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Globale Erwärmung: Wie lange noch schaut die Schweiz zu?

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RetoB
Mitglied
#31 ° Gesendet: 21.11.2007 09:10
zumal "Clean Tech" ist ja schon mal eine Perversion.
Es gibt keine "Saubere Technik" höchstens eine "weniger dreckige Technik".
Denn jede Technik benötigt dreckproduzierende Energie für Betrieb und Produktion.

DIe CO2-Abgabe ist ja schon mal ein Schritt in die richtige Richtung.
Aber wieso sollten irgendwelche Bioenergieträger-Vernichtung von dieser Abgabe ausgenommen werden?
Anstatt das Verbrennen von Holz zu subventinieren, sollte man die Produktion von natürlichen CO2-Lagern belohnen.
Bei Bio-Energie durch Vergärung und derartiger Methoden, ist Sachlage etwas komplizierter, denn deren Zerfall würde auch CO2 freisetzen, wenn man die nutzbare Energie nicht nutzen würde.

Auch finde ich es richtig, dass die Einnahmen der Abgaben direkt an die Bevölkerung geht, denn so kann jeder selber bestimmen ob und wie er was unterstützt.
Bei der etwelcher Verteilung durch Projektsubventionierung hätten wir dass gleiche Problem, wie wir es bei den Steuern haben, Was rein kommt muss irgendwie durch oft sinnlose oder traditionele Projekte wieder vernichtet werden.
Und da bei diesen Projekten immer wieder bestimmende Politiker, Funktonäre ud Interessenskreise nicht bereit sind auf ihren angewöhnten Nutzen zu verzichten, werden diese Abgaben stetig dem eigentlichen Zweck entgegen steigen.

Nur einige Fragen
Um wieviel CO2-Tonnen geht es denn da überhaupt?
Und wieviel davon stünde jedem einzelnen Menschen zu?

Aber die ganze Sache wird erst richtig sinnvoll, wenn es noch einige Schritte Weiter geht.
So sollte eigentlich zumindest ein Teil an die Internationale Ebene weiter gehen.

1. Ebene auf Gemeinden
2. Ebene auf Kanton
3. Ebene auf Bund
4. Ebene auf UNO (zumindest jene die dabei mitzumachen bereit sind).
rlarsson
Mitglied
#32 ° Gesendet: 21.11.2007 09:27
@RetoB
Bei der etwelcher Verteilung durch Projektsubventionierung hätten wir dass gleiche Problem, wie wir es bei den Steuern haben, Was rein kommt muss irgendwie durch oft sinnlose oder traditionele Projekte wieder vernichtet werden.

Völlig richtig! Das wäre ein total falscher Weg. Alles sättigt sich einmal, selbst Investitionen in den Clean Tech Bereich. Weiter ist übrigens noch lange nicht sicher, dass sich die Investitionen auf lange Zeit rechnen. Die Gelüste auf immer mehr Geld aus dem Subventionstopf für immer neue sinnlose Projekte sind sowieso der falsche Anreiz und nützen nur einer Lobby und ihren Verbündeten.

So ist es beispielsweise unsicher, dass z.Bsp. Windkraftwerke nach versiegten Subventionen ihren Strom zu marktfähigen Preisen verkaufen können. Es sein denn, der Betrieb wird weiter unsinnig subventioniert.
agathon
Mitglied
#33 ° Gesendet: 21.11.2007 10:17 ° Bearbeitet von: agathon
@ rlarsson
Alles sättigt sich einmal, selbst Investitionen in den Clean Tech Bereich. Weiter ist übrigens noch lange nicht sicher, dass sich die Investitionen auf lange Zeit rechnen.

Von einer solchen Sättigung sind wir Jahrzehnte entfernt, weil wir noch kaum damit begonnen haben!
Du legst wiedermal die CH-typische Nörgler-Mantalität an den Tag. Wenn es nach dir ginge, würde die Schweiz stillstehen. Ihr SVPler sieht zwar ab und zu Handlungsbedarf, aber an jedem Instrument NUR Nachteile. Das ist die bekannte Haltung der Modernisierungsverhinderer.
agathon
Mitglied
#34 ° Gesendet: 21.11.2007 10:32 ° Bearbeitet von: agathon
Die Aufrufe zu verantwortungsbewusstem Handeln mehren sich täglich!

Die Schweizerische Akademie der Wissenschaften, ein Verbund führender Naturwissenschaftler und Ökonomen der Schweiz sieht dringenden Handlungsbedarf, was die Verbrennung fossiler Rohstoffe betrifft. Es reiche nicht, dass die Schweiz einen CO2-Ablasshandel betreibe, zumal das den Privatgebrauch von Rohstoffen überhaupt nicht betrifft. Es hätten zwar viele erkannt, dass Massnahmen ergriffen werden müssen: «Doch noch sei zu wenig durchgedrungen, dass dies dringlich sei.»

