gumbyman Mitglied
#27 ° Gesendet: 02.03.2007 02:02 |
@leonforte
Na na, wenn Du 100 Würfel gleichzeitig wirfst ist die Chance dass mindestens einer davon eine Sechs zeigt, nahe bei 100% (bin jetzt aber zu faul zum nachrechnen / nachschauen). Der Erwartungswert für Schadenhäufigkeit und Gesamtschäden durch AKW's steigt ebenfalls proportional mit deren Anzahl, wenn man unterschiedliches Alter, Sicherheitstechnik u.dgl. mal weglässt. Das willst Du nicht ernsthaft bestreiten, oder?
@Manarak
Es ist einfach nicht wahr, dass sich für Schadenhäufigkeiten eines AKW's kein brauchbarer Erwartungswert errechnen lässt. Ich hab' zwar leider keinen zur Hand, aber es funktioniert im Prinzip genauso wie z.B. in der Bahntechnik - und da wurde über lange Zeit eine recht gute Übereinstimmung zwischen theoretischen Modellen und statistisch erfassten Ereignissen gefunden. Fehlerbaumanalysen, FMEA u.dgl. sind ein gutes Entwicklungshilfsmittel. Aber wenn's dann um harte Zahlen geht - wie z.B. zu erwartende Tote und Schwerverletzte pro Passagier und Betriebsstunde - musst Du eben viel weiter gehen, und 'n Haufen statistisches Material und Methoden bemühen. Das beginnt beim AKW mit der Ausfallwahrscheinlichkeit der Umwälzpumpe und endet mit der Fehleranfälligkeit von Menschen in Stresssituationen. Und dazwischen hast Du'n Haufen Redundanzen und Sicherungen und weiss der Kuckuck was. Aber überall kannst Du sinnvolle Zahlen einsetzen oder ermitteln und miteinander verrechnen. Und am Schluss kommt ein sinnvoller Erwartungswert raus, der wesentlich besser und genauer ist als Ratespiel über mehrere Zehnerpotenzen hinweg von der aktuellen zur geforderten Versicherungssumme.
Und mit 100%-iger Sicherheit stellt sich das Problem von Endlagerung, Rückbau, Kontaminierung beim Abbau usw., deren Gesamtkosten heute nicht zuverlässig abschätzbar sind. Das Spielchen heisst wieder mal - wie so oft - es werden nur die unmittelbaren, internen Kosten einbezogen. Den Rest überlassen wir getrost den anderen, nach uns die Sintflut.
g. |