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Die SP verliert und verliert

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swissalicious
Mitglied
#41 ° Gesendet: 10.03.2009 10:38
;-)

Mir scheint, die SP hat eine etwas differenziertere, nicht ganz so leicht zu manipulierende Wählerschaft.

Während jeder kleine strategische Fehler der SP (kaum hat man die PF durchgeboxt, spricht man schon wieder vom EU-Beitritt, andere befürworten die Einführung der Scharia etc etc etc) gleich die Abwanderung zu Grün, Grünliberal, und wer weiss, vielleicht sogar zur BDP bedeudet, scheint sich die SVP-Spitze an Peinlichkeiten überbieten zu können, ohne um ihre Wählerschaft bangen zu müssen.
Behemoth
Mitglied
#42 ° Gesendet: 10.03.2009 10:42
swissalicious:
scheint sich die SVP-Spitze an Peinlichkeiten überbieten zu können, ohne um ihre Wählerschaft bangen zu müssen.

Die SVP ist ja eine erfolgreiche Marke. Und wenn man mal Marktleader ist, kann man sich viele Patzer leisten, ohne diese Postion zu verlieren.
AdiB
Mitglied
#43 ° Gesendet: 10.03.2009 10:50
swissalicious:
andere befürworten die Einführung der Scharia

Mir ist im übrigen nicht bekannt, dass Herr Giordano SP-Mitglied ist. Und hier zeigt sich eben gerade ein möglicher Fehler der SP: Sie hätte an die Öffentlichkeit treten und die hirnrissigen Vorschläge dieses Professors (warum muss der auch noch an "meiner" Uni dozieren??) klar und deutlich zurückweisen müssen. So hätten die Gerüchte, wonach Giordano SP-Mitglied ist, gar nicht aufkommen können... Die Vorschläge dieses Professors widersprechen dem SP-Gedankengut auf extreme Weise, doch das hat auch dank dem geschickten Marketing der SVP und der Passivität der SP wieder einmal niemand bemerkt...
leonforte
Mitglied
#44 ° Gesendet: 10.03.2009 10:56
Behemoth:
SVP ist ja eine erfolgreiche Marke. Und wenn man mal Marktleader ist, kann man sich viele Patzer leisten, ohne diese Postion zu verlieren.

das hat die sp auch schon mal gemeint. vieles ist von zufällen abhängig .... die kernwählerschaft der sp hat sicher eine andere herkunft als jene der svp. allerdings müsste es der sp zu denken geben, dass der schweizerische arbeiter heute svp wählt ...... währenddem jene, die im dienstleistungsbereich mehr oder weniger direkt vom steuergeld leben sp wählen. die interessen der lehrer, krankenschwestern, sozialarbeiter, sozialgeldbezüger, therapeuten, naturheilern usw. sind mit denen der steuerzahler, die ihr einkommen auf dem markt wirtschaft erwirtschaften müssen, wahrscheinlich nich übereinstimmend. sprich wer als sozianwalt steuern per se nicht schlimm findet, trifft die gefühlslage des schweizerischen arbeiters wahrscheinlich nicht mehr! diejenigen schweizer mit den kleinen einkommen unten bekommen das kotzen wenn sie sehen was mit ihrem steuergeld teilweise finanziert wird. und wenn dann der sozivorstand vom sozialwesen grossspurig verkündet, dass es keinen missbrauch im system gäbe und man alles im griff hätte, kommt denen das kotzen. insbesondere wenn sie die missbrauchsfälle in ihrer eigenen umgebung sehen können! die sp hat zulange an einer aus deren sicht unhaltbaren und vor allem arroganten position festgehalten. die werden noch sehr lange svp wählen ......
agathon
Mitglied
#45 ° Gesendet: 10.03.2009 10:57 ° Bearbeitet von: agathon
Thomas:
Die Spassgesellschaft lässt grüssen. Nicht mehr Inhalte sind gefragt, sondern diejenigen, die sich am besten vermarkten. Das Laut-gegen-andere-Anschreien verdrängt das behutsame Vor-sich-hin-Philosophieren. Und die Medien machen fröhlich mit

@Thomas - (und @Krokodil, @rawbee, @AdiB, @swissalicious u. a)

