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Zürich steigt aus der Atomenergie aus

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Sandro
Admin
#1 ° Gesendet: 04.06.2008 10:08
Zürich steigt aus der Atomenergie aus
Der Zürcher Stadtrat will den Ausstieg aus der Atomenergie und die Reduktion von CO 2 -Emissionen als erste Schweizer Gemeinde in der Verfassung festschreiben. Bis zum Ende der Laufzeit von Gösgen und Leibstadt kann das EWZ aber vom Atomstrom profitieren.

Sehrschön! Was der grosse Kanton im Norden kann, sollte doch auch bei uns kein Problem sein. Ein sehr guter Ansatz!
Monalisa
Troll
#2 ° Gesendet: 04.06.2008 16:09
... und beziehen danach den Strom aus der Steckdose. Alternative Produktionskapazitäten bestehen danzumale aus den Stadtvelos bei denen der Dynamo am Stadtnetz angeschlossen wird. IG Velo, pardon pro velo, sorgt für den nötigen durchtritt an den Pedalen. Das Rösslitram kann auch wider zum Museum heraus. Vorallem ist es natürlich gut dies in die Verfassung zu nehmen, wenns dann eh nicht hinhaut ist Tuena und seine kapitalistischen Schergen daran Schuld. Frau Genner, Grün, wird den Kampf mit den Banken, seinen tausenden Angestellten mit ihren Computern bald auf nehmen.
Der unterschied vom 100% aus dem Staatshaushalt lebenden und den für ihr täglich Brot selbst Erwerbenden besteht darin, dass letztere ihre Arbeit nicht mit dem "zu Papier bringen" begnügen können. Reale Lösungen sind auch heute schon gängige Praxis, wenn auch nicht im Stadthaus.
gumbyman
Mitglied
#3 ° Gesendet: 04.06.2008 16:43
Reale Lösungen sind auch heute schon gängige Praxis, wenn auch nicht im Stadthaus.
Wiedermal einer der meint, sich beharrlich neuen Lösungen zu verweigern habe etwas mit Realität zu tun. Weit gefehlt mein Lieber! Sich neuen Realitäten anpassen und Lösungen finden, das bringt uns weiter, nicht stures Beharren auf Althergebrachtem.

Langfristig ist es überhaupt kein Problem, die heutigen AKW's durch eine ganze Palette von Effizienzmassnahmen und alternativen Quellen zu kompensieren. Wie das geht kann man z.B. hier nachlesen http://www.ignoranz.ch/forum/11_2349_0.html.

Man beachte dazu (nicht nur, aber wesentlich) die Postings von globi1.

g.
Sandro
Admin
#4 ° Gesendet: 04.06.2008 17:39
Der unterschied vom 100% aus dem Staatshaushalt lebenden und den für ihr täglich Brot selbst Erwerbenden besteht darin, dass letztere ihre Arbeit nicht mit dem "zu Papier bringen" begnügen können.

Was hat dieser Fred mit "vom 100% aus dem Staatshaushalt lebenden" zu tun? Hast Du heute Morgen deine Tabletten nicht genommen?
Hanspeter
Mitglied
#5 ° Gesendet: 04.06.2008 18:06
Aber Monalisa, nicht so sarkastisch.
Das man früher oder später mal aus der Kernenergie aussteigen muss, sollte doch klar sein. Und das der Zürcher Stadtrat doch mal einen Schritt einleiten will ist doch begrüssentswert.
Leider wird bei uns die Solarenergie immer noch zuwenig genutzt. Dass schon viele Haushalte davon leben wird gefliessentlich verschwiegen.
Ich kann mir aber schlussendlich vorstellen, dass jetzt doch mal eine stärker Schub kommt, leider nur mit Zwang, Das das heizen mit Oel deutlich teurer wird, werden sich viele Leute überlegen was dann schlussenlich gerade bei Erneuerungen von Heizanlagen günstiger sein wird.
pankie
Mitglied
#6 ° Gesendet: 04.06.2008 18:08
Sandro, hast Du vielleicht das falsche Forum erwischt?
pankie
Mitglied
#7 ° Gesendet: 04.06.2008 18:11
Endlich macht mal jemand ernst mit dem Ausstieg aus der Atomstrom.

Ohne Zwang der Politik für den Ausstieg würden die Stromlieferanten noch in 20000 Jahren auf Atomstrom setzen.

So müssen sie endlich nach Alternativen suchen.

