs_was te_plan52063/

und dem Fakt, dass der momentane Uranverbrauch nicht einmal zu 70% durch den ausländischen Uranabbau gedeckt werden kann ganz zu schweigen.
http://arxiv.org/PS_cache/arxiv/pdf/0908/0908.0627v1.pdf

die fragestellung ist nun woher dieser strom kommen soll? aus alternativen quellen? das würde bedeuten, dass man den strom als primärenergie langfristig massiv verteuern müsste.

Tatsache ist, dass der Strom von neuen ausländischen AKWs viel teuer ist, als von erneuerbaren Quellen und effizienten, flexiblen Schweizer Blockheizkraftwerke welche bestehende Ölheizungen nahezu sofort ersetzen können und den CO2-Ausstoss nahezu sofort senken können.

Und übrigens:

Strompreise (Industrie) vor den Steuern (2007)
Dänemark (20% Windstrom): 7.06 cents/kWh
Belgien (55% AKW-Strom): 9.69 cents/kWh
http://epp.eurostat.ec.europa.eu/cache/ITY_OFFPUB/KS-DK-07-001/EN/KS-D K-07-001-EN.PDF

Belgien (55.1 % AKW-Anteil):
13.66 t CO2/person
$47'617 BIP/person

Denmark (0% KKW-Anteil und 20% Wind):
10.94 t CO2/person
$67'387 BIP/person
www.iaea.org/inisnkm/nkm/aws/eedrb/data/BE-npsh.html

Zudem produziert und exportiert Dänemark am meisten Windstrom im Winter genau dann wenn der Strombedarf in seinen Nachbarländern am höchsten ist bzw. der Speicherinhalt der Wasserkraftwerke sinkt.

Und selbstverständlich exportiert Dänemark über 90% seiner Windturbinen mit Profit. Im Gegensatz zu dem Französischen Staatsnuklearkonzern Areva, welcher trotz günstigen Steuerzahlerkrediten Verluste einfährt.

offensichtlich kommen in anderen länder linke regierungen zu völlig neuen entscheidresultaten. könnte es sein, dass diese den klimawandel anderst gewichten als wir?
Mal abgesehen davon, dass die Genehmigung von neuen ausländischen AKWs noch keine CO2-Emission reduziert. Politiker sind kein Massstab. Fakten sind es. Und dummerweise sind neue ausländische AKWs zu teuer und die Bauzeit ist zu lange, da ändern auch steuerzahler abhängige Institutionen wie die IAEA und Euratom nichts.

Apropos Euratom:
Österreich zahlt wegen seiner Mitgliedschaft bei der Europäischen Atomgemeinschaft EURATOM jährlich 40 Millionen Euro für die europäische Atomindustrie. Die heimische Windkraft, die schon Strom für 18% aller österreichischen Haushalte liefert, wird heuer aber nur mit 24 Mio. Euro gefördert.

http://www.igwindkraft.at/index.php?mdoc_id=1009697
leonforte
Mitglied
#578 ° Gesendet: 30.11.2009 17:19
globi1:
Da insbesondere AKWs nicht speziell zuverlässig sind und im Gegensatz zu vernetzten Windfarmen plötzlich und unerwartet einen enormen Stromausfall provozieren können, ist die notwendige Überkapazität bereits vorhanden:

international gesehen schon. nur muss in der schweiz kein betreiber einen akw ausfall kompensieren. wenigstens nicht nach elekterizitätsmarktgesetztgebung. genau diese verlangt dieses prozedere aber für windkraftanlagen und ähnlichem. wenn wir also im inland solche kapazitäten errichten, müssen wir dafür kompensieren, im inland oder ausland. die schwierigkeit ist dabei nicht, dass die vorhandenen kapazitäten dafür nicht vorhanden wären, sondern dass wir sie mitfinanzieren müssen. wir bezahlen also jede dieser anlagen wohl oder übel zweimal ..... und so kostet es trotz unendlich vielen links, die natürlich nur auf ausländische und deshalb nicht mit den spezifischen gesetzlichen grundlagen der schweiz kompatiblen quellen greifen, ein heiden geld ......
globi1
Mitglied
#579 ° Gesendet: 30.11.2009 17:45 ° Bearbeitet von: globi1
nur muss in der schweiz kein betreiber einen akw ausfall kompensieren.

Jeder Kraftwerk muss kompensiert werden, wenn es ausfällt insbesondere wenn es wie im Fall Leibstadt nahezu 20% des Strombedarfs der Schweiz deckt.

wenn wir also im inland solche kapazitäten errichten, müssen wir dafür kompensieren, im inland oder ausland.

Da die Schweiz bereits über diese Kapazitäten verfügt müssen wir gar nichts zusätzlich kompensieren und da diese Anlagen bereits bestehen müssen wir auch nicht nochmals dafür bezahlen.

Wie gesagt: Da die Schweiz im Gegensatz zu Spanien leider praktisch über keine Windenergie verfügt, welche die Wasserreserven der Speicherkraftwerke mit bereits installierter hoher Leistungskapazität schonen könnte, sinkt der Füllungsgrad der Speicherseen teilweise bis auf 7.4%:
http://www.bfe.admin.ch/themen/00526/00541/00542/00630/index.html?lang =de&dossier_id=00766
http://www.reuters.com/article/rbssIndustryMaterialsUtilitiesNews/idUS L1579694720080415
Wenn im Winter die Schweizer Speicherseen nicht aufgefüllt werden, muss anderweitig Strom generiert werden.

Ganz abgesehen davon, wird die Kapazität in der Schweiz momentan mit Pumpspeicher um mehrere GW ausgebaut, aber nicht wegen der paar Windturbinen, sondern weil die Strompreisschwankung zwischen Tag und Nacht enorm schwankt. Das nicht zuletzt deshalb weil die Französichen AKWs ihre Leistung nicht dem Bedarf anpassen können und dankbar sind wenn ihnen jemand den überschüssigen AKW-Strom abnimmt. Denn im Gegensatz zu einer Windturbine, kann ein AKW nicht einfach schnell die Leistung reduzieren.
leonforte
Mitglied
#580 ° Gesendet: 30.11.2009 17:52
globi1:
Jeder Kraftwerk muss kompensiert werden, wenn es ausfällt insbesondere wenn es wie im Fall Leibstadt nahezu 20% des Strombedarfs der Schweiz deckt.

aber sicher, das bezweifelt überhaupt niemand. allerdings kann ich im falle leibstadts den strom einfach über die internationale strombörse einkaufen ...... für das windrädli im entlebuch aber benötige ich dauernd den nachweis, dass es ersetzt werden kann und dies bedeutet eine verdoppelung der kapazität im sinne der netzsicherheit. ich habs geschrieben, das ist einfach nicht ökonomisch und letztendlich auch aus sicht netzsicherheit gar nicht nötig ......
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