Bastien Girod bricht das linke Tabu und äussert sich kritisch zur Einwanderung. Artikel im BlickDer laut Girod zu hohe Zustrom von Neubürgern aus dem Ausland bringt grosse Probleme mit sich: «Durch das schnelle Bevölkerungswachstum in der Schweiz wird der Wohnungsmangel verschärft, sozial Schwache werden in schlechtere Wohnlagen verdrängt, Verkehrsengpässe auf Strasse, Schiene und in der Luft verschärfen sich, und die Lärmbelastung steigt.» Zudem würden Erholungsräume noch stärker zerschnitten und zerstört als bisher.Tatsächlich greifen Girod und seine grüne Parteikollegin Gilli ein heisses Eisen auf, und man wird sagen, dass die politische Rechte schon lange auf diese Umstände hinweist. Ein Unterschied wird auf jeden Fall bestehen: Girod und Gilli schiessen nicht auf einzelne Immigrantengruppen, machen niemanden für die Probleme, die sie beschreiben verantwortlich – sondern verlangen eine dem Thema entsprechende adäquate Diskussion.
Man kann sich über die Vorschläge der beiden durchaus wundern:
• Statt ausländische Unternehmen anzulocken, möchten Girod und Gilli künftig gezielt lokale Unternehmen stärken und fördern.
• Die Steuerpolitik soll reiche Ausländer nicht mehr in die Schweiz locken, dafür sollen die Steuern harmonisiert werden. Das heisst: keine Pauschalsteuer mehr und Anhebung der Steuerlast auf das Niveau der umliegenden Länder.
• In Europa muss die Schweiz finanzielle Mittel einsetzen, um das Wohlstandsgefälle auszugleichen.Doch aufgepasst - das ist bereits medial durch den Blick aufgekocht: Was wirklich in dem Papier steht, weiss man dann, wenn es öffentlich ist (auf seiner Homepage, die er sonst so akribisch zu führen scheint, ist jedenfalls noch nichts aufgeschaltet.)
Bei den Grünen ist man über Girods Vorstoss nicht gerade erfreut:
TagesanzeigerDass man vor der momentan hohen Zuwanderung nicht die Augen verschliessen sollte, da hat Girod recht. Doch greifen seine Vorschläge und wie könnte sonst
eine linke Einwanderungspolitik aussehen, die dieser hohen Zuwanderung Rechnung trägt?
Auf jeden Fall würde es nichts bringen, wenn es bei dieser Aktion bliebe: Bei solch heiklen Themen machen sich Schönwettervorstösse (à la Levrat) in der Regel schlecht bezahlt - entweder man zieht das Ding über längere Zeit durch oder man spielt dem Gegner in die Hände.