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Pensionskassen - Senkung Umwandlungssatz - Klientelismus und Rentenklau

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Zocker
Mitglied
#201 ° Gesendet: 06.01.2012 17:51
tapir:
Ein Umwandlungssatz ist keine politische, sondern eine ökonomische Grösse. Den kann man, nein muss man ausrechnen. Nüchtern und frei von Ideologie.

Irrtum, riesiger irrtum!!!!

Der Umwandlungssatz betrifft die Zukunft der Versicherten mit einem zeithorizont von 20 und mehr Jahren. Es ist somit eine Vorhersage die auf Annnahmen beruht und dann via Rechnung ein Etgebnis liefert. Nun können die Annahmen und die Berechnungsmethoden so modifiziert werden, dass das Ergebnis wie gewünscht ausfällt.
Allein schon die Annahme, dass die Lebenserwartung die nächsten 20 Jahre weiter steigt ist rein fiktiv, aber im Sinne der Versicherungsindustrie um den Umwandlungssatz zu senken.

Bei den heute bekannten globalen Broblemen anzunehmen, dass es die nächsten 20, 30 Jahre so weitergeht wie bis anhin, ist schlicht ignorant.
cristiano-safado
Mitglied
#202 ° Gesendet: 08.01.2012 10:10
Rund 30% der Bevölkerung verlieren Pensionskassenansprüche und wie man wieder zu diesen kommt http://www.sonntagszeitung.ch/wirtschaft/artikel-detailseite/?newsid=2 02771
leonforte
Mitglied
#203 ° Gesendet: 08.01.2012 21:48
cristiano-safado:
Aber vermutlich weniger sicher. Zudem, in einem Haus kann man leben und sich den Mietzins sparen. Und wer handwerklich etwas geschickt ist, kann an seinem Haus selber viel machen.

da wäre ich nicht so sicher ....

es gibt viele leute, die ihr pensionskassengeld sozusagen als eine art eigenkapital ins haus stecken. kann man den hypothekarzins nicht mehr bezahlen und muss das haus verkaufen - meist mit verlust, dann ist das eigenkapital futsch (wird von der hypothek gefressen) und ein haus hat man auch nicht mehr .... sprich der totalverlust ist realität. darum darf man ja nie das ganze kapital aus der pensionskasse nehmen.

wie gesagt, jeder muss selber entscheiden, aber grundsätzlich würde ich die pensionskassengestützte finanzierung als risikobehafteter ansehen, als das geld drin zu lassen.
gumbyman
Mitglied
#204 ° Gesendet: 08.01.2012 23:20
leonforte:
pensionskassengeld sozusagen als eine art eigenkapital ins haus stecken. kann man den hypothekarzins nicht mehr bezahlen und muss das haus verkaufen - meist mit verlust, dann ist das eigenkapital futsch (wird von der hypothek gefressen) und ein haus hat man auch nicht mehr .... sprich der totalverlust ist realität. darum darf man ja nie das ganze kapital aus der pensionskasse nehmen.

Jein. In einem Punkt hast Du natürlich recht: Wenn Du nebst dem Haus nichts mehr hast, bist Du nur mit der AHV alleine schon mal ziemlich arm dran. Musst Du es dann noch mit Verlust verkaufen, hast Du gar nichts mehr. So die Theorie.

Allerdings kann mir auch niemand wirklich garantieren, dass aus meinem Pensionskassenkapital dereinst mal eine schöne, lukrative Rente wird. Sicher ist nur, dass die Versicherer ziemlich viel von der Rendite abzügeln, und dass ich dereinst wohl *irgendeine Rente* dafür kriegen werde.

Mein Rezept deswegen:
- ca. die Hälfte der PK ins Haus stecken, andere Hälfte "normal" bei der PK lassen
- Haus wertstabil und kostenarm (eigene Energie erzeugen, gute Dämmung, hochwertige solide Ausführung usw.) bauen, und von den extrem niedrigen Zinsen profitieren
- parallel privat eine Säule 3b aufbauen
=> alles in allem einfach möglichst gut diversifizieren, nicht alles auf eine Karte setzen. Und nebenbei der Finanzindustrie möglichst wenig von der Rendite abtreten ;-)

g.
Driver_427
Mitglied
#205 ° Gesendet: 02.04.2012 12:14 ° Bearbeitet von: Driver_427
in der 2.ten Finanzkrise 2011 wo die PK Verwalter nochmals, wie 2008, Milliarden an PK Gelder auf Nimmerwiedersehen an der Börse verlochten und die PK Mitglieder diese Defizite mit höheren Beiträgen, weniger Leistungen und die Rentenbezüger keinen Teuerungsausgleich mehr erhalten während Jahrzehnten zu tragen haben kommen nun die Arbeitgeber mit altbekannten Forderungen obwohl das Volk die Senkung des Umwandlungssatzes mit knapp 73% abgelehnt hat.

erneut wird versucht den Volkeswillen zu übergehen indem man den Untergang prophezeit an welchem die Versicherten einzig und allein schuld seien, kein Wort davon dass die Gelder an der Börse verspekuliert wurden durch die PK Verwalter :

Der Schweizerische Arbeitgeberverband sieht dringenden Handlungsbedarf bei den Pensionskassen. Der Umwandlungssatz müsse gesenkt und das Rentenalter erhöht werden, hielt der Verband am Montag vor den Medien in Bern fest. Die Zweite Säule befinde sich in "kritischer Schieflage".

