Forenübersicht ° Suchen ° Statistik °

Atomkraft Diskussionsforum Politik / Atomkraft /

Tatsächliche Kosten des Atomstroms

 Seite:  ««  1  2  3  4  5  ...  46  47  48  49  50  »» 
Menon
Mitglied
#11 ° Gesendet: 28.02.2007 22:05
@leonforte

ich denke bäumle hat die konzeption von versicherungen nicht ganz begriffen. mit grosser sicherheit bezahlt er keine gebäudeversicherung, denn sonst wüsste er wie niedrig die prämie im vergleich mit der möglichen schadenssumme ist, obwohl die wahrscheinlichkeit eines hausbrandes viel höher zu sein scheint als ein akw zwischenfall......

Ich denke, du hast den Artikel nicht ganz begriffen. Es geht nicht darum, die Prämie auf 500 Mia. zu erhöhen, sondern auf ein Niveau, das ein Aufkommen der Versicherung für 500 Mia. Fr. im Schadensfall zur Folge hätte.
gumbyman
Mitglied
#12 ° Gesendet: 01.03.2007 00:56
@Manarak
Das Problem ist, dass niemand belegen kann, warum man x Nullen vor Eins hat oder nicht. Im Promille-Bereich ist das sowieso reine Spekulation.
Da bist Du aber sehr schlecht informiert. Die Versagenswahrscheinlichkeit einer Anlage lässt sich ziemlich genau berechnen. Wenn Du's nicht glaubst, empfehle ich Dir Lektüre zum Thema "Sicherheit und Verfügbarkeit technischer Anlagen", "Risiko-Analyse", "Safety Integrity Level" usw. Ist entscheidend wenn Du nur schon eine Seilbahn, ein Flugzeug, 'n Roller Coaster oder sowas betreiben willst. Beim AKW werden diese Analysen mit Sicherheit auf die Spitze getrieben, da es im Extremfall um sehr viele Tote und Verletzte und sehr hohe Schaden-Summen geht.
Nein, das Argument ist nun wirklich keines.

@leon
erzähl das mal den zürchern wenn der sihlsee so schön voll ist! man stelle sich die folgen einer 2m hohen flutwelle durch das sihltal mal so auf der höhe des hb zürichs vor!!!!
Du hast den Unterschied zwischen Hochwasser und Kernschmelze wirklich nicht begriffen, oder?

g.
felixkohl
Mitglied
#13 ° Gesendet: 01.03.2007 02:58
Ein Atomkraftwerk produziert die Kilowattstunde (kWh) für 4 bis 6 Rappen. Das ist günstiger als bei fast allen erneuerbaren Quellen. Wasserstrom kostet 3 bis 12 Rappen pro kWh, Windenergie 8 bis 26 Rappen, Biomasse 15 bis 70 Rappen, Fotovoltaik noch mehr.

...genauso wäre spannend zu lesen(hören) nach welchen Prämissen diese Zahlen berechnet wurden (mein Bauchgefühl lässt mich daran zweifeln).

Beispiel: Wer kommt für den immensen Werteverlust des Landes um die Endlagerstätten auf? Bekanntlich will ja niemand diese in seiner Nähe.
Die Gockhausener (Grossgemeinde Dübendorf) - ehemals privilegiertere Hauseigentümer sind ja schon am Rande des Nervenzusammenbruchs wegen einiger Landeanflüge....


Die Axpo hat ja mächtig Dampf gemacht.
Schade, gibt BR Leuenberger so schnell klein bei.
manarak
Mitglied
#14 ° Gesendet: 01.03.2007 07:18
@Gumbyman
Ich habe selbst Fehlerbaumanalysen und Risikoanalysen erstellt.
Diese Techniken eignen sich dafür, kritische Risikopunkte zu identifizieren und um mögliche Ereignisketten sichtbar zu machen.
Aber nicht, um eine Wahrscheinlichkeit konkret zu berechnen, vor allem nicht im Promille-Bereich!
leonforte
Mitglied
#15 ° Gesendet: 01.03.2007 08:24 ° Bearbeitet von: leonforte
@menon

du hast eher mich nicht richtig begriffen. wer ein eigenheim bei einer gebäudeversicherung versichert zahlt in der regel einen niederen dreistelligen betrag, für eine schadensumme die im maximalfall irgendwo zwischen einer halben und einer ganzen million liegt! das risiko für einen totalschaden bestimmt die prämie. es wäre also seitens bäumle der beweis zu erbringen, dass das risiko zu tief eingeschätzt wird....... und nicht dass de schadenssumme zu niedrig ist! andererseits dürfte dieses niedrige risiko einen direkten zusammenhang mit der betriebsbewilligung haben. wäre es nämlich grösser, dürfte ein solches grossrisiko gar nicht betrieben werden. ergo ist das ganze durchaus politisch legitimiert und der versuch die risikoeinschätzung höher einzuschätzen dürfte an der unmöglichkeit scheitern nachzuweisen, dass dem tatsächlich so ist!