Mit freundlichen Grüssen
pankie
trigor
Mitglied
#8 ° Gesendet: 04.06.2008 18:36 ° Bearbeitet von: trigor
Sehr schön. Ein Ausstieg ist 100% möglich, wenn man nur mal in die richtige Technologie investieren würde.

Alternative:
http://www.20min.ch/finance/news/story/22590465

«Die Energiemenge, die unser ´Fusionsreaktor´ Sonne an einem Tag innerhalb von sechs Stunden in die Wüstenregionen der Erde einstrahlt, entspricht dem Weltenergiebedarf eines ganzen Jahres»‚ erklärt Michael Düren vom Zweiten Physikalischen Institut der Uni Giessen. «Ein kleiner Bruchteil der in die Wüste eingestrahlten Solarenergie könnte also die Energieprobleme der Welt lösen, wenn es gelingen würde, sie nutzbar zu machen»‚ so der Forscher.

[...]

Auch hinsichtlich des Stromtransports hat sich der Giessener Wissenschaftler Gedanken gemacht: Statt herkömmlicher Wechselstrom-Hochspannungsleitungen werden Gleichstromleitungen - die entweder oberirdisch oder auch in der Erde verlegt werden - errichtet. «Diese Gleichstromleitungen weisen für eine Verbindung zwischen Afrika und Europa nur einen Leitungsverlust von unter 15 Prozent auf. Diesen Verlust kann man durch entsprechend grosse Kraftwerke wieder wettmachen»‚ erklärt Düren.


Ich schlage vor, anstatt ein AKW zu bauen ein Kabel von der Sahara nach ZH zu finanzieren und den Boden da unten, der ja eh für sonst nichts genutzt werden kann, mit Solaranlagen zuzupflastern.
globi1
Mitglied
#9 ° Gesendet: 04.06.2008 19:01 ° Bearbeitet von: globi1
Die Frage ist letztlich ob wir unser hart verdientes Geld den Planwirtschafts-Franzosen schenken möchten, um mehr radioaktiven Abfall und Klumpenrisiken produzieren zu können oder ob wir die Schweizer Volkswirtschaft unterstützen möchten.

Erneuerbarer Strom in gewaltigen Mengen selbst in der Schweiz zu produzieren ist übrigens kein Problem.

1. Drei neue Französische EPR Reaktoren kosten übrigens etwa 20 Milliarden Franken.
Mit 20 Milliarden Franken kann man von der Schweiezr Firma Oerlikon rund 60 Dünnschicht Solarmodul Fabriken mit einem jährlichen Output von 160 MW pro Fabrik installieren.
Nach 10 Jahren haben diese High Tech Fabriken, effiziente Solar Module mit einer Gesamtleistung von 96'000 MW produziert! Das ist 20 mal mehr Leistung als die 3 ausländischen AKWs zusammengerechnet.

2. Die Schweizer Speicherkraftwerke können für 3 Monate die Schweiz mit Strom versorgen, sollte tatsächlich die Sonne solange nicht mehr scheinen, was in den letzten 5 Milliarden Jahren noch nie geschehen ist.

3. Jetzt speichern die Speicherkraftwerke Atomstrom während der Nacht. Zukünftig kann Solarstrom die Speicherkraftwerke am Tag entlasten und so die Effizienz der Pumpspeicherkraftwerke erhöhen.

4. Am Tag ist der Stromverbrauch doppelt so hoch wie während der Nacht und das trotz dem künstlichem Nachstrom und den ineffizienten Heizwendeln. Solarzellen welche ausschliesslich am Tag Strom erzeugen sind demnach ausgezeichnet, da die Schweiz während der Nacht problemlos mit Wasserkraftstrom versorgt werden kann (zusätzliche Erhöhung der Effizienz).

5. Leibstadt welches nahezu 20% des Strombedarfs der Schweiz deckt ist für 5 Monate stillgelegt worden und es war kein Problem, aber wenn sich eine Regenwolke über eine PV-Anlage ergiesst, gehen gemäss Axpo die Lichter aus.

6. Knapp 3000 km2 der Schweiz sind verbaut. Mit 10% davon, erreicht man bei lediglich 10% PV Wirkungsgrad bereits eine installierte Maximalleistung von 30 GW = 30 * Gösgen. Das ist weniger als 1% der Fläche der Schweiz.

7. Solarthermie hat einen Wirkungsgrad von über 80%. Das heisst mit lediglich 1% der verbauten Fläche erreicht man eine installierte Maximale Wärmeleistung von 24 GW = 24 * Gösgens. Das Wasser auf dem Dach zu erhitzen Wasser ist wesentlich billiger als neue ausländische AKWs zu bauen um verschwenderische Elektroboiler betreiben zu können. Das wissen auch die Chinesen.

