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Ein heisses Eisen: Bastien Girods Thesen zur Einwanderungspolitik

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Wilhelmtell
Mitglied
#11 ° Gesendet: 27.10.2009 21:38 ° Bearbeitet von: Wilhelmtell
Es ist sehr gut, dass Bastien Giroud das Thema anschneidet. Der unbegrenzte Glaube der Neoliberalen an den Markt von SVP bis CVP und die unkritische Haltung der SP gegenüber der unbeschränkten Personenfreizügigkeit müssen endlich in Frage gestellt werden. Schweizer über 50 finden kaum mehr eine Stelle, die Jugendarbeitslosigkeit ist so hoch wie noch nie, Wohnungsmieten steigen ins Unbezahlbare und immer mehr Schweizer und langjährig ansässige Ausländer landen wegen dieser neoliberalen Einwanderungspolitik auf dem Sozialamt. Der Mittelstand verarmt zusehends, und Frau Merkel kann sich freuen über jeden arbeitslosen Deutschen, der in die Schweiz exportiert werden konnte. Das ist dann erfolgreiche Politik der schwarz-gelben Koalition und senkt die deutschen Arbeitslosenzahlen.
agathon
Mitglied
#12 ° Gesendet: 27.10.2009 21:55
Wilhelmtell:
Der unbegrenzte Glaube der Neoliberalen an den Markt von SVP bis CVP und die unkritische Haltung der SP gegenüber der unbeschränkten Personenfreizügigkeit müssen endlich in Frage gestellt werden.

Ich glaube auch, dass diese beiden Themen zusammen gesehen werden müssen. Die überwiegende Teil der Immigranten kommt im Zusammenhang einer Arbeitsstelle in die Schweiz. Die Wirtschaft profitiert doppelt, nicht nur darin, dass sie wachsen kann, sondern auch darin, dass die neuen Arbeitskräfte weniger kosten. Man müsste gegen das Wirtschaftswachstum sein, wollte man die Immigration bremsen.

Zugleich hat Bänzli recht, wenn er sagt, dass die Immigration in Wellen erfolgt. Doch ob das mit der Öffnung zur EU bloss eine Welle ist und ob die Schweiz die grosse Zahl an Zuwanderern aufnehmen kann – das ist eine strukturelle Frage, die tatsächlich auch von den Linken gestellt werden darf. Sie kann ja dann auch mit guten sachlichen Argumenten bejaht oder verneint werden.

Wichtig dünkt mich, dass Immigration nicht als Problem einzelner Immigrationsgruppen, sondern als strukturelles Problem angesehen wird. Man kann ja, wie Thomas das tut, den Bevölkerungsanstieg den Heti's anlasten und als Lösung chinesische Verhältnisse vorschlagen (nicht ernst gemeint). So wird die Frage jedoch auf einer sachlichen Ebene diskutierbar, ohne dass einzelne Gruppen stigmatisiert werden.
Letzteres dünkt mich sehr wichtig, weil jeder der hier ist, als Einwohner unseres Landes auf jeden Fall den Anspruch auf eine fairen und respektvollen Umgang hat.
Pia
Mitglied
#13 ° Gesendet: 27.10.2009 22:34
Bünzli:
Wenn das Spielzeug deiner Kinder in China hergestellt wird mit Energie aus der GUS aus Rohstoffen aus Afrika und Südamerika und in einer Verpackung aus Osteuropa von einem Armenischen Lastwagenchauffeur hierhergebracht wird, wieso sollten dann die Menschen nicht auch kommen können?
Ich vergass, du hast ja keine Kinder. Also, dein Spielzeug.
Die Welt ist globalisiert.

http://www.sozialarchiv.ch/Webthema/2003/Geschichte.html

Diese Geschichte ist wichtig. Aber ich befürchte, dass das wieder mal eine Scheindiskussion werden wird, auch wenn Girod und andere sich Mühe geben, dagegen anzureden. Habe etwas in den Online-Kommentarzeilen gelesen bei Zeitungen. Da gibt es schon solche, viele, die Girod zujubeln und sich freuen, dass er die sog. Ausländerkriminalität aufgreife.
Bünzli
Mitglied
#14 ° Gesendet: 27.10.2009 22:36
driver:
Bünzli:
wieso sollten dann die Menschen nicht auch kommen können?

Mal so für den Anfang:

Weil es langsam ungemütlich eng wird in diesem Land?
Weil die Wohnkosten steigen und steigen?
Weil die Verkehrsinfrastruktur vielerorts vor dem Kollaps steht?
Weil das CH-Mittelland schon heute zu den am dichtesten besiedelten Gebieten überhaupt zählt?
Weil das Bevölkerungswachstum viele Erfolge im Umweltbereich ganz oder teilweise neutralisiert?

Ach so! Das Gold, das Öl, die Diamanten und die billige Arbeitskraft die willst du aber die Menschen - nein danke.