Völlig richtig. Der Verluste der SP geben zu denken - nur zwei Punkte vorweg:
Erstens gab es eine Verschiebung im linken Lager hin zu den Grünen: Das ist erfreulich, weil die Grünen die Politik der SP vielen Bereichen mittragen und offenbar die Kernkompetenz der Grünen: die Umweltpolitik, immer stärker von den Wählern anerkannt wird.
Zweitens muss man den Wählerwillen respektieren - doch muss man analysieren, wie er zustande kommt. Natürlich aufgrund der politischen Botschaften der Parteien. Doch die Frage ist: Welche Inhalte erreichen die Öffentlichkeit und wie? Und da sind wir schon bei den Medien und bei dem seltsamen Journalismus, der heute betrieben wird. Es nützt nichts, gegen diesen Journalismus anzukämpfen, man sollte sich seiner bedienen - und da haben die Linken eine besonders schwierige Aufgabe: Viele ihrer Wähler mögen keine politische Marktschreierei, aber ohne dieselbe geht man im Stimmengewirr tendenziell unter. Das Problem ist: Wer von den Linken nimmt Levrat denn ernst, wenn er eine UBS-Aktie kauft und an die General-Versammlung geht? Das ist doch Kasperli-Theater, zwecks Medienaufmerksamkeit, was jeder Linke durchschaut.

Das Interessante ist, dass die linken Parteien seit Okt. 07 mehr Erfolge in den Parlamenten und bei Volksabstimmungen verbuchen, den je. Woher also diese Diskrepanz zwischen Abstimmungen und Wahlen? Meine Hypothese ist: Eigentliche Sachpolitik hat heute kaum mehr Öffentlichkeit. Politik wird heute mehr den je in den Parlamenten gemacht; Demos und ausserparlamentarische Initiativen und Anliegen finden kaum mehr Beachtung; gleichzeitig verkürzen sich die Ratsberichte in den Zeitungen, sogar in der NZZ.

Was in den Medien zählt, ist Politik, die an eine Person geknüpft werden kann: Wenn Jasmin Hutter schwanger würde, weiss es bald die ganze Schweiz, wenn Pascale Bruderer ebenfalls Mutter würde, wenn würde es kümmern? Würde man aber die politischen Leistungen der beiden vergleichen, da käme Hutter ziemlich flach heraus - aber man kennt sie wegen ihrer dummdreisten Sprüche, mit der sie die halbschlauen Studienabbrecher auf den Redaktionen der Gratiszeitungen auf Trab hält.

Stellvertretend für den Wandel in der politischen Öffentlichkeit (ich weiss: Politik ist im Grunde immer öffentlich) ist die Brasilianerin, welche sich die Lettern der SVP in die Haut ritzte. Solche Meldungen erhalten Aufmerksamkeit und sie sind schrecklicherweise meinungsbildend. In Schweizer Altersheimen - so habe ich gelesen - wird mittlerweile brasilianisches Personal angefeindet. Dort residieren Leute, die auf jeden Fall wählen gehen.

Die SVP hat die politische Öffentlichkeit mehr in der Hand, als sie selber dafür kann. Das letzte Kapitel in der Diskussion: "Die Linken müssen über die Bücher" ist offenbar noch lange nicht geschrieben.
AdiB
Mitglied
#46 ° Gesendet: 10.03.2009 11:10 ° Bearbeitet von: AdiB
@leonforte (Antowrt auf #40):

Du hast wohl mehrheitlich recht und das Problem recht gut analysiert. Widersprechen muss ich dir beim Bankgeheimnis und bei der Wehrpflicht: Die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und -betrug ist nicht mehr mehrheitsfähig. Da kannst du behaupten, was du willst, hier ist die SP auf der Siegerseite ...
Dasselbe bei der Wehrpflicht, das hat eine Untersuchung der ETH gezeigt. Umstritten ist nur, ob eine Berufs- oder eine Freiwilligenarmee eingeführt werden soll. Dazu sind die Mehrheitsverhältnisse im Parlament (ähnlich wie beim Bankgeheimnis und bei der Armeewaffe) konträr zur Volksmeinung.

Eigentlich wären das gute Voraussetzungen für die SP, um Boden gutzumachen, aber eben: Die Mitteparteien, insbesondere die beiden neuen (GLP/BDP), und auch die Grünen sind heute für viele Linksliberale genauso wählbar wie die SP. Das führt dazu, dass die SP immer mehr schwächelt. Dieser Trend wird sich wohl fortsetzen. Aber das heisst eben nicht, dass das linksliberale Gedankengut an sich am Ende ist...
leonforte
Mitglied
#47 ° Gesendet: 10.03.2009 11:23
AdiB:
Die Unterscheidung zwischen Steuerhinterziehung und -betrug ist nicht mehr mehrheitsfähig. Da kannst du behaupten, was du willst, hier ist die SP auf der Siegerseite ...