@gumby

das hochwasser dürfte wesentlich mehr zürcher innert kürzester zeit umbringen als eine kernschmelze von beznau! selbst eine katastrophe wie tschernobyl hat bis heute wahrscheinlich weniger todesopfer gefordert als ein dammbruch in der stadt zürich innert minuten verursachen würde! die wahrscheinlichkeit, dass der sihlsee bricht dürfte übrigens ähnlich niedrig sein, wie die kernschmelze in beznau. zur zeit des staumauerbaus gab es übrigens über dieses risiko eine grosse diskussion.
die langfristigen auswirkungen lassen sich schwer abschätzen. es wäre aber davon auszugehen, dass in der stadt zürich durchaus eine kontaminierte grossfläche entlang der sihl unbewohnbar bleibt. mit einem gau wie tschernobyl ist dies nicht vergleichbar, die unmittelbaren auswirkungen dürften aber dennoch grösser sein, als jene von beznau....

@felixkohl

das ganze nennt sich eigentumsrisiko. es ist allerdings komisch, dass sowohl in leibstadt, gösgen und mühlberg nach wie vor leute wohnen. würde nämlich deine theorie stimmen, müssten diese gemeinden langsam aussterben. meine behauptung ist, dass der baulandpreis in mühleberg sogar leicht nach oben abweicht, da die lage gut und der steuerfuss für den kanton bern sehr niedrig ist.
die besitzer in gockhausen haben langfristig betrachtet übrigens gar keine einbusse erlitten. wer die entwicklung der entsprechenden immobilienpreise kennt, weiss dass der markt ursprünglich den boden von gockhausen ähnlich einschätzte wie bei den anderen um den flugplatz liegenden orte. gockhausen war deshalb ein spezialfall, weil insider, die wussten, dass dieses dorf nicht in der anflugschneise lag, einen boom verursachten. die dichte an swissairangestellten ist deshalb überdurchschnittlich. als dann das anflugregime geändert wurde, verschwand der effekt des booms, der rein künstlich war. der wert einer immobilie in gockhausen wurde wieder zu dem was er immer war, eine immobilie im abstand von ein paar tausend metern zu einem grossen flughafen. jene die meinen, dass sie irgendwie verloren hätten, müssen nur zur kenntnis nehmen, dass sie das was sie verloren glaube, gar nie besessen haben. ein abb aktienhalter kann heute auch nicht sagen vor ein paar tagen war meine aktie ein paar prozent mehr wert, ich habe einen anspruch darauf, dass dieser wertverlust vom staat ersetzt wird! diese wertdifferenz ist spekulativ und damit eigentumsrisiko!
sudsy
Mitglied
#16 ° Gesendet: 01.03.2007 08:34
@leon vieles was in den 70gern gebaut wurde ist schon wieder
abgemurkst, und was du weisst, das wissen wir schon lange
deshalb wollen wir das auch nicht.
Bern ist dagegen und Oesterreich auch- nun ist hier mitreden
sicher angesagter, denn sich über Hymalaiya als skieresort zu
äussern.....
Oesterreich wird es nicht hinnehmen wenn ihr euch nicht mehr weiterentwickelt !
Zocker
Mitglied
#17 ° Gesendet: 01.03.2007 08:35
@manarak

Aus der Sicht des Laien haben die ca. 500 bestehenden AKWs das vorkommen des GAUs bewiesen. 500 Ereignisse und ein Kernschmelzen ist eingetreten. Meines Erachtens ist die Wahrscheinlichkeit des GAUs grösser wie es die Promillzahlen uns angeben möchten.
Der schwere Störfall in Schweden (ca. 1Stunde und ein Kernschmelzen wäre eingetreten). In dieser Situation braucht es nur noch die Fehlreaktion des Personals und es passiert.