Aus dem NZZ-Bericht vom Dienstag, 20. Nov.:

Damit die Schweiz ihren Beitrag zur Minderung der Klimaerwärmung erreicht, müsste der hiesige CO 2 -Ausstoss im Laufe dieses Jahrhunderts von heute 6 Tonnen pro Person und Jahr auf 1 Tonne gesenkt werden, rechnete Christoph Ritz, Geschäftsleiter von Proclim (Forum for Climate and Global Change), vor. Dies entspräche etwa 500 Liter Benzin pro Jahr und Kopf. Damit könne man mit einem Hybridfahrzeug immerhin 10 000 Kilometer fahren, sagte Ritz.

Fossile Rohstoffe sollten nur noch dort eingesetzt werden, wo sie nicht substituierbar sind, wie etwa beim Flugverkehr. Pro Jahr müsse eine Emissionsreduktion von 2 Prozent angepeilt werden. Der effizientere Einsatz fossiler Energien und deren Ersatz durch erneuerbare Energien seien dringlich, sagte Marco Berg, Präsident der Energiekommission der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften: «Es wird in diesem Bereich zu wenig, und es wird zu wenig schnell vorwärtsgemacht.[…]»

«Die meisten Betriebe würden nicht aufgrund der Rentabilität von energieeffizienten Massnahmen ihre Entscheide fällen, sondern aufgrund von Amortisationskosten, sagte Eberhard Jochem, emeritierter Professor des Zentrums für Energiepolitik und -ökonomie der ETH Zürich. Auch private Haushalte würden beim Kauf eines Kühlschrankes in erster Linie an die Investitionskosten und nicht an die Kosten des zukünftigen Energieverbrauchs denken.
Bei der Wahl der Wohnung stehe für uns das soziale Prestige und kaum die Wärmedämmung im Vordergrund. Defizite des Marktes müssten daher durch die Politik ausgeglichen werden – etwa durch Lenkungsabgaben auf Energie und Kohlendioxid oder entsprechende Investitionszuschüsse und Steuervergünstigungen.

Der ganze Artikel
------

Das ist Klartext und sollte zum Handeln bewegen! Ebenso sollte deutlich werden, dass der so genannte Markt nicht alles von selbst regelt: Die Vertreter der Invisible-Hand-Theorie sollen sich doch mal überlegen, inwiefern die "unsichtbare Hand" des Marktes einen grünen Daumen hat?
Das Beispiel der Kühlschränke dünkt mich treffend: Im Kopf sind viele Schweizer verantwortungsbewusst, wenn es aber um den Kaufpreis geht, siegt leider die irrationale Hirnhälfte: Denn der billigere Kühlschrank braucht mehr Energie, was langfristig die Käufer teurer zu stehen kommt. Das ist die Logik des Homo in-oeconomicus.
echnaton
Mitglied
#35 ° Gesendet: 21.11.2007 12:55
Der Uno-Bericht hält explizit fest, dass sich das Klimasystem unzweifelhaft erwärme. Beobachtungen zeigten auch, dass viele natürliche Systeme auf allen Kontinenten und in den meisten Ozeanen von regionalen Klimaveränderungen, insbesondere einer Erwärmung betroffen seien. Was die Rolle des Menschen angeht, sei es wahrscheinlich (das heisst zu über 66 Prozent gesichert), dass es in den letzten 50 Jahren über allen Kontinenten ausgenommen der Antarktis eine erhebliche durch den Menschen erzeugte Erwärmung gegeben habe.


"Mehr als 66 %" ist aber ein sehr geringes Signifikanzniveau. In der Regel werden in Hypothesentests nicht 66 % Wahrscheinlichkeit gefordert, sondern 95 - 99 % !


Die Temperaturerhöhung sei mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90 Prozent zum grössten Teil vom Menschen durch die Emission von Treibhausgasen erzeugt. Dieser Treibhausgasausstoss sei zwischen 1970 und 2004 um 70 Prozent angestiegen.


Ja was denn nun ? Das ist eine sehr vage Aussage, die für sich eine hohe Signifikanz in Anspruch nimmt.
Zum grössten Teil mit hoher Wahrscheinlichkeit ... ich halte derartige Aussagen über Wahrscheinlichkeiten bezüglich des Klimas für Spekulation.

Bis heute kann kein Klimatologe erklären, warum es vor einigen tausend Jahren eine Eiszeit gab, die grosse Teile Europas unter Gletschern begruben. Es gibt nur eine Reihe von Hypothesen, die eifrig diskutiert werden.

