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Atomkraft Diskussionsforum Politik / Atomkraft /

Schweiz braucht zwei neue Atomkraftwerke ...

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ghandi
Mitglied
#21 ° Gesendet: 11.12.2006 09:38
@gumbyman

bin ganz deiner Meinung, nur den Strommagnaten geht es um viel Geld, wenn nicht sogar der Untergang, wenn sie sich nicht wehren. Es ist also nur naheliegend, das sie alle Mittel anwenden um nichts zu verlieren!

vor über 30 Jahren hat man Ja gesagt unter der Voraussetzung das für den Atommüll Lösungen geschaffen werden.
Es gibt immer noch keine Lösungen (Zeitbomben)
aber AKW werden immer mehr gebaut.

Wie gumbyman richtig hindeutet;
das Stand by sollten bei allen Geräten verboten sein, dass man das unseren Herren noch sagen muss, beweist doch für was sie arbeiten!
Da werfe ich mangelnden Konsumentenschutz und unterlassene Amtspflicht vor.
Stand by ist das unsinnigste und enorm Stromverschleuderndes Luxusgut.
rlarsson
Mitglied
#22 ° Gesendet: 11.12.2006 10:01
Ein Beispiel aus der Stadt Bern! Die BürgerInnen stimmen jeweils stramm für die ökologischen Interessen aus der Grünen und Linken Küche, handeln dann aber privat genau umgekehrt. Das EWB verkauft seit mehr als einem Jahr Öko-Strom, welcher aus erneuerbaren Energiequellen stammt (für einen relativ hohen Mehrpreis natürlich). Nur gerade zwei (2) Prozent der Bezüger konsumieren diesen Strom auf freiwilliger Basis. Das erstaunt mich nicht weiter, denn auch den grünen Idealisten ist das Portemonnaie bekanntlich das Nächste!
ghandi
Mitglied
#23 ° Gesendet: 11.12.2006 10:21
1. Viele Leute steigen nicht um weil sie eine versteckte preissteigerung befürchten, (der preis wird hoch bleiben)

2. Wieso soll ich mehr bezahlen weil ich umweltbewusster bin? (Geschäftemacherei)
rlarsson
Mitglied
#24 ° Gesendet: 11.12.2006 10:42
Im Falle von Öko-Strom wird wohl nur ein Label "über"bezahlt, welches zur persönlichen Psychohygiene dient.
hagakure
Mitglied
#25 ° Gesendet: 11.12.2006 14:56
Wieso die Debatte um Atomkraftwerke immer auf niveaulosem Populismus sinken muss? Wieso immer sofort jahrealte Bilder von verunstalteten Kindern herumschwirren ?
Ich habe das Gefühl, dass gewisse Leute genauso Angst vor dieser ihnen unbekannten Technologie haben, wie andere vor Fremden, und auf der gleichen Art sofort zu ihren Messerstecherinseraten greifen.
Und wieso Leute, die sonst politisch fortschrittlich sind, sofort in der Enegiefrage auf die brachialste Buenzlisparermentalität zurückfallen ?
Es ist sicher wahr, dass momentan grosse Mengen von Strom verschwendet werden, ich halte es aber für unrealistisch zu behaupten, man könne auf dem jetztigen Niveau von Stromverbrauch bleiben und gleichzeitig den Verbrauch von CO2-produzierenden Energiequellen massivst einschränken (beide Forderungen kommen üblicherweise aus den gleichen Kreisen), und dabei unseren heutigen Komfort behalten (das ist nun mal meine Forderung, und auch die der meisten Leute).
Sicher werden Energiesparmassnahmen in form von effizienteren Geräten aller Art langsam eingeführt werden, schon rein weil es ökonomisch Sinn machen, dies kann aber nicht die einzige Lösung und Zukunftsperspektive sein, wir werden die Kapazität zu Elektrizitätsproduktion seigern müssen. Schon rein für den schweizer Bedarf, ohne den enormen zusätzlichen Bedarf an Energie der jetztigen Entwicklungsländer zu betrachten.
Die Kernkraft heir als mögliche Alternative auszuschliessen aufgrund von unbegründeten Ängsten ist meines Erachtens nicht zielführend.
Die gröbsten Probleme der Technologie sind bekannt und haben ihre technischen Lösungen:
- Schlimme Unfälle (Kernschmelze usw.) sind in den heutigen Designs (Generation III+) so gut wie unmöglich.
- Reaktoren der IV Generation (die mittelfristig gebaut werden können), können einen komplett geschlossenen Brennstoffkreislauf beutzen, an dessen Schluss keine schwer radioaktiven Isotope übrig bleiben (Halbwertszeit >> 100 Jahre). Es entstehen auch zu keinem Zeitpunkt des Kreislaufes Stoffe, welche direkt zur Waffenherstellung eingesetzt werden können.
Wir haben hingegen absolut keine Ahnung, wie gut eine Tchnologie wie Solarzellen skaliert, wenn sie (wortwörtlich) Flächendkend eingesetzt wird. Ich rede da von Problemen wie Giftstoffe, die bei der Herstellung eingesetzt werden oder die Entsorgung alter Anlagen. Zudem sind die richtig effizienten Solarzellen (quantum dot, nanotubes, usw.) heute ähnlich weit vom komerziellen Einsatz wie Kernkraftwerke der IV Generation.
Alle diese Technologien müssen zusammen eingesetzt werden und zusammen wachsen, wenn wir die heutige Produktion von CO2 eindämmen wollen.
Pirelli
Blog Autor
#26 ° Gesendet: 11.12.2006 16:25 ° Bearbeitet von: Pirelli
Man soll auch gar nicht auf dem jetzigen Niveau der Stromverschwendung bleiben. Gäbe es für die Firmen endlich allgemein verbindliche Vorschriften, gerade was z.B. den Stand-by-Verbrauch betrifft, sähe die Situation auch ohne Komforteinbussen ganz anders aus. Es gibt auch keinen Grund dafür, dass manche Kühlschränke bei gleicher Grösse fünfmal mehr Strom verbraten als andere.
Wenn ich allerdings lese, dass in der Schweiz für 200 Mio. Franken neue Beschneiungsanlagen geplant sind (was für ein sinnloser Wasser- und Stromverbrauch!), wird mir angst und weh. Ich bin begeisterter Berggänger. Wer die Skigebiete im Sommer sieht, dem vergeht das Skifahren sehr schnell. Ich habe vor 18 Jahren damit aufgehört, obwohl ich als J+S-Skilehrer mir im Winter jeweils ein gutes Zubrot habe verdienen können.