URL

URL
felixkohl
Mitglied
#206 ° Gesendet: 02.04.2012 18:18
@Driver

n der 2.ten Finanzkrise 2011 wo die PK Verwalter nochmals, wie 2008, Milliarden an PK Gelder auf Nimmerwiedersehen an der Börse verlochten und die PK Mitglieder diese Defizite mit höheren Beiträgen, weniger Leistungen und die Rentenbezüger keinen Teuerungsausgleich mehr erhalten während Jahrzehnten zu tragen haben kommen nun die Arbeitgeber mit altbekannten Forderungen obwohl das Volk die Senkung des Umwandlungssatzes mit knapp 73% abgelehnt hat.

Das ist sehr .... stossend (um nicht ein vulgäres Wort zu verwenden, das zutreffender wäre).

Der Schweizerische Arbeitgeberverband befürchtet wohl eine Erhöhung der BVG-Beiträge und schlägt präventiv in dieselbe Kerbe wie die Versicherer.
Dabei missachtet dieser, dass Arbeitnehmer ab 50 immer schlechtere Karten auf dem Arbeitsmarkt haben, wenn sie die Stelle wechseln. Die sogenannte Flexibilität von den Arbeitnehmern wird zwar gefordert aber nicht geboten. Ich hörte mir erst vor kurzem einen zynischen Kommentar eines Personalverantwortlichen.
Der Heraufsetzung des Rentenalters wäre in einzelnen Branchen nichts auszusetzen - pauschal jedoch, ist es ein absoluter Blödsinn. Man wird mehr Arbeitslose "generieren" und damit die Pensionskassen auf den Buckel der ALV "sanieren".

Ich finde eine dauernde Erhöhung der Lohnnebenkosten problematisch -. aber nicht tabu.
Aber es gibt noch andere Werkzeuge um das Renteneinkommen zu sichern.
Erstmals sollten die Kosten der Pensionskassen drastisch gesenkt werden.
Gebe Driver völlig recht. Leider wird darüber in der Öffentlichkeit noch kaum gesprochen.
Zweitens sollten sich unsere VolksvertreterInnen längst was neues einfallen lassen.

Eine neue 3. Säule (nicht 3a), die sich aus einer Konsumsteuer speist (nicht Mwst) oder ein "Solidarprozent" der regulären Steuern etc.
leonforte
Mitglied
#207 ° Gesendet: 03.04.2012 16:44
das problem ist ein wenig grundsätzlicher als es die meisten wahrhaben wollen. zwar kann man den umwandlungssatz auf der höhe wie er ist belassen. jemand muss dann einfach über einen transfer die nicht finanzierbaren renten finanzieren und das sind dann defintiv nicht die rentner .... da sowas gesetzlich nicht mötlich ist.

es existiert folglich das problem, dass die vorhandenen angesparten rentengutachten zur zeit nicht ausreichen die renten bis ans errechnete lebensende auszubezahlen. es gibt nun zwei möglichkeiten, darauf zu vertrauen, dass das nicht stimmt, sprich dass die veralterung der gesellschaft nicht zunimmt oder dieser ein wenig unangenehmen tatsache ins auge zu sehen und die renten entsprechend anpassen, das rentenalter erhöhen oder die beiträge erhöhen ......
felixkohl
Mitglied
#208 ° Gesendet: 03.04.2012 22:40
ein wenig unangenehmen tatsache ins auge zu sehen und die renten entsprechend anpassen, das rentenalter erhöhen oder die beiträge erhöhen ......

Nein! Es gibt nicht nur ein Entweder-oder. Wenns nicht genügt, werden die PKs endlich ihre Hausaufgaben machen müssen.

Und wenn die Pensionäre auch dann - angesichts Anpassungen - nicht ihre Miete bezahlen können, wird eine Lawine an Ergänzungsleistungen nötig werden.
Spätestens dann, wird die Politik neue Wege finden müssen.
Warum also nicht proaktiver handeln?
New York
Mitglied
#209 ° Gesendet: 09.04.2012 14:08
Die Leute werden immer älter und die Renditen auf den Kapitalmärkten immer dünner. So erhält man heute eine maximale Rendite von 2,5 %. Unlängst war diese noch viel höher. Insofern ist völlig klar, dass das Rentenalter erhöht werden muss. Bei speziellen Branchen braucht es Kompromisse. So werden jetzt schon jedes Jahr in die staatlichen Pensionkassen Gelder eingeschossen um die Defizite zu schliessen. Die arbeitende Bevölkerung zahlt schon heute rund 600 Mio. pro Jahr zusätzlich an die Rentner. Es kann mittlerweile schon von einem Rentenklau an den Jungen gesprochen werden.
Driver_427
Mitglied
#210 ° Gesendet: 09.04.2012 14:22
New York:
Die arbeitende Bevölkerung zahlt schon heute rund 600 Mio. pro Jahr zusätzlich an die Rentner. Es kann mittlerweile schon von einem Rentenklau an den Jungen gesprochen werden

das Jammern über die Luxusrenten begann schon im Dezember 2011 :

Die Renten seien in der Schweiz 30 Prozent zu hoch, sagt Swiss-Life-Chef Bruno Pfister in einem Interview

URL

es wird alles versucht den Verwaltungsräten, Aktionären den Hals zu stopfen bis zum geht nicht mehr und den Rentnern ihr sauer angespartes Geld zu klauen.

kein Wort davon wie man in der CH mit 30 % weniger Rente leben kann

kein Wort davon dass über 50 Jäjhrige kaum eine Chance auf einen Stellenwechsel haben

kein Wort davon dass die Spekulanten in den PK Verwaltungsräten hunderte Milliarden an der Börse verlocht haben auf Nimmerwiedersehen

aber immer Jammern auf allerhöchstem Niveau dass alles zu teuer sei, die Alten gegen die Jungen ausspielen aber selbst niemals auf einen Bonus oder Lohnerhöhung verzichten da der Alten zu Hause das neue Wägelchen finanziert werden muss.
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