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Fakten zum Atomstrom
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rawbee
Mitglied
#1
°
Gesendet: 02.03.2007 12:36
°
Bearbeitet von: rawbee
Hallo Zusammen
Dieser Thread sollte nicht primär um die politische Diskussion handeln - dafür gibt es genug andere Threads.
Es sollten hier nur folgende (ausgewählte) Fragen möglichst fundiert diskutiert werden (wenn möglich mit Quellenangaben):
A - Endlager/Sicherheit
1. Wie lange müssten Abfälle aus der atomaren Stromproduktion in „sicheren“ Ummantelungen in der Erde aufbewahrt werden?
2. Wie sicher sind diese Lager gegenüber Erdbeben und ähnliches?
3. Wie wahrscheinlich ist es, dass im besagten Zeitraum (vgl. Frage 1) ein Erdbeben (oder ähnliches) in einem „erdbebensicherem Gebiet“ stattfindet?
4. Wie verhält sich die Sicherheit eines Endlagers im Vergleich zur Sicherheit/Schädlichkeit/Gefährlichkeit nicht-abgebautem Uran (oder sonstwelche radioaktive Gesteine, die zur Stromproduktion abgebaut werden könnten)? (vgl. auch 2 und 3: was, wenn Gebiete mit nicht-abgebautem Uran von Erdbeben betroffen sind, können diese freigesetzt werden und abstrahlen?)
5. Wie lässt sich die Wartung und Überwachung der Endlager über diesen Zeitraum (vgl. 1) sicherstellen?
B - AKW-Bau
6. Wie viel lässt sich durch den Verzicht auf einen Bau von eigenen AKW kurz- und mittelfristig finanziell sparen?
7. Um wieviel reduziert sich diese Ersparnis durch den Import von Strom?
8. Ab welchen Zeitpunkt hätte sich eine Investition in einem eigenem AKW finanziell gelohnt (bzw. wird es eindeutig teurer ohne eigenem AKW)?
9. Wie verhält sich die Produktion von atomaren Abfall in einem eigenem AKW zur Produktion vom Abfall in Fall von Import der gleichen Menge Atomstrom aus einem bestehenden Reaktor im Ausland?
10. Welche trifftige (politische?) Argumente gibt es gegen den Import von Strom aus dem Ausland?
11. Wie wirksam sind die enstehende Ersparnisse und Zeitgewinne (vgl. 7-10) um ernsthafte Forschung und Entwicklung im Bereich alternative Energien - viel mehr aber für Technologien zur Reduktion von Stromverbrauch - zu fördern?
- Ihr sieht, es sind zum Teil Laienfragen. Ich denke, die Beantwortung dieser Fragen würde uns (zumindest mich;)) einen Schritt weiterbringen. Mit Absicht habe ich gewisse Bereiche ausgeklammert wie z.B. die Sicherheit von AKWs sowie die Vor- und Nachteile alternativer Stromproduktion (diese werden in anderen Threads zur Genüge diskutiert).
Vielen Dank für die Fakten :-)
rawbee
vollmi
Mitglied
#2
°
Gesendet: 02.03.2007 12:52
Zu A1: das können mehrere milionen Jahre sein. Je nach Abfallart.
A2 sehr sicher es bestünde die möglichkeit das die Hohlräume durch ein Erdbeben zusammenbrechen, die Versiegelung wäre dann aber immernoch vorhanden.
A4 Uranerz strahlt nur schwach, eine Gefahr geht dabei kaum aus. Selbst in höherer Konzentration.
A5: Garnicht: Wir reden hier über mehrere 100'000 JAhre im Minimum. In 100'000 Jahren weiss kein Mensch mehr wer wir waren, oder was diese Warnschilder bedeuten. Und ziemlich sicher können auch keinerlei Texte mehr aus unserer Zeit entziffert oder gar verstanden werden.
ghandi
Mitglied
#3
°
Gesendet: 05.03.2007 08:44
@rawbee
sehr gut, die Befürworter werden sich die Zähne ausbeissen um das beantworten zu können, oder wie gewohnt alles blaue vom Himmel lügen, um ihren Verwaltungsrat nicht zu enttäuschen.
gruss ghandi
emil17
Mitglied
#4
°
Gesendet: 05.03.2007 13:15
zu A5: Gar nicht. Ueberlegt mal, wie wir heute mit Sachen umgehen die vor 500 Jahren (das war kurz vor der Schlacht bei Marignano) die Menschen beschäftigt haben. Wen interessiert es schon in 100 Jahren, womit wir heute unseren Strom erzeugt haben? 100'000 Jahre sind arrogant. Es reicht nicht, 100'000 Jahre lang ungestörte Gesteinsschichten zu finden um sagen zu koennen das Problem sei geloest.