8. Folgende Flächen sind nicht alle heimatgeschützt: Lagerhäuser, Bürohäuser, Bahnhöfe, Rangierbahnhöfe, Bahnlinien, Sporthallen, Autobahnen, Brücken, Flughäfen, Militärflugplätze, Kasernen, Zeughäuser, Stadion, Schulen, Spitäler, Gemeindehäuser, Mehrzweckhallen, Universitäten, Hallenbäder, Parkhäuser, Einkaufszentren, Scheunen, Staumauern, Gewerbliche Dächer, Industriedächer, Wohnblöcke, Einfamilien Häusern etc. und Fassaden brauchen übrigens keine zusätzliche Fläche und produzieren mehr Strom im Winter.

9. Jedes Jahr wird 25 km2 neu verbaut. Das entspricht 2.5 GW maximaler PV Leistung bei 10% Wirkungsgrad (=2.5 mal Gösgen). Die Fläche die neu verbaut wird, ist sowieso nicht heimatgeschützt.

Abgesehen davon sind wir wegen dem Verzicht auf Mühleberg, Beznau I+II ohnehin nicht auf Solarenergie angewiesen, denn wir haben noch das hier:

10. Biogas (z.B. Gülle, Abfälle)
11. KVAs
12. Holz
13. ARAs
14. Wind (Eine Windturbine ist schöner als hunderte Hochspannungsleitungen. Österreich versorgt JETZT 560'000 Haushalte mit Windstrom und nicht erst im Jahr 2020.)
15. Geothermie
16. Kleine Wasserkraft. (Die Schweiz hat nahezu 10 mal weniger Kleinwasserkraftwerke als noch vor 100 Jahren).
17. Effiziente und günstige Wärmekraftkopplung. (Kopenhagen bezieht 85% des Stroms auf diese Weise).
18. Momentan importieren wir 100% Öl, 100% Gas, 100% Uran und einen wesentlicher Teil der Nahrung, es wäre also überhaupt nichts neues wenn wir 10% Windstrom importieren würden. Insbesondere dann nicht, wenn wir den Windstrom speichern und wieder teurer verkaufen.
19. Effizienz. (Kein Stand-by, keine elektrischen Heizungen und keine Glühbirnen). Ein Wärmepumpenboiler verbraucht 3-4 mal weniger Strom als ein Heizwendelboiler, ist für den Hausbesitzer langfristig günstiger und die Wertschöpfung ist im Gegensatz zu einem AKW mehrheitlich in der Schweiz. Trotzdem werden Heizwendelboiler immer noch legal verkauft.

Deutschland hat seinen erneuerbaren Stromanteil am Gesamtstrom trotz massivem Widerstand der Deutschen Kohle- und Atomlobby in lediglich einem EINZIGEN Jahr bereits JETZT um über 3% gesteigert. Gemäss Axpo soll in der Schweiz zukünftig nicht einmal ein Wachstum von 0.3% möglich sein. Was ist wohl glaubwürdiger Fakten oder Studien?

Übrigens, wenn die Atomlobby selbst an eine Stromlücke glauben würden, dann würde sie ganz bestimmt nicht mit allen Mitteln die Begrenzung der Einspeisevergütungen auf lächerliche 0.6 Rappen pro kWh erkämpfen.
Sondern sie würde alles dafür tun, dass diese Begrenzung aufgehoben oder zumindest wesentlich erhöht würde.
Wohlgemerkt 0.6 Rappen pro kWh entsprechen lediglich Mehrbelastungen von 2 Rappen bis 11.5 Rappen pro Haushalt und Tag. Der Durchschnittshaushalt gibt alleine mindestens 3 Franken im Tag für Zigaretten aus!
Ausserdem könnten diese minimalen Extrakosten die Haushalte wiederum problemlos durch Effizienz mit Steckerleisten, Energiesparlampen oder ganz einfach mit etwas Aufmerksamkeit eingespart werden.

Die Schweizer Effizienz-Lücke schafft Schweizer Arbeitsplätze und stärkt die Schweizer Exportindustrie und mit ihr die Schweizer Volkswirtschaft!

Fakten zur Atomenergie
Zocker
Mitglied
#10 ° Gesendet: 04.06.2008 21:01
@globi1

Deine Argumentation mit Fakten ist wie immer überzeugend.
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