Was können wir daraus schliessen ? Es zeigt uns in aller Deutlichkeit, dass die Klimatologie noch in den Kinderschuhen steckt und deshalb die angesprochenen Wahrscheinlichkeitsaussagen nichts als Spekulation sind, nicht notwendigerweise falsch, aber auch nicht notwendigerweise richtig.
razzar
Mitglied
#36 ° Gesendet: 21.11.2007 14:11
Ich muss mir berufsbedingt demnächst ein neues Auto zulegen. Aber das Geld für einen Hybrid fehlt. Dann wirds ja wohl wie bei millionen Anderen nur für einen üblichen Benzin- oder Dieselschlucker in Occassionformat reichen. Dank der nötigen Flexibilität in Transportangelegenheiten wirds auch kein kleiner sein.
So nun bin ich ein Umweltübeltäter weil ich versuche zu überleben. Und wenn ich dann noch denke das dies mein Leben ist und ich in diesen schweren Zeiten dafür sorgen muss das es mir gut geht, und mich dadurch nicht interessiere was nach meinem Tod ist, dann mutiere ich für gewisse Menschen zu einem Umweltarschloch. Ich glaube ich bin lange nicht der einzige der seine Umweltbedürfnisse dank des Wirtschaftlichen Geschehens hier in die Ecken stellen muss.
agathon
Mitglied
#37 ° Gesendet: 21.11.2007 14:15 ° Bearbeitet von: agathon
@ echnaton

Das ist Biertisch-Gerede, was du hier bringst. Du kennst also von deinem Schreibtisch aus die Tatsachen besser, als die Leute, die sich jahrelang in ihrem Beruf damit beschäftigt haben.

Zu den unterschiedlichen Prozentzahlen kann ich nur sagen: man muss die Texte halt besser lesen, und dann könnte ich mir auch diese Zeilen ersparen.

Die Angabe: über 66 Prozent bedeutet erstens, dass die Wahrscheinlichkeit höher liegen kann und zweitens bezieht sich diese Zahl auf die Ursache: Mensch oder Natur? Es kann ja sein, dass natürliche Faktoren dazukommen, aber man kann mit grösster Wahrscheinlichkeit sagen, dass der Mensch die jetztige Erwärmung verursacht.

Angabe zwei: über 90 Prozent: betrifft die Frage, welcher unter den menschlichen Faktoren ist der hauptverantwortliche? Antwort: mit über 90%iger Wahrscheinlichkeit die Treibhausgase und nicht andere Emissionen.

Wenn du Zahlen anders verstehen möchtest, damit du weiter mit gutem Gewissen in deinem SUV herumfahren kannst, ist das deine Sache. Die Benzinpreise werden steigen, und da möchte ich persönlich nicht auf einem Leasingvertrag für einen solchen Traktor sitzen.
agathon
Mitglied
#38 ° Gesendet: 21.11.2007 14:23
@ razzar

Ja, das ist das Dilemma und ich sehe das Problem. Ich glaube allerdings, es gibt nicht nur ein Entweder - Oder. Es gibt darin auch Spielräume, z.B. unterschiedliche Autotypen mit unterschiedlichem Verbrauch. Ich würde mich auf jeden Fall über die Typen informieren; im schlimmsten Fall zahlst du noch mehr für einen Benzinfresser, als für einen effizienten Wagen.
echnaton
Mitglied
#39 ° Gesendet: 21.11.2007 14:29
@agathon

du solltest nicht immer in schwarz und weiss denken. Wenn ich den Prophezeinungen der Klimatologen misstraue, dann heisst das noch lange nicht, dass ich die masslose Verbrennung fossiler Energieträger für unbedenklich halte.

Es ist und bleibt eine Tatsache, dass die Klimatologie eine Wissenschaft in den Kinderschuhen ist.

Ich bin also für die Förderung erneuerbarer Energie und halte die Verbrennung fossiler Energieträger für eine nicht zukunftsgerichtete Strategie. Und ausserdem halte ich die Klimatologen für teilweise nicht seriös in ihren Aussagen.

Ich fahre übrigens keinen SUV. 2.8 Tonnen Blech bewegen, um einen 90 kg schweren Mann zu transportieren ist gelinde gesagt ein Verhältnisblödsinn sondergleichen.
WernieX
Mitglied
#40 ° Gesendet: 21.11.2007 14:45
Erinnert Ihr euch noch, so vor 15 - 20 Jahren hiess es doch der Wald würde demnächst sterben? Der Hund wollte aber einfach nicht! Ja und heute hat man halt diese unsägliche CO2-Debatte. In 10 Jahren wird da kein Schwein mehr von reden, jede Wette. Das Klima ändert sich seit es Klima gibt. Wir Menschen dürfen uns nicht einbilden, dass wir da grossen Einfluss drauf hätten, das ist Humbug. Und allen unverbesserlichen Klugscheissern rate ich einmal das Buch "Welt in Angst" von Michael Chrichton zu lesen, da wisst Ihr dann aber Bescheid (inkl. Quellenangaben). Denn NIEMAND kann heute zuverlässig voraussagen, wie sich das globale Klima entwickeln wird! NIEMAND! Also: Calm down Folks!!
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