Gladiator 1988:
Genau die linken wollen eine grüne Unweltpolitik wollen aber ein unbegrenztes Bevölkerungswachstum

ein Wiederspruch in Sich, dass jetzt sogar zwei Grüne erkannt haben :d

Kein Wiederspruch!
wenn ihr euch tatsächlich mal mit linker und grüner Politik auseinandersetzten würdet, statt immer nur SVP Parteiparolen nachzubeten, dann hättet ihr vielleicht schon mal etwas von dem nötigen fairen Handel, der nötigen Entwicklungshilfe, dem wichtigen Waffenexportverbot, der Friedensförderung, der Bildung, der Diplomatie etc. gehört.
Solches reduziert den Migrationsdruck in den betreffenden Ländern ganz gewaltig.

Habt ihr wirklich das Gefühl irgend ein Molukke hat als Lebensziel in der Schweiz Böden zu wischen oder Drogen zu verkaufen?

Aber nein, Geiz ist geil, Arbeitsplätze, weg von meiner Strasse, Ausländer raus ist das Motto.
driver
Mitglied
#15 ° Gesendet: 27.10.2009 22:55
Bünzli:
ch so! Das Gold, das Öl, die Diamanten und die billige Arbeitskraft die willst du aber die Menschen - nein danke.

Nach Deiner komischen Logik könnte man wohl die ganzen 6 Milliarden Menschen auf den paar tausend Quadratkilometern des Schweizer Mittellandes unterbringen...

Wie wär's mal mit ein bisschen weniger Ideologie und dafür etwas mehr Realismus und gesundem Menschenverstand?
mack
Mitglied
#16 ° Gesendet: 27.10.2009 23:21
agathon:
Die überwiegende Teil der Immigranten kommt im Zusammenhang einer Arbeitsstelle in die Schweiz. Die Wirtschaft profitiert doppelt, nicht nur darin, dass sie wachsen kann, sondern auch darin, dass die neuen Arbeitskräfte weniger kosten. Man müsste gegen das Wirtschaftswachstum sein, wollte man die Immigration bremsen.

Welches Wachstum??
Wir haben doch alles?!
Bünzli
Mitglied
#17 ° Gesendet: 28.10.2009 00:49 ° Bearbeitet von: Bünzli
driver:
Nach Deiner komischen Logik könnte man wohl die ganzen 6 Milliarden Menschen auf den paar tausend Quadratkilometern des Schweizer Mittellandes unterbringen...

Solange wir in der Schweiz Platz für Offroader und Zweitwagen haben, die gleichen Leute die von Überbevölkerung reden gleichzeitig immer mehr Strassen und breitere Autobahnen verlangen, kann es uns nicht an Platz fehlen.

Kürzlich hast du dich noch indirekt lustig gemacht darüber, dass "Irgendwo ne insel absäuft".
driver:
salibaybay:
ich sehe das alles aus einer anderen perspektive. zuerst hat man uns abhängig gemacht vom öl, dass wir autos kaufen und im grünen wohnen, plastik für alles brauchen. und jetzt will man uns die schuld in die schuhe schieben, weil irgendwo ne insel absäuft. und zahlen sollen wir.

Schön, dass es auch noch Leute wie Dich gibt, die selbständig denken und nicht alles den Medien und Parteifürsten nachplappern.

Was denkst du passiert mit den Menschen da? Saufen sie mit ab? Kommen sie i die Schweiz?
Nein.
Sie migrieren vieleicht nach Indien. Da soll auch schon zwei, drei Menschen haben, die drängts dann nach Norden usw. und irgendwann kommt dann einer, zB. ein bei uns an, weil viele nicht an den Klimawandel glauben mögen und ihnen die Batzen an die Entwicklunshilfe und Friedensförderung zu viel sind.

Sie rufen lieber "Das Boot ist voll" und "Arbeitsplätze" und "Ausländer raus".
driver
Mitglied
#18 ° Gesendet: 28.10.2009 02:23
Bünzli:
Solange wir in der Schweiz Platz für Offroader und Zweitwagen haben,

Wenn Du über Offroader diskutieren willst, dann kannst Du gern einen anderen Thread eröffnen. Aber das Thema scheint nicht mehr so brennend zu sein, zumal die Dinger auch ohne staatliche Regulierung den Höhepunkt ihrer Popularität längst überschritten haben.
Auch der Girod Bastien hat scheinbar geschnallt, dass wir doch noch ein paar grössere Probleme als die paar Offroader haben.

Bünzli:
die gleichen Leute die von Überbevölkerung reden gleichzeitig immer mehr Strassen und breitere Autobahnen verlangen, kann es uns nicht an Platz fehlen.

Nun, wo siehst Du denn die Grenze? 10 Millionen? 20? 50? 100?

