Die Aufrufe zu verantwortungsbewusstem Handeln mehren sich täglich!
Die Schweizerische Akademie der Wissenschaften,
ein Verbund führender Naturwissenschaftler und Ökonomen der Schweiz sieht dringenden Handlungsbedarf, was die Verbrennung fossiler Rohstoffe betrifft. Es reiche nicht, dass die Schweiz einen CO2-Ablasshandel betreibe, zumal das den Privatgebrauch von Rohstoffen überhaupt nicht betrifft. Es hätten zwar viele erkannt, dass Massnahmen ergriffen werden müssen:
«Doch noch sei zu wenig durchgedrungen, dass dies dringlich sei.»
Aus dem NZZ-Bericht vom Dienstag, 20. Nov.:
Damit die Schweiz ihren Beitrag zur Minderung der Klimaerwärmung erreicht, müsste der hiesige CO 2 -Ausstoss im Laufe dieses Jahrhunderts von heute 6 Tonnen pro Person und Jahr auf 1 Tonne gesenkt werden, rechnete Christoph Ritz, Geschäftsleiter von Proclim (Forum for Climate and Global Change), vor. Dies entspräche etwa 500 Liter Benzin pro Jahr und Kopf. Damit könne man mit einem Hybridfahrzeug immerhin 10 000 Kilometer fahren, sagte Ritz.
Fossile Rohstoffe sollten nur noch dort eingesetzt werden, wo sie nicht substituierbar sind, wie etwa beim Flugverkehr. Pro Jahr müsse eine Emissionsreduktion von 2 Prozent angepeilt werden. Der effizientere Einsatz fossiler Energien und deren Ersatz durch erneuerbare Energien seien dringlich, sagte Marco Berg, Präsident der Energiekommission der Schweizerischen Akademie der technischen Wissenschaften: «Es wird in diesem Bereich zu wenig, und es wird zu wenig schnell vorwärtsgemacht.[…]»
«Die meisten Betriebe würden nicht aufgrund der Rentabilität von energieeffizienten Massnahmen ihre Entscheide fällen, sondern aufgrund von Amortisationskosten, sagte Eberhard Jochem, emeritierter Professor des Zentrums für Energiepolitik und -ökonomie der ETH Zürich. Auch private Haushalte würden beim Kauf eines Kühlschrankes in erster Linie an die Investitionskosten und nicht an die Kosten des zukünftigen Energieverbrauchs denken.
Bei der Wahl der Wohnung stehe für uns das soziale Prestige und kaum die Wärmedämmung im Vordergrund. Defizite des Marktes müssten daher durch die Politik ausgeglichen werden – etwa durch Lenkungsabgaben auf Energie und Kohlendioxid oder entsprechende Investitionszuschüsse und Steuervergünstigungen.
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Das ist Klartext und sollte zum Handeln bewegen! Ebenso sollte deutlich werden, dass der so genannte Markt nicht alles von selbst regelt: Die Vertreter der Invisible-Hand-Theorie sollen sich doch mal überlegen, inwiefern die "unsichtbare Hand" des Marktes einen grünen Daumen hat?
Das Beispiel der Kühlschränke dünkt mich treffend: Im Kopf sind viele Schweizer verantwortungsbewusst, wenn es aber um den Kaufpreis geht, siegt leider die irrationale Hirnhälfte: Denn der billigere Kühlschrank braucht mehr Energie, was langfristig die Käufer teurer zu stehen kommt.
Das ist die Logik des Homo in-oeconomicus.