@AdiB: K, lassen wir den Nahostkonflikt aus dem Spiel, ich bin jedenfalls anderer Meinung.
"Aktuelle Konflikte, die prominient in den Medien stehen"
Da hast du Recht. Der Nahostkonflikt hat auch mehr mit uns zu tun als der Kongo. Allerdings finde ich bereits die Berichterstattung in deutschsprachigen staatlichen Fernsehsendern einseitig. Achte dich mal, auf SF ist es in der Regel so, dass Israelis bei Attentaten STERBEN, während die Bewohner in Gaza von Soldaten UMGEBRACHT werden.
"Das hat mit der Religion überhaupt nichts zu tun" Einverstanden. Deshalb hab ich ja auch nicht den Begriff Antijudaismus verwendet.
"Du weichst aus... Du kannst von linker/sozialdemokratischer Politik denken, was du willst, die Frage aber war, was du von der NPD hältst. "
Nicht wirklich, hast du gelesen, worauf ich geantwortet habe? Die NPD kopiert scheinbar soziale Anliegen von Linken so wie sie auch Anliegen von der SVP kopiert. Ich wollte damit nur ausdrücken, dass es nichts bringt, diejenigen dafür verantwortlich zu machen, die kopiert werden. Anderes Beispiel: Über muslimische Friedhöfe hat sich schon Boris Banga (SP) 2003 aufgeregt. Er war dagegen. Das hat die SVP vereinzelt aufgenommen, und jetzt nach der Abstimmung Christoph Darbellay (CVP). Deswegen kann man doch nicht SVP, CVP und SP in den gleichen Topf schmeissen.
Mit öffentlicher Meinung meinte ich auch nicht, das jeder einzelne, der nicht auf eine Art exponiert ist, die gleiche Meinung hat. Was 'Öffentliche Meinung' ist, kann man auf Wikipedia nachlesen:
http://de.wikipedia.org/wiki/%C3%96ffentliche_MeinungDas der Begriff kritiwürdig ist, steht auch. Trotzdem: "[...] bezeichnet die in einer Gesellschaft vorherrschenden Urteile zu Sachverhalten". Und in den uns umgebenden Ländern herrscht da wie bei uns eine Diskrepanz; dass diese nicht homogen ist, ist sicher richtig, das habe ich so aber auch nicht behauptet.
Blocher gestern in der Arena: Das war ein eher schwacher Auftritt von ihm. Das mit 1848 hab ich aber nicht von ihm, und es hat auch nicht da angefangen:
"Hütet euch ihr Bewohner Wirtembergs vor einer Revolution und bedenkt, daß ihr eine Landesverfassung habt, welche im Kleinern noch vollkommener ist als die englische Konstitution, seyd stolz darauf, und
nehmet an dem Schicksal der Schweitz, Italien und den päbstlichen Staaten
ein Beyspiel, welches der Menschheit noch lange trübe Augen zurück läßt, um ihre Thorheiten beweinen zu können"
- Anmerkung des Setzers in Johann Gottfried Pahl, Geheimnisse eines mehr als fünfzigjährigen wirtembergischen Staatsmannes, 1797
Ich sehe da schon eine Parallele zu heute, auch wenn du recht hast, dass es damals um viel mehr ging.
Mit Blochers Haltung zu der Atombombenfrage bzgl. Nordkorea bin ich nicht einverstanden. Ich kann es zwar genau so gut wie er verstehen, dass sie eine solche wollen, finde aber, dass das um jeden Preis verhindert werden muss. Gut, dass war gar nicht die Frage. Aber auch im Selbstbestimmungsrecht der Völker habe ich eine andere Haltung als Blocher. Ich bin erstaunt, aber erfreut, dass du das von, wie ich jetzt einfach mal unterstelle, linker Seite her kritisierst: In den letzten Jahrzehnten haben die Linken das Selbstbestimmungsrecht von fremden Nationen/Kulturen/Ethnien (obwohl sie selber nicht nationalistisch sind) über das Selbstbestimmungsrecht von Individuen gestellt. Ich denke da an Ethno- und Kulturrelativismus, aber auch an Teile der Irakkriegskritik (Man soll sich da nicht einmischen). Ich finde sehr wohl, dass die Weltgemeinschaft die Pfilcht hat gegen Staaten einzugreifen, wenn Bürger- und Menschenrechte in hohem Masse missachtet werden. Ein Minarettverbot genügt da aber meines Erachtens noch nicht.