das volk wird dazu gar nicht befragt werden. es ist aber schön, dass die sp gerne auf der "siegerseite" stehen will. die würde nämlich brüssel und washington heissen. ich glaube nicht, dass die mehrheit unseres volkes sich die interne rechtssetzung durch die interessen eines gordon brown diktieren lassen will. die sp wird dafür an der urne ihren preis bezahlen, da bin ich mir sicher. denn für dümmliche geister mag es tatsächlich nur ums bankgeheimnis gehen, für die intelligenteren um ein bisschen mehr .... perspektiven finanzplatz schweiz und damit um eine menge steuergeld für den staat schweiz!

nun haltiner von der ethz hat darüber den bericht drittelsgenossenschaft geschrieben und gerade das gegenteil dessen aufgezeigt was du da behauptest. zur zeit wie gesagt auch aufgrund der expertensicht, die du falsch begreifst oder weder diskussions- noch mehrheitsfähig (es existiert kein volksmehr für die abkehr von der milizarmee, es existiert nur ein mehr in den selber betroffenen schichten zwischen 20 und 32, nur reicht das eben nicht, lies den bericht richtig)!

das linksliberale gedankengut ist sicher nicht am ende, allerdings ist es in der sp schon lange mit dem linksliberalen gedankengut zu ende gegangen!
rlarsson
Mitglied
#48 ° Gesendet: 10.03.2009 11:30 ° Bearbeitet von: rlarsson
Die SP hat nebst einem Imageproblem auch noch ein dickes Glaubwürdigkeitsproblem. Es zeigt sich einmal mehr in der Finanz- und Wirtschaftskrise. Es geht nicht an, dass sie die einzigen wahren Superpatrioten auf dem Rütli spielen und im anderen Fall bedingungslos gewollt sind, die Souveränität unseres Landes mit dem Fall des Bankgeheimnisses Preis geben zu wollen. Die SP weht wie die Fahne im Wind. Für was sie einstehen und was sie für Land und Leute wollen, längst weiss dies inner- und ausserhalb der Partei keiner mehr.

Mehr Wischi-Waschi, Wortbruch und Verrat an den Wählerinnen und Wählern kriegt keine andere Partei als die SP auf die Reihe. Das stempelt die SP zur absoluten Verliererpartei. Ist leider so, auch wenn dies gewisse Personen hier gar nicht gerne hören.
AdiB
Mitglied
#49 ° Gesendet: 10.03.2009 11:37 ° Bearbeitet von: AdiB
leonforte:
ich glaube nicht, dass die mehrheit unseres volkes sich die interne rechtssetzung durch die interessen eines gordon brown diktieren lassen will.

Das glaube ich auch nicht; nur will glaub ich keine Partei (ausser ev. den Grünen?) den automatischen Informationsaustausch. Es geht nur (!) um Amtshilfe bei schweren Formen von vorsätzlicher Steuerhinterziehung.

leonforte:
(es existiert kein volksmehr für die abkehr von der milizarmee, es existiert nur ein mehr in den selber betroffenen schichten zwischen 20 und 32, nur reicht das eben nicht, lies den bericht richtig)!

Ich meine mich zu erinnern, dass gerade noch 40% am Status quo festhalten wollen. Und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass die Meinung der Über-32-jährigen sich stark von den 20-32-jährigen unterscheidet - im Gegenteil, es gab eine andere Untersuchung, (Rekrutenbefragung 2000), die ergab, dass die heutige Junge Generation konservativer ist als die Elterngeneration...

soweit unser Exkurs...


@rlarsson:

Ich bin sowohl ein Patriot als auch gegen die Bagatellisierung und Legitimierung von Steuerhinterziehung. Ja gerade weil ich ein Patriot bin, will ich nicht, dass sich die Schweiz mit diesem pubertierenden Festhalten an einer überholten Tradition international blamiert. Schwer vorstellbar, nicht?
leonforte
Mitglied
#50 ° Gesendet: 10.03.2009 12:07
AdiB:
Ich meine mich zu erinnern, dass gerade noch 40% am Status quo festhalten wollen. Und es gibt keinen Grund zur Annahme, dass die Meinung der Über-32-jährigen sich stark von den 20-32-jährigen unterscheidet - im Gegenteil, es gab eine andere Untersuchung, (Rekrutenbefragung 2000), die ergab, dass die heutige Junge Generation konservativer ist als die Elterngeneration...

wie gesagt ich zitiere aus dem offiziellen bericht 2008, der im spätherbst 08 veröffentlicht wurde ...... 51% ....

zur rekrutenbefragung 2000, alles schön und gut, aber ich würde keine umfrage zitieren, die älter als ein jahr ist!
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