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Spanien will am Atomausstieg festhalten

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gumbyman
Mitglied
#141 ° Gesendet: 27.02.2007 00:28
@leon
geplante anlage ..... 10 jahre
Ja das sind Erfahrungswerte von Praktikern mit "bewährten" Anlagen. Die Entwicklung geht aber rasant weiter, und wenn Du die Tabelle noch genauer anschaust wirst Du sehen dass da für amorph/Dünnschicht/Deutschland 28 Monate angegeben ist, also etwas über 2 Jahre; das sind Welten.

die verbleibenden uranreserven sind kein problem, es werden beim heute relativ hohen uranpreis laufend neue vorkommen gefunden. übrigens ist dasselbe phänomen beim erdöl zu beobachten,
Wunderbares Beispiel - ist Dir bewusst dass die jährlich entdeckte Menge von wirtschaftlich förderbarem Erdöl *weit* unter dem jährlichen Verbrauch liegt? Und komm' mir jetzt nicht mit Teersand und Ölschiefer, ich meine *wirtschaftlich*. Beim Uran ist es auch so ;-)

der energieaufwand, der benötigt wird um eine jahresladung für ein kkw herzustellen ist ein xfaches kleiner, als das was man an strom daraus herausholen kann. ansonsten wäre es wirtschaftlich gar nicht interessant irgendwie energie zu produzieren, werder mit uran, kohle, erdöl oder gas...... qed.
Man produziert ja auch keine Energie (ist gar nicht möglich) sondern man führt (endliche) Primärenergie als Brennstoff in Form von Uran, Kohle usw. zu und wandelt diese teilweise (ca. 1/3) in Strom um. Und die Summe der zugeführten Energie ist viel grösser als die gewonnene Nutzenergie, darum negative Energiebilanz.

Bei den Solarzellen hast Du eine grundlegend andere Situation: die Herstellung braucht einige Energie, aber danach führst Du keine Energie mehr zu, die nicht sowieso (von ausserhalb des betrachteten Systems) bis in alle Ewigkeit gratis auf die Erdoberfläche eingestrahlt wird. Deshalb wird nach der Amortisationszeit die Bilanz positiv, das heisst die Energie die Du gesamthaft aus dem System rausholst ist grösser, als jene welche Du reingesteckt hast.

Ich sag' Dir, warum ich mittlerweile auch für Photovoltaik was übrig habe: noch vor 20 Jahren war die Technik wirtschaftlich und energetisch jenseits von gut und böse. Was in der eigentlich kurzen Zeit seither aber ablief lässt stark darauf schliessen, dass sie innert nützlicher Frist auch wirtschaftlich interessant wird; energetisch sind wir ja schon fast da, mit einem Erntefaktor von 5-10. Verglichen mit der Masse der nur energieverbrauchenden Anwendungen (Benzin, Kerosin, Diesel, Heizöl) fällt der Initialaufwand für die Herstellung der Zellen nicht ins Gewicht, auch können damit weit CO2-intensivere Kraftwerke (z.B. Kohle) ersetzt werden, was wiederum die Bilanz massiv verbessert. Und übrigens: für Solarthermie hab' ich noch viel mehr übrig ;-)

AKW's sind für mich deshalb keine Alternative, weil sie auf einen bald endlichen Rohstoff setzen, Kosten und Risiken (Rückbau/Endlagerung) auf die Allgemeinheit überwälzen, und eine in jeder Hinsicht zu hohe / langwierige Umweltbelastung darstellen.

Es ist gut möglich dass Du die 2000Watt Gesellschaft nicht mehr erlebst. Aber die Milchbüchlein-Rechnung ergibt nun mal etwa diesen Wert für die sehr ferne Zukunft - je nach Bevölkerungsentwicklung kann das auch mehr, oder sogar noch weniger sein.

g.
globi1
Mitglied
#142 ° Gesendet: 17.08.2008 14:50 ° Bearbeitet von: globi1
Bänzli:
Eigentlich ging es bei leonforte um die CO2 Produktion, die bei der Solartechnik 40 mal höher sei als bei AKWs.

Zu dieser Aussage fehlen leider noch sämtliche Belege.

Hier habe ich Dir Belege:

Dünnschicht-Photovoltaik:
http://igitur-archive.library.uu.nl/copernicus/2006-0307-200042/98053. pdf

Ein Dünnschichtmodul erreicht in Spanien bei 20 Jahre Lebensdauer inzwischen einen Erntefaktor von 17 inklusiv Montage, wobei sich der Erntefaktor durch Prozessoptimierung stetig erhöht.
Der CO2-Anteil pro kWh ist abhängig von dem CO2-Gehalt des Stromnetzes.
Wenn man beispielsweise mit 50% Steinkohlenstrom (750 g_CO2/kWh) und 50% Wasserstrom (4 g_CO2/kWh) rechnet, resultiert ein CO2-Gehalt von 22 g_CO2/kWh für Dünnschichtphotovoltaik. Und je mehr erneuerbare Energieträger ans Netz gehen, desto stärker sinkt auch der indirekte CO2-Gehalt solcher Module.

Diese flexiblen Dünnschichtmodule liefern übrigens eine Herstellergarantie von 20 Jahren. Das heisst sie haben eine Lebensdauer von mindestens 25 Jahren und das mit einem Kunststoffträger und nicht einmal mit einem Glasträger.
http://www.uni-solar.com/uploadedFiles/0.4.1_pvl_68_tech_data_sheet(1) .pdf


Atomstrom:
http://www.oeko.de/service/gemis/files/doku/nuclear_co2paper_update200 6.pdf
The results of other international studies show higher CO2 figures: 30 to 60 g/kWhel (IEA 1994; CRIEPI 1995) up to 120 g/kWhel for 0.1-1% ore grades (van Leeuwen/Smith 2004).
Gemäss den oben zitierten Studien variert der CO2-Gehalt von Atomstrom zwischen 30g/kWh bis 120g/kWh, allerdings wird der CO2-Gehalt durch neue Uran-Minen mit immer niederem Uran-Gehalt zukünftig noch steigen.



Wobei die Diskussion bezüglich CO2-Gehalt eines Stromerzeugers ohnehin wenig relevant ist. Viel wichtiger ist die Frage, welche Treibhausgas-Reduktion pro investiertem Franken erreicht werden kann, da der gleiche Franken dummerweise nicht zweimal ausgegeben werden kann - schon gar nicht im Ausland. Zudem muss berücksichtigt werden, wie schnell der investierte Franken überhaupt zu einer CO2 Reduktion führt. In beiden Fällen schneiden neue, teure Atomreaktoren von ausländischen Atomkonzernen mit langen Planungs- und Bauzeiten wesentlich schlechter ab, als beispielsweise Wärmekraftkopplungsanlagen obwohl deren CO2-Ausstoss pro generierter kWh höher ist.
www.newsweek.com/id/137501
www.rmi.org/images/PDFs/Energy/E08-01_AmbioNucIllusion.pdf
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