"Ja ja, Linke sind Nazis, die alte Platte... "
Nein, sicher nicht. Und das habe ich auch nicht geschrieben. Es ist etwas befremdend, dass ich das, was ich schreibe, so undifferenziert Schwarz/Weiss ausgelegt bekomme. Ich habe aber tatsächlich Mühe mit der gängigen Einteilung im Recht/Links-Schema von Historikern und Politologen. Die Nazis haben sich selber, wenn ich mich recht erinnere, als rechts bezeichnet. Nimmt man das ernst, müsste man aber auch die Selbstbezeichnung als Sozialisten ernstnehmen. Es gab auch vehemente Opposition von Rechten gegen Hitler, zum Beispiel Fritz Gerlichs "Der gerade Weg".
Dass die SVP im braunen Sumpf fischt, würde ich zurückweisen. Es ist aber richtig, dass sie dort gewisse Sympathien erhält, zumindest mehr als andere Regierungsparteien. Zwischen "demokratisch" und "brauner Sumpf" gibt es aber noch einige Strömungen von denen die SVP profitiert. Die Grüne gestern in der Arena hat das, wenn auch inhaltlich falsch, angesprochen: Blocher war gegen das neue Eherecht 1985, aber nicht (zumindest nicht vordergründig), weil er gegen die Gleichberechtigung von Mann und Frau war, sondern weil seiner Ansicht nach das Gesetz gewisse Verantwortlichkeiten nicht mehr regeln würde. Da er aber der Einzige war, der gegen das Eherecht war, konnte er natürlich alle Sympathien von jenen gewinnen, die aus aus sexistischen Gründen gegen dieses waren. Man mag das kritisieren - Ich finde es positiv, es wäre sonst so, dass diese Leute wirklich sexistische/rassistische Parteien wählen würden. Mir scheint, es ist vielen nicht bewusst, dass es bereits zwischen SVP und den Schweizer Demokraten eine riesige Differenz gibt. Die SVP'ler fordern, dass sich die Immigranten uns anpassen; das impliziert, dass sie diese für dazu fähig halten. Lies mal die SD-Partei-Zeitung oder Parteiprogramm, darin behaupten diese, das Ausländer, weil sie anderes Blut haben, immer anders bleiben werden, das eine Integration demnach unmöglich ist. Gerade die SVP-Kritiker sollten froh sein, dass die Schweizer Demokraten alle bis auf einen Nationalrat an die SVP verloren haben.
Ich glaube wirklich nicht, dass die Linke gestärkt wurde. Das hätte eventuell der Fall sein können, wenn sie das Resultat akzeptiert hätten. Aber es ist müssig, darüber zu debattieren, wir erfahren es spätestens in 2 Jahren.
@Bünzli: Ja, das ist ein einiger massen lustiges Video. Die USA ist aber nicht das Ausland. Die Amerikaner haben einen ganz anderen Umgang mit Religion als wir Europäer. Gerade weil die religiöse Zugehörigkeit stark fragmentiert war, waren die einzelnen kleinen Religionsgemeinschaften gezwungen, den anderen ihre Religionsfreiheit zu lassen. Das ist einerseits erfreulich, führte andererseits zu unschönen Ergebnissen, wie das Ignorieren von Zwangsheirat und Polygynie mit Minderjährigen in christlichen Splittergruppen.