Zu den AKW: Uran ist eine endliche Ressource. Es wird die gleiche Preistreiberei einsetzen wie beim Öl, das Problem erledigt sich also von selbst. Wir können uns vielleicht noch 20, 30 Jahre Frist verschaffen, dann ist auch das ausgeträumt. Warum also nicht schon jetzt auf zukunftsträchtige Lösungen setzen? Allerdings kann man hier nicht einfach auf die Fotovoltaik bauen, da auch Silizium endlich ist und stetig teurer wird.

AKW sind auch nicht im Mindesten so C02-neutral, wie uns die Industrie weismachen will: Abbau wie Verarbeitung sind ungemein energieintensiv, der Abbau lässt sich ferner nicht ohne erhebliche Umweltzerstörung bewerkstelligen.

Hinzu kommt: Es gibt auf der ganzen Welt noch kein einziges Endlager für hochradioaktive Abfälle. Nicht mal die AKW-geilen Amis haben das in ihrem rieseigen Land bis jetzt zustande gebracht. Wie der Atel-Chef auf die Idee kommt, das Abfallproblem sei gelöst, ist mir ein Rätsel. Wollen wir wirklich unsere Nachfahren über mehrere Hunderttausend Jahre mit hochgiftigem Müll belasten? Wer sagt uns, dass die in tausend Jahren noch damit umgehen können? Wer sagt uns, dass die Überlieferung der tödlichen Gefährlichkeit noch garantiert ist, wenn in hunderttausend Jahren sich Sprache und Denken komplett gewandelt haben werden?

Und was glaubt ihr, wie teuer der Nuklearstrom zu stehen kommt, wenn der absehbare nächste Ströfall eintritt? Und wie die öffentliche Meinung dann darüber urteilt? Wie viel ihr für euren Strom bezahlen müsst, wenn die AKW-Betreiber endlich für das ganze Risiko aufzukommen haben?

Ihr macht es euch da schon sehr leicht. Hauptsache, ihr müsst euren Verschleiss nicht ändern, gell!
Rico
Mitglied
#27 ° Gesendet: 11.12.2006 16:31 ° Bearbeitet von: Rico
Pirelli: Wie der Atel-Chef auf die Idee kommt, das Abfallproblem sei gelöst, ist mir ein Rätsel.

Es ist gelöst, weil man eigentlich sofort ein Endlager bauen könnte. Dass man es nicht baut, hat nicht technische, sondern politische Gründe. Und daran trägt ja nicht die Kernenergie /Stromindustrie die Schuld.
alkaloide
Mitglied
#28 ° Gesendet: 11.12.2006 16:50 ° Bearbeitet von: alkaloide
@rlarsson
Auf jeden Fall, man braucht sich z.B nur die Strompreise der Stadt Zürich anzuschauen: Da kostet Solarstrom 400-1000% mehr als der normale Mix aus Wasser, Atom, ... Hier ist schon viel Idealismus und ein grosses Portemonaue nötig, wenn man z.B. anstatt 30-50 Franken nun 200-500 Franken pro Monat zahlen sollte.

(Quelle der (gerundeten) Angaben: ewz)
Pirelli
Blog Autor
#29 ° Gesendet: 11.12.2006 16:56
Rico, würdest du noch Stellung beziehen zu meinen grundsätzlichen Überlegungen punkto Endlagerung? Ist mir schon klar, dass sie einen etwas weiteren Horizont erfordern, allerdings ...
Rico
Mitglied
#30 ° Gesendet: 11.12.2006 17:32
Pirelli: Ist mir schon klar, dass sie einen etwas weiteren Horizont erfordern, allerdings ...

Mit Deiner Überheblichkeit disqualifizierst Du Dich selber, Du "überdurchschnittlich Gebildeter", Du solltest jetzt aber nicht auch noch frech werden.
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