zu B10: Geld selber verdienen. Pseudo-Verantwortung (WIR wollen die AKWs selber kontrollieren, wir koennen das besser als Bananenrepubliken wie Schweden (Forsmark), Frankreich (Malville) oder USA (Three Miles Island). Siehe Lucens - seit glaub ich 1969 zubetoniert.)
leonforte
Mitglied
#5
°
Gesendet: 05.03.2007 16:01
die beantwortung der frage ist relativ einfach. sie ist eine gegenfrage und lautet:
wieviel wollt ihr für den strom bezahlen, viel oder wenig?
danach wird die politische entscheidung ähnlich aussehen wie jene vom nächsten wochenende hinsichtlich der einheitskrankenkasse.....
ob die mehrheit der schweizer die zusätzlichen kosten eines akw freien landes bereit ist zu zahlen bezweifle ich ernsthaft...
rawbee
Mitglied
#6
°
Gesendet: 08.03.2007 16:12
°
Bearbeitet von: rawbee
@vollmi
Falls sich beim ersten Erdbeben die Hohlräume zusammenbrechen - was passiert beim zweiten Erdbeben?
zu A1-5: Laut Greenpeace handelt es sich um ca. 240,000 Jahre. Zum Vergleich: vor 240,000 Jahren war die Eiszeit. Wie gut können wir also geologisches Verhalten sowie die Entwicklung der Menschheit so weit im Voraus vorhersagen?
@leonforte
Aus deinen Worten müsste man folgern, ein Verzicht auf eigene AKW seien auf jeden Fall mit höheren Kosten verbunden - und das unabhängig vom Zeithorizont. Dies ist aber insofern unlogisch, dass ein AKW-Bau zumindest kurzfristig Kosten verursacht, Infrastrukturkosten, die erst über längere Zeit gedeckt sind. Erst danach kann die Eigenproduktion billiger werden.
Hat wirklich niemand Kosten-Schätzungen darüber?
leonforte
Mitglied
#7
°
Gesendet: 08.03.2007 17:25
@rawbee
wie bei allen investitionen bezahlst du sie nicht heute und holst die kosten sofort wieder rein. ein akw der generation 3+ kostet zwischen 5-6 mia. diese kosten werden dann über die betriebsdauer amortisiert. pro kwh macht das einen betrag von kleiner als 5 rappen aus....... .
zum verlgeich, die amortisation für eine kwh aus solarzellen ist ein mehrfaches davon .................
Zocker
Mitglied
#8
°
Gesendet: 08.03.2007 20:31
@rawbee
Die Investitionsrechnung ist nur ein Teil des Strompreises. Beim Atomstrom sind zudem nur ein Teil der bis zum Schluss anfallenden Investitionskosten enthalten, ansonsten wäre er heute schon zu teuer.
Die Atomforschung wurde vom Staat mit Miliarden gefördert, diese Entwicklungskosten sind nicht in den Investistionskosten enthalten.
Der Rückbau des Kraftwerkes ist nur mit einem theoretischen Preis enthalten, die wirklichen Kosten werden später vom Steuerzahler bezahlt.
Die Entsorgung des Atommülls sind nur mit einem Alibipreis enthalten. Da niemand den wirklichen Preis berechnen kann wird ein Preis angenommen der für den Strompreis erträglich erscheint. Die wirklichen Kosten werden tausende von Generationen nach uns noch tragen.
Somit ist der Atomstrom heute schon kräftig subventioniert und die kommenden Generationen zahlen heute schon an unseren billigen Strom.
Durch die ungenügende Versicherung der AKWs wird der Strom zusätzlich verbilligt. Dies hat den Nachteil, dass nach einem GAU die Betroffenen vom Staat entschädigt werden müssen, d.h. vom Steuerzahler und dass die Opfer hauptsächlich in die Röhre blicken werden. Denn die heutigen AKW Befürworter werden dann eine Neiddebatte vom Zaune reissen, damit die staatliche Opferhilfe möglichst mikrig ausfällt.
Zusammengefasst ist der Atomstrom finanziell ein Debakel und nur für die Kraftwerkslobby gewinnbringend.
leonforte
Mitglied
#9
°
Gesendet: 10.03.2007 09:47
@zocker
trotzdem kostet der atomstrom am markt so um 10 rappen .....
ein weiterer kommentar erübrigt sich daher, denn der markt bestimmt den preis und nicht die vorstellungen von ein paar atomkraftwerkgegnern......
ökonomische realität überholt wieder einmal idealtypische träumereien!
Pirelli
Blog Autor
#10
°
Gesendet: 10.03.2007 11:20
leon, würdest du nicht auf Zockers Punkte eingehen wollen? Weisst, irgendwie argumentativ oder so?
Dein Leerlaufposting bestätigt einen nur darin, mit wie wenig Realitätsbezug die Befürworter argumentieren.
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