Dass sich die AKWs nicht genügend versichern ist eine Sauerei, bzw. eine Subvention der Berteiber durch die Allgemeinheit.
Pirelli
Blog Autor
#18 ° Gesendet: 01.03.2007 09:25
Die IAEA gibt hier eine imposante Liste der Störfälle nur schon der letzten 5 Monate:
http://www-news.iaea.org/news/topics/default.asp?SortBy=SDate

Je mehr AKW gebaut werden, desto grösser ist die Wahrscheinlichkeit eines GAU.
Und - werte Axpo-Apologeten - bedenkt: Ein einziger GAU in den nächsten 12 Jahren (so lang soll das Bewilligungsverfahren gehen) genügt, und die Bevölkerung wird sich definitiv gegen ein neues AKW stemmen. Und dass dieser GAU eintreten wird, daran zweifelt kaum einer - nicht bei der Zahl an AKW, die in Ländern wie China oder Indien gebaut werden.

2020 wird man auch deutlich sehen, wie endlich das Uran ist resp. welche Umweltzerstörung bei seinem Abbau betrieben wird.

Noch einmal: Jetzt noch auf AKW zu setzen, spricht nicht gerade für Weitsicht. Die Versicherungsprämien sind da nur ein Aspekt. Auch der Beitrag, den die Betreiber für die Abfalllagerung zu leisten haben, ist angesichts der langen Dauer schlicht lächerlich.
leonforte
Mitglied
#19 ° Gesendet: 01.03.2007 11:11
@pirelli

du machst einen grundlegenden denkfehler. der eintritt eines ereignisses bleibt immer gleichwahrscheinlich........

die behauptung, dass der gau eintreten muss ist daher ziemlich vermessen. selbst wenn in den nächsten zwölf jahren mehr werke am netz sein werden......

umgekehrt gilt es auch zu bedenken, dass auch mit einem werk die wahrscheinlichkeit eines gau's bleibt.....
Pirelli
Blog Autor
#20 ° Gesendet: 01.03.2007 13:40 ° Bearbeitet von: Pirelli
Nun bin ich tatsächlich kein Statistiker. Aber wenn ich mit 100 Würfeln gleichzeitig würfle, ist die Wahrscheinlichkeit, dass einer davon eine Sechs zeigt, nicht wesentlich grösser, als wenn ichs mit einem Wurf eines einzelnen Würfels versuche? Angenommen, jedes AKW habe die gleiche GAU-Wahscheinlichkeit. (Was nicht zutrifft, wie wir wissen, "Tschernobyl könnte bei uns niiiiiie passieren"!) Die Gesamtwahrscheinlichkeit eines GAU nimmt doch wohl zu, wenn 1000 statt 500 AKW am Werk sind?
Wo ist also der Denkfehler?

Und vergisst du nicht den Faktor Zeit? Wieder die Würfel: 100 gleichzeitig oder 100 konsekutive Würfe mit einem einzelnen. Die Planung und Bewilligungsverfahren für ein neues AKW in der Schweiz dauern, sagen wir, 12 Jahre. Die Zahl der Werke nimmt in dieser Zeit global erheblich zu. Dann steigt doch wohl auch die Wahrscheinlichkeit, dass ein grösserer Zwischenfall in dieser Zeit eintritt, nicht wahr? Zumal, wie die aktuellen Beispiele zeigen, durchaus auch neue Werke betroffen sein können. Und von denen in den Schwellenländern gar nicht zu reden.

Und ich bitte dich, genau zu lesen. Ich schrieb nicht, dass ein GAU eintreten muss, sondern dass es nur einen GAU oder einen sonstigen grösseren Zwischenfall braucht, dass die Stimmung in der Bevölkerung definitiv umkippt. Denn ein neues AKW wird vors Volk müssen. Oder willst du Notrecht einführen?

Hinzu kommt, dass andere Länder vormachen, was in den Bereichen erneuerbare Energien und Energie-Einsparung alles möglich ist. Und sie verdienen erst noch Geld damit. In Österreich sind die Umwelttechnologien der am stärksten wachsende Wirtschaftszweig, in Deutschland sind bereits über 7000 kleine Biogaskraftwerke profitabel am Netz, die Windkraftindustrie boomt.
Nur wir sollen wegen unserer profitgeilen Strombarone mit ihrer innovationshemmenden Visionslosigkeit hintanstehen?

Dachte, du seist an Wachstum und florierender Wirtschaft interessiert?
 Seite:  ««  1  2  3  4  5  ...  46  47  48  49  50  »» 
 

Foren

Themen

Weiterempfehlen

Werbung

Anmelden

oder kostenlos registrieren

Jetzt online

Jetzt online: Gäste - 1
Registrierte Gäste - 1 [ cristiano-safado ]
Online Rekord: 33 [15.08.2008 15:34]
Gäste - 30 / Registrierte Gäste - 3

Das Forum ist CO2-neutral

Facebook