Wenn wir die ganze Schweiz bis ins hinterste Tal und auf die höchsten Berggipfel gleich dicht wie Manhatten besiedeln, dann haben wir sogar Platz für mehr als eine Milliarde Menschen! Toll, nicht? Immerhin hätten wir dann den grössten Stadtstaat der Welt - auch etwas worauf man stolz sein könnte.
tibles
Mitglied
#19 ° Gesendet: 28.10.2009 07:20
@driver
Weil es langsam ungemütlich eng wird in diesem Land?
Weil die Wohnkosten steigen und steigen?
Weil die Verkehrsinfrastruktur vielerorts vor dem Kollaps steht?
Weil das CH-Mittelland schon heute zu den am dichtesten besiedelten Gebieten überhaupt zählt?
Weil das Bevölkerungswachstum viele Erfolge im Umweltbereich ganz oder teilweise neutralisiert?


@wilhelmtell
Der Mittelstand verarmt zusehends, und Frau Merkel kann sich freuen über jeden arbeitslosen Deutschen, der in die Schweiz exportiert werden konnte. Das ist dann erfolgreiche Politik der schwarz-gelben Koalition und senkt die deutschen Arbeitslosenzahlen.

danke euch beiden für die einzigen tauglichen Aussagen in diesem thread

Immer mehr Menschen erkennen die Verlogenheit (eigene Interessen) der Politiker und verlieren ihr restliches Vertrauen gänzlich.

Die Systemkrise ist schon lange am rollen, das hat nichts mit Grün, Rot, Blau, Gelb, Schwarz oder sonst etwas zu tun.
Lösungen erfordern neue innovative Schritte!

Autarkie heisst das Losungswort!

Eine kleine Stadt im Südwesten Englands hat alles mobilisiert, um unabhängig von der Außenwelt leben zu können. Das Ziel: Der Konsum von transportierten Produkten, die eine schlechte Kohlendioxid-Bilanz aufweisen, soll reduziert werden.... Doch Totnes ist anders, ganz anders! Es ist die am weitesten fortgeschrittene "Transition Town" (etwa: "Stadt des Übergangs") der Welt, der Vorreiter einer Bewegung, die sich – angesichts der zweifachen Herausforderung des Klimawandels und des bald zu Ende gehenden günstigen Erdöls – zum Ziel gesetzt hat, ihren Energieverbrauch zu reduzieren und ihre Kohlendioxodbilanz zu senken. Die kleine Gemeinde will die Autarkie erreichen.

http://www.presseurop.eu/de/content/article/78991-totnes-pionier-der-g ruenen-autarkie
http://energiewende.wordpress.com/2008/11/18/transition-towns-%E2%80%9 3-der-stand-der-dinge/

In vielen Dingen werden wir uns ans Schlusslicht der Entwicklung bringen, wenn wir so weitermachen wie bisher!

z.B.
Null-Energiestädte in China, Dubai, etc. (Energietechnologie)

bei uns hat man noch nicht einmal die Notwendigkeit erkannt und baut weiter Sinnlose, Umweltbelastende, Gesundheitsgefährdete Atomkraftwerke!

Das ist Lobbysmus pur!
http://de.wikipedia.org/wiki/Lobbyismus
Lobbyismus ist eine aus dem Englischen übernommene Bezeichnung (Lobbying) für eine Form der Interessenvertretung in der Politik, in der Interessengruppen, die Lobbys, die Exekutive und Legislative durch persönliche Kontakte beeinflussen oder die öffentliche Meinung über die Massenmedien. Offizielle Bezeichnungen sind etwa Interessenvertretung, Public Affairs, politische Kommunikation, Politikberatung und Ähnliches.

genau dies hat uns Lukas Rheimann bewiesen mit seiner Sammlung der 17 Kilogramm an ihn gerichteten Einladungen solcher Lobbysten.
http://www.lukas-reimann.ch/datein/doku/zeitung/2009/12072009.pdf

Lösungen liegen in den grundsätzlichen Änderungen der Voraussetzungen.
Malibu7
Mitglied
#20 ° Gesendet: 28.10.2009 11:22
Die Problematik ist doch, dass die Schweiz sogar dann eine enorme Einwanderung aushalten muss, wenn die Wirtschaft wenig wächst oder wie 2009 sogar schrumpft. Und dies hat direkt mit dem komplett unsinnigen freien Personenverkehr zu tun. Also einfach gesagt: in guten Zeiten können wir damit Leute rekrutieren, die wir sowieso bekommen und in schlechten kommen dann Personen, die wir nicht benötigen. Einen dümmeren Mechanismus hätte man für die Schweiz gar nicht einführen können. Dass jetzt sogar ein Grüner die Masseneinwanderung in die Schweiz einmal kritisch bemerkt, grenzt an ein Wunder, wird aber nichts nützen. Ist wie wenn sich die SP zu Jugendkriminialität äussert, absolut unnütz.
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